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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-97
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-97: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-97

Namen


Natan ben Uri Hakohen [07.12.1899]
Karoline Mayer (Karoline Mayer geb. Simon) [12.08.1913]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier sind begraben
‎‏איש תם וישר‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹,
‎‏נתן בר אורי הכהן‏‎ Natan, Sohn des Uri Hakohen,
‎‏נפטר אור לעש״ק ו׳ טבת תר״ס‏‎ verschieden zu Beginn des Rüsttags des heiligen Schabbat, 6. Tewet 660.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ 5 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht in Frieden
Nathan Mayer
geb. 16. Februar 1837,
gest. 7. Dezbr. 1899.
 Postament
‎‏האשה קארולינא מייער נפטרה ביום‏‎ 10 die Frau Karoline Mayer, verschieden am Tag
‎‏ג׳ ט׳ אב ונקברה ביום ה׳ י״א אב תרע״ג לפ״ק ׃‏‎ 3, 9. Aw, und begraben am Tag 5, 11. Aw 673 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Karoline Maÿer geb. Simon
geb. zu Ebersheim 22. März 1841,
gest. 12. August 1913. 15

 

 Zl 2: Ijob 1,8

Kommentar

Datierung Nathan Mayer: Geboren 16.02.1837; gestorben Donnerstag abend, 07.12.1899
Karoline Mayer: Geboren 22.03.1841; gestorben Dienstag, 12.08.1913 ; begraben am übernächsten Tag
Zwischen dem Tod der Eheleute lagen gut 13 Jahre. Dies drückt sich auch in kleinen Unterschieden der Beschriftung aus. Die hebräischen Inschriften sehen zwar ähnlich aus, bei genauer Betrachtung werden aber die Unterschiede deutlich. Die Abkürzungszeichen sind in der Inschrift von Nathan und Karoline nicht einheitlich gewählt. Bei Nathan ist die Abkürzung für "Vorabend des heiligen Sabbat" (Zl 4, drittes Wort) gar nicht markiert. Mit Punkten über den Buchstaben sind die Jahreszahl (Zl 4, letztes Wort) und die Schlussformel (Zl 5) versehen. Die Schlussformel ist zusätzlich mit Apostrophen gekennzeichnet. Bei Karoline sind die Zahlenwerte durch Apostrophe gekennzeichnet und die Abkürzungen durch Punkte über den Buchstaben. Nathan Mayer starb am Donnerstagabend nach Sonnenuntergang, als nach dem jüdischen Kalender der Vorabend zum Sabbat schon begonnen hatte. Das ist ausgedrückt in der Formulierung "Or (Licht) zum Vorabend des Heiligen Sabbat" ("zu Beginn des Rüsttags des heiligen Schabbats"). Auch der Aufbau der Inschriften ist nicht gleich. Während bei Nathan traditionell der Vatername genannt wird, fehlt die Angabe des Begräbnistages. Bei Karoline fehlen der Vatersname und der Gattenname, aber der Begräbnistag wird erwähnt, da Karoline am 9. Aw starb, dem Trauer- und Fastentag zum Gedenken an die Zerstörung der Jerusalemer Tempel, an dem eine Beisetzung nicht gestattet ist. Die Autoren der Inschrift wählten also - aus welchem Grund auch immer - unterschiedliche Versatzstücke aus dem traditionellen Nachruf. Die Lilie ist ein bereits in der Bibel erwähntes Symbol für die Liebe (Hoheslied 2,1-2). Die segnenden Hände deuten auf die Zugehörigkeit zur Priesterfamilie hin.

Beschreibung

Material Granit
Beschreibung Familiengrabstätte in Ädikulen-Form auf zweistufigem Sockel. Der obere Sockel ist mehrfach profiliert. Das hochrechteckige Mittelteil verjüngt sich nach oben, mehrstufiger vorkragender Giebel, im Giebelfeld zwei Voluten, die eine dreiblättrige Lilie halten.
Schrift vertieft, zentriert, die Namen sind hervorgehoben.
Symbol Segnende Priesterhände
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand Gut.

Zur Person

Nathan Mayer wurde am 16. Februar/März 1837 in Ober-Ingelheim geboren als ältester Sohn des Metzgers Joseph Mayer aus dessen erster Ehe mit Sara, geb. Hirsch. Auch Nathan wurde Metzger. Sein Geschäft war in der Altegasse. Am 24. Juni 1863 heiratete er in Ober-Ingelheim Karoline Simon, geb. 22. März 1841 in Ebersheim. Das Paar hatte drei Kinder: 1. Moritz, geb. 24. April 1864, verh. am 28. April 1897 mit Antonia Haymann/Heymann; 1936 zogen sie zunächst nach Wiesbaden und emigrierten von dort nach Argentinien. 2. Sophia starb mit einem halben Jahr. 3. Gustav, geb. 27. März 1869, heiratete Anna Rosenmaier und zog 1912 nach Berlin.

Zur Familie

Mutter von Nathan Mayer: Sara Mayer geb. Hirsch (ihl-0001?)
Bruder von Nathan Mayer: Heinrich Mayer (ihl-0127)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 224.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 143, 209f., 398, 403, 573.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

heutiges Foto
2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-97
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