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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-94
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-94: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-94

Namen


Mordechai ben Uri (Markus Mayer II.) [14.01.1895]
Sara bat Elijahu (Sara Mayer geb. Oppenheimer) [19.02.1900]
Lea bat Mordechai (Luise Albert geb. Mayer) [29.05.1917]              

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier sind begraben
‎‏מרדכי בר אורי נפטר ביום‏‎ Mordechai, Sohn des Uri, verschieden am 18.
‎‏י״ח טבת תרנ״ה לפ״ק‏‎ :‏‎ Tag des Tewet 655 der kleinen Zählung
Markus Mayer II.
geb. 1. Nov. 1814, gest. 14. Jan. 1895. 5
‎‏שרה בת אליה נפטרה ביום‏‎ Sara, Tochter des Elijahu, verschieden am 20.
‎‏כ׳ אדר תר״ס לפ״ק‏‎ :‏‎ Tag des Adar 660 der kleinen Zählung
Sara Mayer
geb. Oppenheimer
geb. 17. März 1817, gest. 19. Feb. 1900. 10
‎‏לאה בת מרדכי נפטרה‏‎ Lea, Tochter des Mordechai, verschieden
‎‏ביום ח׳ סיון תרע״ז לפ״ק‏‎ :‏‎ am 8. Tag des Sivan 677 der kleinen Zählung
Luise Albert
geb. Mayer
geb. 23. Aug. 1849, gest. 29. Mai 1917. 15
‎‏תנצב״ה ׃‏‎ Ihre Seelen seien eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
Ruhet sanft.‏‎

Kommentar

Datierung Markus Mayer: Geboren 01.11.1814; gestorben Montag, 14.01.1895
Sara Mayer: Geboren 17.03.1817; gestorben Montag, 19.02.1900
Luise Albert: Geboren 23.08.1849; gestorben Dienstag, 29.05.1917
Diese aufwändige Familiengrabanlage ist in ihrem Stil einzigartig auf diesem Friedhof. Die Inschrift beginnt mit der hebräischen Einleitungsformel. Dann wechseln sich hebräische und deutsche Inschriften ab. Am Ende steht die traditionelle hebräische Schlußformel.
Das Jahr 660 war ein Schaltjahr, der Sterbetag von Sara Mayer fiel in den Ersten Adar. Der Sterbetag von Luise Albert fiel auf den Nachfeiertag des Wochenfestens 677.
Namenskunde Markus Mayer wird mit seinem Synagogalnamen Mordechai genannt. Die Verbindung zwischen den beiden Namen ist der Gleichklang und der gleiche Anfangsbuchstabe M. Gleiches wiederholt sich bei seiner Tochter, Synagogalname Lea, Rufname Luise. Bei der Gattin bzw. Mutter Sara sind Synagogal- und Rufname gleich.

Beschreibung

Material Heller Sandstein mit Schrifttafel aus schwarzem Granit.
Beschreibung Ädikula auf zwei mehrfach abgestuften und profilierten Sockeln, auskragender Dreiecksgiebel, vertieft eingesetzte hochrechteckige Schrifttafel aus Granit, gerahmt von einem Fries mit geometrischen Formen.
Schrift vertieft, zentriert, im deutschen Text sind die Namen hervorgehoben.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Weitgehend gut erhalten. Die Schrifttafel hat in der unteren rechten Ecke einen Riss.

Zur Person

Markus Mayer II. wurde am 1. November 1814 in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Veith Mayer und Philippine, geb. Marum. Er war erst Bäcker, 1863 übernahm er von Philipp Marum die Kohlenhandlung in der Bahnhofstraße 4 (heute 129, Bushaltestelle). Die Kohlenhandlung blieb bis 1934 im Besitz der Familie Mayer.
Am 27. Januar 1847 heiratete er Sara, geb. am 17. März 1817 als Tochter von Elias Oppenheimer und Katharina geb. Kahn in Blieskastel.
Markus und Sara Mayer hatten sieben in Ober-Ingelheim geborene Kinder: Die älteste Tochter Bertha starb im Alter von 14 Jahren. Die zweite Tochter, die hier begrabene Luise, heiratete 1869 den Lederwarenhändler Israel Isaak Albert aus Ottweiler, dieser starb vor 1893. Die Tochter Bertha, heiratete den Arzt Dr. Karl Levi (158). Sie entflohen 1934 dem nationalsozialistischen Regime nach Israel. Ihre Nachfahren leben heute dort. Ferdinand Otto starb mit fünf Jahren. Mathilde heiratete 1881 Hirsch Jeidel aus Pfungstadt, weiter ist nichts bekannt. Moritz arbeitete in der Kohlenhandlung bis zu seinem frühen Tod mit 38 Jahren. Seine Familie verblieb als einzige in Ingelheim, bis sie während der nationalsozialistischen Diktatur teilweise ermordet und teilweise in alle Welt zerstreut wurde. Johanna starb mit 13 Jahren. Klara heiratete 1887 Jakob Haas aus Bingen, lebte und starb dort und wurde 1889 auf dem Binger jüdischen Friedhof beerdigt.

Zur Familie

Vater von Markus Mayer: Veith Mayer (Ingelheim, Jüdischer Friedhof Im Saal, Grabstein Nr. iis-0007)
Mutter von Markus Mayer: Philippine Mayer geb. Marum (ihl-0004)
Vater von Sara Mayer: Elias Oppenheimer (Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-0084)
Mutter von Sara Mayer: Katharina Oppenheimer geb. Kahn (Jüdischer Friedhof Blieskastel, sb3-0097)
Sohn von Markus und Sara Mayer: Moritz Mayer (ihl-0086)
Tochter von Markus und Sara Mayer: Klara Haas geb. Mayer (Jüdischer Friedhof Bingen, bng-0564)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 220 (Markus Mayer).
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 141, 237-241, 572.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-94
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Steinheim-Institut
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