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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-86
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-86: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-86

Name


Mosche ben Mordechai (Moritz Mayer) [02.06.1892]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

 Rechte Seite
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש ירא ה׳ תם וישר‏‎ ein Mann, der den Ewigen ehrfürchtet, ›lauter und aufrecht‹,
‎‏רודף שלום כל ימי חייו‏‎ er ›jagte dem Frieden nach‹ alle Tage seines Lebens,
‎‏ה״ה משה בר מרדכי‏‎ es ist Mosche, Sohn des Mordechai,
‎‏נולד ביום י׳ סיון תרט״ו לפ״ק‏‎ 5 geboren am 10. Tag des Sivan 615 der kleinen Zählung,
‎‏נפטר ביום ב׳‏‎ verschieden am 2. Tag
‎‏דשבעות תרנ״ב לפ״ק‏‎ des Wochenfestes 652 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Moritz Maÿer
geb. 27. Mai 1854 10
gest. 2. Juni 1892

 

 Zl 2: Ijob 1,1  Zl 3: Av 1,12

Kommentar

Datierung Geboren Sonntag, 27.05.1855; gestorben Donnerstag, 02.06.1892
Dieses Grab war als Doppelgrab vorgesehen. Die Ehefrau Henrietta Mina Mayer geb. Stein wurde in Theresienstadt ermordet. So blieb die linke Hälfte der Schriftplatte leer.
Der hebräische Text steht bei dieser Inschrift im Vordergrund.
Die Angabe des Geburtsdatums nach dem jüdischen Kalender weicht um genau ein Jahr von der Angabe nach dem bürgerlichen Kalender ab: Der 10. Sivan 615 entspricht dem 27. Mai 1855 - vermutlich ein Umrechnungsfehler.
Namenskunde Im hebräischen Text wird der Synagogalname Mosche und der Vatername Mordechai genannt, im deutschen der Rufname Moritz. Die Gemeinsamkeit sind der Anfangsbuchstabe und der Gleichklang. Das M hat er auch mit dem Vaternamen gemeinsam: Markus/Mordechai.

Beschreibung

Material Sandstein mit aufgesetzter Schrifttafel aus weußem Marmor.
Beschreibung Hochrechteckige Stele, auskragende spiralförmige Verzierungen (Voluten), eingezogener mehrfach profilierter vorkragender Flachbogenabschluss, florale Verzierung unter dem Giebel und unter der aufgesetzten Schriftplatte, nur der rechte Teil ist beschrieben.
Schrift vertieft, Hebräisch rechtebündig mit zentrierter Einleitungs- und Schlussformel, Deutsch zentriert.
Ornament florale Verzierung
Zustand Risse in der Schriftplatte, die Verzierungen im unteren Teil verwittert. Das Grabmal wurde neu im Boden verankert, vermutlich fehlt ein Postament.

Zur Person

Moritz Mayer wurde am 27. Mai 1854 in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Markus Mayer und Sara geb. Oppenheimer. 1884 heiratete er in Weilburg Henrietta Mina Stein, geb. am 20. Juni 1861 in Weilbach. Er war Kohlenhändler und arbeitete bis zu seinem frühen Tod mit 38 Jahren im Geschäft seines Vaters in der Bahnhofstr. 4 (heute 129, Bushaltestelle direkt unterhalb vom Marktplatz). Dies ist der letzte Grabstein seiner Familie in Ingelheim.
Das Ehepaar hatte sechs in Ober-Ingelheim geborene Kinder: Irene Klementine starb im dritten Lebensjahr. Philippine Olga Mayer geb. Mayer wurde mit ihrer 1922 geborenen Tochter Margot Lea in den Osten deportiert und ermordet. Ferdinand Moses Mayer wohnte in Berlin, Robert Heinrich Mayer in Offenbach. Aufgrund der Verfolgungen, Verhaftungen und Diskriminierungen flüchteten sie in den Tod. Alice Babette Löwensberg und Moritz Martin Mayer schafften es, während der nationalsozialistischen Diktatur Deutschland mit ihren Familien zu verlassen und in die USA zu emigrieren.
Henriette Mina Mayer wurde am 27. September 1942 nach Theresienstadt eportiert, wo sie am 13. Oktober 1942 starb. Für sie und ihre ermordeten Kinder wurden Stolpersteine in der Bahnhofstraße 129 und der Mainzer Straße 31 gesetzt.

Zur Familie

Vater: Markus Mayer (ihl-0094)
Mutter: Sara Mayer geb. Oppenheimer (ihl-0094)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Mayer, Ferdinand Moses ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 1117416
Mayer, Henriette Mina ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 923134
Mayer, Margot Lea ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 923035

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 228.
Stolpersteine in Ingelheim auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 144, 239, 571.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-86
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ihl-86
(letzte Änderungen - )

 

Steinheim-Institut
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