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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-70
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-70: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-70

Namen


Mosche ben Uri (Moses Mayer) [15.06.1886]
Channa bat Jaakow Koppel-Marum ⚭ Mosche ben Uri (Johannette Mayer geb. Marum) [16.04.1891]
Ferdinand Mayer [26.10.1901]
Babette Mayer [30.08.1903]            

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Ruhestätte
der Familie
Moses Mayer.
‎‏פ״ט‏‎ Hier sind geborgen
‎‏איש ישר ונאמן משה ב׳ אורי‏‎ 5 ›ein aufrechter und getreuer Mann‹, Mosche, Sohn des Uri,
‎‏שנפטר יום ג׳ י״ב ונקבר ה׳ י״ד‏‎ der verschieden ist Tag 3, 12., und begraben wurde (Tag) 5, 14.
‎‏סיון תרמ״ו לפ״ק ׃ תנצב״ה ׃‏‎ Sivan 646 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht die Krone unseres Hauses!
Moses Mayer
geb. 10. October (12. Tischri) 1810, 10
gest. 15. Juni (12. Siwan) 1886.
Schlafe in Frieden.
‎‏אישה ישרה ונאמנה חנה בת יעקב‏‎ die aufrechte und getreue Frau, Channa, Tochter des Jaakow
‎‏קאפפעל־מאכום אשת משה ב׳ אורי‏‎ Koppel-Marum, Gattin des Mosche, Sohn des Uri,
‎‏שנפטרת יום ה׳ ח׳ ונקברת יום א׳ י״א‏‎ 15 die verschieden ist Tag 5, 8., und begraben wurde Tag 1, 11.
‎‏ניסן תרנ״א לפ״ק ׃ תנצב״ה ׃‏‎ Nissan 651 der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Johannette Mayer
geb. Marum aus Waldböckelheim
geb. 14. Dezbr. (24. Kislev) 1808,
gest. 16. April (8. Nissan) 1891. 20
Schlafe in Frieden.
 Postament
Ferdinand Mayer
Babette Mayer
 Sockel
Wer im Andenken seiner Lieben fortlebt,
der ist nicht todt - nur der ist todt, 25
der vergessen wird.

 

 Zl 5: Av 6,1

Kommentar

Datierung Moses Mayer: Geboren Mittwoch, 10.10.1810; gestorben Dienstag, 15.06.1886 ; begraben am übernächsten Tag
Johannette Mayer: Geboren Dienstag abend, 14.12.1808; gestorben Donnerstag, 16.04.1891 ; begraben am dritten Tag
Ferdinand Mayer: Gestorben 26.10.1901
Babette Mayer: Gestorben 30.08.1903
Die stattliche Grabsäule markiert die erste Familiengrabanlage auf diesem Friedhof. Sie hebt sich durch Form, Höhe und Baumaterial von den anderen Grabsteinen ab. Über der traditionellen hebräischen Einleitungsformel steht die deutsche Überschrift. Der hebräische Text folgt noch der Tradition, wird aber weitestgehend verkürzt und wirkt gedrängt. Die Doppelpunkte (Zln. 7,15) und der Bindestrich (Zl. 13) sind nicht typisch für die althebräische Sprache. Im deutschen Text werden die Geburts- und Sterbedaten nach dem bürgerlichen und nach dem jüdischen Kalender wiedergegeben. Die Beschriftung für Sohn und Schwiegertochter, die kinderlos starben, wirkt untergeordnet. Wahrscheinlich war ursprünglich nicht geplant, dass sie hier begraben werden. Dübellöcher lassen darauf schließen, dass eine Schrifttafel über den Zeilen 21/22 entfernt wurde.
Zl 8: Hier wird der Mann als Krone des Hauses bezeichnet (Vgl. mit ihl-0054).
Zl 14: Schreibfehler: ‎‏מאכום‏‎ statt ‎‏מארום‏‎.

Beschreibung

Material Kunststein mit eingesetzter Schrifttafel aus weißem Marmor.
Beschreibung Hochrechteckige achtkantige Stele auf zweistufigem profiliertem Sockel, vorkragender mehrfach profilierter dachförmiger Aufsatz.
Schrift vertieft, zentriert, im Deutschen sind die Namen hervorgehoben.
Abkürzungszeichen Die Zahlenwerte sind mit Apostrophen markiert, die Abkürzungen durch Punkte über den Buchstaben.
Zustand Eine aufgesetzte Tafel fehlt, ansonsten gut.

Zur Person

Moses Mayer (I.) wurde in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Veith Mayer und Philippine, geb. Marum. Er war von Beruf Handelsmann. In seinem Geschäft in Ober-Ingelheim am Markt verkaufte er nachweislich bis 1872 Eisenwaren. Von 1868 bis 1880 war er Mitglied des Ober-Ingelheimer Gemeinderats. 1836 heiratete er in Ober-Ingelheim Johannette, geb. Marum, geboren am 14. Dezember 1808 in Waldböckelheim.
Ihr Sohn Ferdinand Mayer wurde am 21. April 1837 in Ober-Ingelheim geboren und heiratete am 9. Januar 1866 Babette Barbara Löb, geb. am 14. Januar 1843 in Abenheim.
Ferdinand Mayer war Weinhändler. Der angesehene Bürger war 20 Jahre lang Mitglied im Ober-Ingelheimer Gemeinderat und engagierte sich in vielen Vereinen. Sein Lebensinhalt aber war die Feuerwehr. Ab etwa 1874 wirkte er als Branddirektor von Ober-Ingelheim und ab 1891 zusätzlich als Kreisfeuerwehr-Inspektor bis zu seinem frühen Tod am 26. Oktober 1901 im Alter von 64 Jahren. Das Feuerwehrgerätehaus in der Georg-Scheuing-Straße ist nach ihm benannt. Seine Frau überlebte ihn um zwei Jahre, sie starb am 30. August 1903. Kinder sind nicht bekannt.

Zur Familie

Vater von Moses Mayer: Veith Uri Mayer (Ingelheim, Jüdischer Friedhof Im Saal, Grabstein Nr. iis-0010)
Mutter von Moses Mayer: Philippine Mayer geb. Marum (ihl-0004)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 214 (Moses Mayer); 225 (Ferdinand Mayer).
Jüdische Spuren in Ober-Ingelheim (7. Branddirektor und Kreisfeuerwehrinspektor Ferdinand Mayer) auf der Seite des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 139, 225, 263, u.a.
Hans-Georg Meyer: Sein Lebensinhalt war die Feuerwehr. Herausgegeben aus Anlass der Namensgebung des Feuergerätehauses Ingelheim in Branddirektor Ferdinand Meyer-Haus am 9. November 1999 (Kügler), 20 Seiten.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-70
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ihl-70
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Steinheim-Institut
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