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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-61
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-61: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-61

Namen


Sara bat Jehuda ⚭ Schimon (Sara Mayer geb. Reinhold) [28.05.1882]
Schimon ben Mordechai (Simon Mayer) [04.08.1882]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

 Rechte Seite
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏שרה בת יהודה אשת‏‎ Sara, Tochter des Jehuda, Gattin des
‎‏כמר שמעון עטרת‏‎ geehrten Herrn Schimon, Krone
‎‏בעלה תפארת ביתה‏‎ ihres Gatten, Zierde ihres Hauses,
‎‏מתה ביום א׳ י״ז סיון‏‎ 5 gestorben am Tag 1, 17. Sivan,
‎‏ונקברה יום ג׳ י״ט סיון‏‎ und begraben Tag 3, 19. Sivan
‎‏תרמ״ב לפ״ק ׃ תנצב״ה‏‎ 642 der kleinen Zählung. Ihre Seele ist eingebunden in das Bündel des Lebens
Sara Mayer
geb. 7. Jan. 1831,
gest. 28. Mai 1882. 10
 Linke Seite
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏שמעון בר מרדכי‏‎ Schimon, Sohn des Mordechai,
‎‏איש ירא אלה׳ ופעל‏‎ ein Mann, gottesfürchtig Gutes
‎‏טוב כל ימיו מת ביום‏‎ wirkend all seine Tage, gestorben am Tag
‎‏ו׳ עש״ק י״ט אב ונקבר‏‎ 15 6, Rüsttag des heiligen Schabbat, 19. Aw, und begraben
‎‏יום א׳ כ״א אב תרמ״ב‏‎ Tag 1, 21. Aw 642
‎‏לפ״ק ׃ תנצב״ה‏‎ :‏‎ der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Simon Mayer
geb. 21. Januar 1821,
gest. 4. August 1882. 20
 Postament
‎‏הנאהבים והנעימים בחייהם ובמותם לא נפרדו‏‎ ›Die Geliebten und Holden, im Leben und im Tode nicht getrennt‹
Die sich lieb und theuer waren [im Leben] auch
im T[od sind sie nicht getrennt.]

 

 Zl 21: 2Sam 1,23

Kommentar

Datierung Sara Mayer: Geboren 07.01.1831; gestorben Sonntag, 28.05.1882 ; begraben am übernächsten Tag (s.u.)
Simon Mayer: Geboren 21.01.1821; Gestorben und begraben Freitag, 04.08.1882 ;
Die Eheleute Mayer starben innerhalb von vier Monaten. Vielleicht wurde deshalb ein Doppelgrab gewählt. Es ist das älteste auf diesem Friedhof. Im Nachruf auf dem Grabstein (Inschrift im Sockel) wird darauf hingewiesen. Der Vers ist ein Zitat aus Davids Totenklage auf Saul und Jonathan.
Unstimmigkeit in der Angabe des Sterbedatums von Sara Mayer: Die Angabe nach dem jüdischen Kalender weicht um genau eine Woche ab von der Angabe nach dem bürgerlichen Kalender: Der 17. Sivan 642 fiel auf Sonntag, den 4. Juni 1882.

Beschreibung

Material Rötlicher Sanstein
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit beschriftetem Sockel und doppeltem vorkragenden Rundbogenabschluss. Jedes Schriftfeld ist von einer umlaufenden Rahmenrille abgegrenzt, welche der Form des Rundbogens folgt.
Schrift Zentriert und Blocksatz, vertieft.
Symbol Die Form des Grabsteins erinnert an die Bundestafeln der Zehn Gebote.
Zustand Die Schrift im Sockel ist stark verwittert.

Zur Person

Simon Mayer wurde in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Markus Mayer und Gertud geb. Rindskopf. Seine Frau Sara war eine Tochter von Löb Rheinhold und Merle, geb. Heyum in Oberlahnstein. Sie heirateten am 26. August 1857 in Ober-Ingelheim.
Das Ehepaar hatte neun in Ober-Ingelheim geborene Kinder, von denen wahrscheinlich nur drei das Erwachsenenalter erreichten: 1. Amalie, geb. 22. April 1858, verh. am 23. Mai 1884 mit Julius Michels, Kaufmann in Bochum; 2. Markus, geb. 26. Mai 1859; 3. Emma, geb. 23. September 1860, verh. am 24. Dezember 1889 mit Joseph Löb Eisemann, gest. 31. Mai 1937 in Ober-Ingelheim; 4. Marius Moritz, geb. 20. Februar 1862, gest. 18. März 1889 in Ober-Ingelheim; 5. Rudolf, geb. 29. Januar 1865; 6. Rosa, geb. 9. Juli 1866, gest. 24. April 1867 in Ober-Ingelheim; 7. Jakob, geb. 30.Oktober 1867, gest. 5. Juni 1869 in Ober-Ingelheim; 8. Siegfried, geb. 13. August 1869, gest. 20. Mai 1872 in Ober-Ingelheim; 9. Leopold, geb. 19. Januar 1871.
Die Familie betrieb als Fruchthändler und Spezereikrämer ein Geschäft in der Stiegelgasse Nr. 51, Ecke Aufhofstraße. Ihre Tochter Emma (3. Kind) führte das Geschäft mit ihrem Mann Joseph Löb Eisemann weiter. Das Geschäft wurde erst durch die Verfolgungen während der nationalsozilistischen Diktatur aufgelöst. Simon Mayer war Mitglied des Ober-Ingelheimer Carneval-Vereins.

Zur Familie

Vater von Simon Mayer: Markus Mayer (ihl-0010)
Mutter von Simon Mayer: Gertrud Mayer geb. Rindskopf (ihl-0043?)
Tochter: Emma Eisemann geb. Mayer (Ingelheim, Jüdischer Friedhof Rotweinstraße, irw-0009)
Sohn: Marius Moritz Mayer (ihl-0075)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 222.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 142, 256-258, 304, 349, 398, 403, 568.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

heutiges Foto
2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-61
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