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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-57
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-57: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-57

Name


Awraham ben Jizchak Hakohen (Adolph Hirsch) [20.12.1878]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש צדיק וישר ירא אלהים‏‎ ein gerechter und aufrechter Mann, gottesfürchtig
‎‏וחנן אל דלים כמר אברהם ב׳‏‎ ›und den Darbenden zugetan‹, der geehrte Herr Awraham, Sohn des
‎‏יצחק הכהן ז״ל מת בדמי ימיו‏‎ Jizchak Hakohen, sein Andenken zum Segen, gestorben ›in der Blüte seiner Tage‹
‎‏בשם טוב ביום ו׳ ער׳ ש״ק כ״ד‏‎ 5 ›mit gutem Namen‹ am Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat, 24.,
‎‏ונקב׳ ביום ג׳ כ״ח כסלו תרל״ט לפ״ק‏‎ und begraben am Tag 3, 28. Kislev 639 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Adolph Hirsch
geb. am 18. September 1841,
gest. am 20. December 1878. 10
 Rückseite
Ruhe in Frieden
Es gedenken Dein
in Trauer hienieden
Deine Lieben.

 

 Zl 3: Spr 28,8  Zl 4: vgl. Jes 38,10  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Geboren 18.09.1841; gestorben Freitag, 20.12.1878 ; begraben vier Tage später;
Dieser Grabstein in Form eines Grabaltars/Cippus (vgl. ihl-0002) verwendet jüdische und nichtjüdische Symbole. Die Schale könnte eine Urne darstellen. Die drei Sterne (Himmel) und der vierfache Bogenfries (Erde) ergeben zusammen die Zahl sieben als heilige Zahl. Die segnenden Priesterhände deuten darauf hin, dass der Verstorbene aus der Priesterfamilie stammt, wie auch die Inschrift bestätigt. Die hebräische Inschrift ist traditionell aufgebaut und der deutschen im Sockel übergeordnet. Dies ist einer der wenigen Grabsteine in Ingelheim, die auch von der Rückseite beschriftet sind.
Namenskunde Der Verstorbene wird bei seinem Synagogalnamen Abraham genannt. Die Beziehung zwischen Synagogal- und Rufname ist hier nur in dem gleichen Anfangsbuchstaben gegeben.

Beschreibung

Material Rötlicher Sandstein
Beschreibung Hochrechteckige Stele auf doppeltem, profiliertem Sockel, vertieftes Schriftfeld mit vierfachem Bogenfries, gekehlter Rahmen, mehrfach profiliertes auskragendes Flachdach mit zentrierter Schale als Abschluss.
Schrift Schrift vertieft, zentriert und in Blockschrift, Name hervorgehoben.
Symbol Urne oder Schale; Segnende Priesterhände
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Leichte Verwitterung.

Zur Person

Adolph Hirsch wurde laut Familienliste am 17. September 1841 in Ober-Ingelheim geboren als Sohn von Siegmund Hirsch und seiner Frau Karoline, geb. Mayer. Er war Kaufmann in Ober-Ingelheim, wo er am 3. August 1869 Emma Levi aus Osthofen heiratete. Sie hatten drei Kinder: l. Ida, geb. 12. Mai 1870; 2. Eugenie, geb. 27. November 1871; 3. Otto Siegmund, geb. 1. November 1873. Adolph Hirsch starb in Heppenheim und wurde in Ingelheim begraben. Wahrscheinlich verließ die Witwe nach dem frühen Tod ihres Mannes die Stadt.
Ein Adolph Hirsch spendete laut Rheinhessischem Beobachter vom 21. Februar 1872 für die Errichtung des Niederwalddenkmals über Rüdesheim. Es ist nicht deutlich, ob es sich um ihn oder seinen Namensvetter handelt (siehe Familienliste Nr. 106). Diese Spende ist jedenfalls ein Indiz dafür, dass Angehörige der jüdischen Gemeinde von Ingelheim die nationale Bewegung mittrugen.

Zur Familie

Vater: Siegmund Hirsch (ihl-0022)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 108.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 110, 568.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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Dürsch, Klaus

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-57
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ihl-57
(letzte Änderungen - )

 

Steinheim-Institut
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