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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-36
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-36: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-36

Name


Michle ⚭ Uri Hakohen (Wilhelmine Kahn geb. Mayer) [29.06.1865]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏אשת חיל מרת‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, Frau
‎‏מיכלה אשת כ״ה‏‎ Michle, Gattin des geehrten Herrn
‎‏אורי הכהן מא׳ אינג‏‎ Uri Hakohen aus O(ber)-Ing-
‎‏עלהיים נפטרת בש׳‏‎ 5 elheim, verschieden ›mit gutem
‎‏טוב יום ה׳ ונקברת‏‎ Namen‹ Tag 5 und begraben
‎‏ביום עש״ק ו׳ תמוז‏‎ am Rüsttag des heiligen Schabbat, 6. Tammus
‎‏תרכ״ה לפ״ק בעבור‏‎ 625 der kleinen Zählung. Dafür,
‎‏שהלכה כל ימיה בדרך‏‎ dass die all ihre Tage den rechten
‎‏הישר בשכר זה ת׳‏‎ 10 Weg ging, zum Lohn dessen sei
‎‏נצב״ה וב״ה עכמ״י‏‎ ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens und sie möge wiederbelebt werden bei der Wiederbelebung der Toten mit allen Toten Israels,
‎‏[אמן‏‎]‏‎ [Amen]
[...]
[...]
Der Friede des He[rrn sei mit ihr] 15

 

 Zl 2: Spr 31,10  Zl 5f: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 29.06.1865 ; begraben am nächsten Tag
Es gibt in Ingelheim nur drei Grabsteine im gotisierenden Stil. Nur eine Familie verwendete ihn: Philipp Kahn (ihl-0047? unsicher, weil nicht mehr lesbar), hier der Stein für seine Frau, sowie der für das Enkelkind Bertha (ihl-0045). Der gotische Stil war umstritten. Er war einerseits der sakralste aller überkommenen Baustile, andererseits kamen in diesem Baustil aber auch Wünsche nach nationaler Einheit und Größe im Sinne des christlich-deutschen Mittelalters zum Ausdruck. Er symbolisierte die Anknüpfung an eine christliche und deutsche frühere Größe und wurde deshalb auch als deutscher Stil bezeichnet. Die Verwendung dieses Stils kann also als Zeichen der Assimilierung gedeutet werden. Dieser Stein deutet durch die zwei Bögen im Maßwerk die Bundestafel mit den 10 Geboten an und unterstreicht die Rechtschaffenheit der Verstorbenen, die im Nachruf ausgedrückt wird.
Abkürzung Zl 11: Die vollständig abgekürzte Inschrift lautet ausgeschrieben: ‎‏(תהיה) נשמתה צרורה בצרור החיים ולהחיותה בתחיית המתים עם כל מתי ישראל‏‎.

Beschreibung

Material Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit spitzbogigem Abschluss mit neugotischem Maßwerk mit vierblättriger Rosette im Giebel, und vertieftem Schriftfeld mit gekehltem Rahmen.
Schrift vertieft, Hebräisch rechtsbündig, Kopfzeile ist zentriert.
Zustand Das Grabmal ist vor allem im unteren Teil stark verwittert, die vermutlich dreizeilige deutsche Inschrift fast vollständig verloren.

Zur Person

Wilhelmine (auch Minchen und Minle) wurde um 1801 geboren als Tochter von Jakob Mayer und Hanna, geb. Seibel/Seckel in Limburg an der Lahn. Am 21. Juni 1826 heiratete sie den Ober-Ingelheimer Handelsmann und Metzger Philipp Uri Kahn, vor 1806 Feist Seligmann genannt.
Das Ehepaar hatte fünf in Ober-Ingelheim geborene Kinder: 1. Sigismund (Siegmund), geb. 17. April 1827; 2. Jakob, geb. 28. März 1831, gest. 3. Januar 1858; 3. Johannette, geb. 12. Juni 1833; 4. Moritz, geb. 9. März 1835, gest. 4. Mai 1904 in Ober-Ingelheim; 5. Abraham/Adolph, geb. 6. September 1838, gest. 6. November 1913 in Ober-Ingelheim, ledig.

Zur Familie

Gatte: Philipp Kahn (ihl-0047?)
Söhne: Jakob Kahn (ihl-0023); Moritz Kahn (ihl-0105); Abraham Kahn (ihl-0122)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 122.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 114.

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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2016-05-14
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-36
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