logo epidat: epigraphische Datenbank

Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [30/145]    »     »|
Edition Kommentar Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID ihl-31
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-31: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-31

Name


Menachem (genannt Oppenheimer) ben Issachar (Emanuel Oppenheimer) [19.04.1860]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש תם ויש׳ ה׳ מנחם‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹, Herr Menachem,
‎‏בן כ׳ יששכר המכונה‏‎ Sohn des geehrten Issachar, genannt
‎‏אפפענהיימער מאבעראינג‏‎ Oppenheimer aus Obering-
‎‏עלהיים נפטר בשם טוב ביום‏‎ 5 elheim, verschieden ›mit gutem Namen‹ am Tag
‎‏ה׳ כ״ז נ[יסן ונק]בר ביום א׳ יום א׳‏‎ 5, 27. Nissan, und begraben am Tag 1, 1. Tag
‎‏דר״ח אי[יר בשנ]ת תר״ך לפ״ק‏‎ von Neumond Ijar im Jahr 620 der kleinen Zählung.
‎‏בעבור [שהלך כ]ל ימיו בדרך היש׳‏‎ Dafür, dass er all seine Tage den rechten Weg ging,
‎‏בשכר [זה תהי]ה נשמתו צרורה בצ׳‏‎ zum Lohn dessen sei seine Seele eingebunden in das Bündel
‎‏החיים ולהחיותו בתחיית המתים‏‎ 10 des Lebens und er möge wiederbelebt werden bei der Wiederbelebung der Toten
‎‏עכמ״י אמן‏‎ mit allen Toten Israels, Amen
Hier ruhet
Emanuel Oppenheimer
von Oberingelheim
gest. am 27. Nisan 5620 15
Der Friede des Herrn sei mit
ihm.

 

 Zl 2: Ijob 1,8  Zl 5: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 19.04.1860 ; begraben am dritten Tag (s.u.)
Wenige wählten einen spitzbogigen Abschluss für den Grabstein (der formgleiche der Ehefrau, ihl-0039, sowie ihl-0036 und ihl-0047). Die Gotik galt im 19. Jahrhundert als "deutscher" Stil und drückte einerseits den Wunsch der Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft aus, andererseits war es ein Stil, der als typisch christlich angesehen wurde. Die Inschrift ist eine Mischung aus traditionellen Elementen und assimilierenden Einflüssen. So wird nicht nur der Synagogalname genannt, sondern auch der Familienname. Das Sterbedatum nach dem jüdischen Kalender wird auch im deutschen Text wiederholt. Die Symbolik des Efeukranzes findet sich auf jüdischen und christlichen Grabsteinen und sybolisiert Treue und Ewigkeit - die Symbolik passt hier zum Text.
Zln 4-5: Zeilenübergreifendes Wort.
Namenskunde Dem beliebten biblischen Namen Menachem ("Tröster") wurde hier als bürgerliches Pendant der ebenfalls biblische, aber bis weit ins 18. Jahrhundert hinein nur selten vergebene Name Emanuel ("Gott ist mit uns") zur Seite gestellt. Mendel und Mendle waren beliebte Koseformen des alten deutschen Namens Man(n), die aufgrund des Klanges mit Menachem assoziiert wurden. Angelehnt an diese Namen findet sich für Emanuel Oppenheimer auch der deutsche Vorname Wendel.

Beschreibung

Material Rötlicher Sandstein
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit spitzbogigem Abschluss und vertieftem Schriftfeld mit gekehltem Rahmen, darunter ein reliefierter bebänderter Efeukranz. Das Grabmal steht in einer Grabeinfassung.
Schrift vertieft, zentriert, Deutsch in Kursive
Ornament florale Verzierung, insbesondere bebänderter Efeukranz
Zustand Das Grabmal ist verwittert, ein Teil der Inschrift ist abgeblättert und ließ sich nur aus dem Zusammenhang rekonstruieren.

Zur Person

Emanuel Menachem/Mendle/Wendel Oppenheimer wurde am 12. Dezember 1794 in Nieder-Ingelheim geboren als Sohn von Bernhard Oppenheimer/Isack Baer und seiner ersten Ehefrau Beele, geb. Liebmann. Er wohnte in der Stiegelgasse in Ober-Ingelheim. Am 20. September 1813/15 heiratete er in Ober-Ingelheim Katharina/Karolina Wolf aus Limburg. Das Paar hatte neun Kinder:
1. Barbara, geb. 9. Februar 1817, gest. 28. März 1860, verh. mit Salomon Buff; 2. Eva, geb. 16. März 1819, verh. mit Josef Wickert (verkündet 1850); 3. Bernhard, geb. 23. Juni 1821, gest. 30. September 1826 in Ober-Ingelheim; 4. Johanne, geb. 10. Mai 1823; 5. Amalie, geb. 2. Februar 1825, verh. am 10. Juli 1854 in Ober-Ingelheim mit Moritz Scheuer; 6. Joseph, geb. 23. November 1826; 7. Isaak, geb. 23. Dezember 1828, verh. mit Rebekka Rothschild (verkündet Oktober 1866); 8. Wolfgang, geb. 23. Dezember 1830, gest. 23. April 1834 in Ober-Ingelheim; 9. Markus Emanuel, geb. 14. April 1833.
Laut Familienliste starb Emanuel Oppenheimer am 10. April, laut Grabinschriften am 19. April, nur wenige Tage nach seiner Tochter Barbara, neben der er beigesetzt wurde.

Zur Familie

Gattin: Katharina Oppenheimer geb. Wolf (ihl-0039)
Tochter: Barbara Buff geb. Oppenheimer (ihl-0030)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 275.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 158f., 565.

Fotografien

  «    »  

Schlotterbeck, Michael

heutiges Foto
2016-05-14
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-31
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ihl-31
(letzte Änderungen - )

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=ihl-31
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis