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Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße 145 Inschriften (1840-1932)

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ID ihl-4
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Ingelheim, Friedhof Hugo-Loersch-Straße, ihl-4: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ihl-4

Name


Feiel bat Marim Waldböckelheim ⚭ Feis (Philippine Mayer geb. Marum) [04.08.1842]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏נפטרת בשם טוב ה‏‎ es verschied ›mit gutem Namen‹ die
‎‏אשה מרת פייל בת‏‎ Frau, Frau Feiel, Tochter des
‎‏מארים וואלטבעקעל־‏‎ Marim Waldböckel-
‎‏היים אשת כ׳ פייס מא״א‏‎ 5 heim, Gattin des geehrten Feis aus Ober-Ingelheim,
‎‏ביום ה׳ עש״ק ער״ח אלול‏‎ am Tag 5, Rüsttag des heiligen Schabbat, Vorabend von Neumond Elul
‎‏תר״ב לפ״ק בעבור שגמלת‏‎ 602 der kleinen Zählung. Dafür, dass sie [nur Gutes] tat
‎‏ולא רע כל ימי חייה כפה‏‎ und nichts Schlechtes alle Tage ihres Lebens, ›ihre Hand [dem Armen]
‎‏פרשה ולא[ביון] שלחה ידיה‏‎ öffnete und dem Bedürftigen ihre Hände ausstreckte‹
‎‏ובדרך ה[ישר הד]ריך את‏‎ 10 und leitete auf den rechten Weg
‎‏בניה בשכר זה תנצב״ה‏‎ ihre Kinder, zum Lohn dessen sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עם כל מיתי ישראל אמן‏‎ mit allen Verstorbenen Israels, Amen

 

 Zl 2: bBer 17a  Zl 8f: Spr 31,20

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 04.08.1842 ; (s.u.)
Dieser Grabstein gehört zu den wenigen auf diesem Friedhof, die so ähnlich aufgebaut sind wie die auf dem Friedhof "Im Saal". Vielleicht war die Stele von ihrem Mann Vorbild für diesen Grabstein. Die Inschrift beginnt mit der üblichen Einleitungsformel. Es folgt ein langer Satz mit Angabe der Namen und des Sterbedatums, gefolgt von einer Eulogie (in der, aus Platzgründen?, mehrere Worte fehlen). Die Schlussformel ist hier noch, wie bei mehreren der frühen Grabsteine dieses Friedhofs, in der verlängerten Form und teilweise ausgeschrieben wiedergegeben.
Kleine Unstimmigkeit in der Datumsangabe: Laut Zeile 6 starb Feiel am "Tag 5, Rüsttag des heiligen Schabbat". Der Rüsttag des Schabbats ist jedoch der Freitag, und auf diesen Tag fiel auch der Vorabend von Neumond Elul. Die jüdischen Tage beginnen mit Sonnenuntergang. Hier wurde die Angabe "Tag 5" jedoch vermutlich entsprechend des deutschen "Donnerstag" verstanden, dann starb Feil am Donnerstag abend oder in der Nacht auf Freitag, jedoch vor Mitternacht, also noch am Donnerstag, aber nach Beginn des neuen jüdischen Tages, dem Rüsttag des Schabbats. Dies entspricht auch der Angabe im Sterberegister.
Zln 2-3 und 4-5: zeilenübergreifende Schreibweise (mit " gekennzeichnet).
Zln 4-5: Der Herkunftsort des Vaters wurde entsprechend deutscher Orthographie geschrieben, etwa "waltbekelheim".
Zl 10: "leitete": männliche statt weibliche Verbform.
Namenskunde Die Inschrift gibt als Name "Feiel" an, eine seit dem Mittelalter bei Juden belegte Ableitung vom Namen Viola. Als bürgerliches Pendant wurde mit "Philippine" ein gleich anlautender Namen gewählt. Aus anderen Quellen ist als Rufname der Frau "Bessel" überliefert, eine Ableitung von Elischewa/Elisabeth.
Abkürzung Zl 5: Abkürzung ‎‏מא״א‏‎ für "aus Ober-Ingelheim"; die beiden ‎‏א‏‎ wurden aus Platzgründen kleiner geschrieben.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit geschweiftem Rundbogenabschluss und vertieftem Schriftfeld.
Schrift vertieft
Abkürzungszeichen Tilde
Zustand Verwittert, einige Buchstaben sind nicht mehr zu lesen.

Zur Person

Philippine Luise Marum, vor 1808 Bessel genannt, wurde um 1784 in Waldböckelheim geboren als Tochter von Marum Koppel in Waldböckelheim und Karoline geb. Michel. Sie heiratete am 7. November 1809 in Ober-Ingelheim den aus Rheinpreußen stammenden Viehhändler Veith Mayer in dessen zweiter Ehe.
Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor: 1. Mo(i)ses, geb. 9. Oktober 1810, verh. am 16. Mai /Juni 1836 mit Johannette Marum, gest. 15. Juni 1886; 2. Max Marum (ab 1842 Maximilian), geb. 17. August 1813, nach Bingen verzogen; 3. Markus/Marcus, geb. 1. November 1814, gest. 14. Januar 1895 in Ober-Ingelheim, verh. am 27. Januar 1847 mit Sara Oppenheimer; 4. Karoline, geb. 27. Dezember 1819, verh. am 21. Juni 1841 mit Seligmann/Siegmund Hirsch; 5. Regine, geb. 24. Oktober 1822, verh. 1843 mit Wolfgang Kahn.
Philippine Luise Mayer führte nach dem Tod ihres Gatten das Geschäft weiter. Sie erhielt noch für 1841 und 1842 ein Handelspatent. Ihr fünftes Kind Regine besuchte im Jahre 1832 die evangelische Volksschule.

Zur Familie

Gatte: Veith Uri Mayer (Ingelheim, Jüdischer Friedhof Im Saal, Grabstein Nr. iis-0010)
Söhne: Moses Mayer (ihl-0070); Markus Mayer (ihl-0094)
Schwiegersohn: Siegmund Hirsch (ihl-0022)

Quellen / Sekundärliteratur

Familienliste, Nr. 208.
Hans-Georg Meyer und Gerd Mentgen: Sie sind mitten unter uns. Zur Geschichte der Juden in Ingelheim. Hrsg. vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V. Ingelheim, Kügler 1998, S. 136, 598, 620.
Hans-Georg Meyer: Es darf kein Efeu darüber wachsen. Jüdische Friedhöfe in Ingelheim, Ingelheim 1991, S. 54 und 71 (mit Abbildung).

Fotografien

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Schlotterbeck, Michael

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2016-05-14
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Zitation der Inschrift

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