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Halle (Westfalen) 46 Inschriften (1845-1927)

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TEI P5

Projekt

Die Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Halle in Westfalen wurde von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Lage

Der jüdische Friedhof in Halle in Westfalen liegt etwas zurückgesetzt an der Moltkestraße.

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Geschichte

Die bisher älteste Verzeichnung von Juden in Halle stammt aus dem Jahr 1687 für Isaac Lazarus und Levi Hertz. 1767 wurden im Einwohner-Verzeichnis vier Familien aufgeführt mit insgesamt etwa 25 Mitgliedern. Amsel Levi besaß das Haus Nr. 6 (Langestraße 32) und Wulf Levi das Haus Nr. 49 (Langestraße 59), im Haus Nr. 22 (Langestraße 13) lebte die Familie Herz und im Haus Nr. 32 (Langestraße 33) die Familie Jacob. Alle vier Familienoberhäupter waren als Schlachter und Händler tätig. In den folgenden Jahren ließ sich noch der Pferdehändler Feidel Stern mit seiner zehnköpfigen Familie in Halle nieder, sie bewohnten das Haus in der Langestraße 31.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mietet Feidel Stern das Haus in der Langestraße 39 und stellte es als Betraum zur Verfügung. Regelmäßig genutzt wurde es von ihm, seinem Sohn Philipp Stern, David Rosenbaum, Selig Weinberg, I. Sternberg und Bendix Goldschmidt aus Halle und von Nachmann Bergfeld und Salomon Wißbrunn aus Brockhagen, von Levi Kirschbaum aus Hörste, sowie von Moses Wißbrunn und Meyer Rose aus Steinhagen. Dies geht aus einem Schreiben des Feidel Stern an den Bürgermeister von Halle vom 01.12.1842 hervor. Am 14.05.1859 wurde das Haus Nr. 24 in der Viehstraße (heute Oldendorfer Straße) angemietet und als Synagoge eingeweiht. 1903 wurde sie wegen Mitgliedermangel geschlossen. Das Gebäude wurde 1982 abgerissen.

Der älteste heute noch existierende Grabstein des Jüdischen Friedhofs stammt aus dem Jahr 1845. Wann genau das Grundstück erworben wurde und ab wann es als Friedhof genutzt wurde ist nicht bekannt, jedoch verzeichnet die Hof- und Besitzkarte der Stadtgemeinde Halle und der Bauerschaften Oldendorf und Gartnisch von 1824 die Juden-Gemeinde bereits als Besitzer des Grundstücks und eine weitere Karte aus dem Jahr 1837 bezeichnet das Flurstück als Kirchhoff der Juden. Es lag damals weit außerhalb der Gemeinde.
1940 war der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, der Schlachter Moritz Isenberg, dazu gezwungen das Grundstück zu verkaufen. Zeitzeugen berichteten, dass der neue Besitzer, der Maurer August Köhne, die vorderen Grabsteine eingeebnet hat.
1951 wurde die mit Grabstätten belegte Fläche des Grundstücks an die Jewish Trust Corporation restituiert. Es gehört heute dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe und wird von der Stadt Halle erhalten und gepflegt. 1997 wurde der Friedhof in die Denkmalliste der Stadt Halle aufgenommen. Heute stehen noch 46 Grabsteine aus den Jahren 1845-1927 auf dem Grundstück.

Literatur

Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen 1914-1918. Ein Gedenkbuch, hrsg. vom Reichbund jüdischer Frontsoldaten, Berlin 1932

Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S. 65-67.

Volker Beckmann, Die jüdische Bevölkerung der Landkreise Lübbecke und Halle i.W. - Vom Vormärz bis zur Befreiung vom Faschismus (1815 - 1945), Dissertation Universität Bielefeld, 2000/2001 (überarb. 2015)

Archivalische Quellen

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 67, Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Halle, Kreis Halle mit den Orten Borgholzhausen, Brockhagen, Halle, Hörste, Werther (GHT 1815-1827); Steinhagen (GHT 1817-1822); Versmold (GT 1820-1821)

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 123, Zivilstandsregister der Juden für den Ort Werther (G 1815-1822, H 1821, T 1817-1821), Zivilstandsregister für die Gemeinde Halle, Kreis Halle mit den Orten Bockhorst, Borgholzhausen, Brokhagen, Cleve-Borgholzhausen, Halle, Hörste, Steinhagen, Versmold, Werther (GHT 1822-1847, Geschiedene 1823)

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 124, Zivilregister der Juden der Gemeinde Halle, Kreis Halle (Abschriften für den Gerichtsbezirk Halle) (GHT 1828-1847)

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe,P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 186, Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Halle, Kreis Halle mit den Orten Bockhorst, Borgholzhausen, Brockhagen, Halle, Hesselteich, Hörtse, Steinhagen, Werther, Versmold (G 1847-1874)

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 188, Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Halle, Kreis Halle mit den Orten Bockhorst, Borgholzhausen, Brockhagen, Halle, Hesselteich, Hörtse, Steinhagen, Werther, Versmold (T 1847-1874)

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 284, Belegakte zu dem Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Halle mit den Orten Bockhorst, Borgholzhausen, Brockhagen, Halle, Hesselteich, Hörtse, Steinhagen, Werther, Versmold (T 1847-1874)

Edition

Anna Martin

Fotografie

Paul Erdlen (1991) und (2017), Wolfgang Kosubek (2016), Nathanja Hüttenmeister (2018)

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Halle (Westfalen) (1845-1927 / 46 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hwf

 

Steinheim-Institut
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