logo epidat: epigraphische Datenbank

Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße 106 Inschriften (1620-1873)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [16/106]    »     »|
Edition Kommentar Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID hld-5
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-5: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hld-5

Name

David Halevi (?) [27.12.1735]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמן איש תם‏‎ ist geborgen ein lauterer und
‎‏וישר פרנס ומנהיג‏‎ aufrechter Mann, Vorsteher und Leiter
‎‏ועוסק באמונה‏‎ und beschäftigt in Treuen,
‎‏היקר כ׳ דוד ה{ל}וי‏‎ 5 der teure, der geehrte David Halevi (?),
‎‏נפטר יום ג׳ י״ב‏‎ verschieden Tag 3, 12.
‎‏טבת ונקבר יו׳‏‎ Tewet, und begraben Tag
‎‏ד׳ י״ג טבת תצ״ו‏‎ 4, 13. Tewet 496
‎‏לפ״ק תנצב״ה‏‎ der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏בג״ע אי״ו‏‎ 10 im Garten Eden, (mit den Seelen von) Awraham, Jizchak und Jaakow

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 27.12.1735 ; begraben am nächsten Tag
Zl 5: Die Lesung des letzten Wortes ist nicht ganz sicher. Vermutlich handelt es sich um den Namenszusatz "Halevi", der fehlende Buchstabe ‎‏ל‏‎ scheint in klein über dem Wort ergänzt worden zu sein.
Abkürzung Zl 10: Die Lesung und Auflösung der ersten Abkürzung in dieser Zeile ist nicht ganz sicher. Es handelt sich sicher um drei Buchstaben, gefolgt von drei weiteren Buchstaben für die drei Erzväter, Abraham, Isaak und Jakob. Vor allem aus den Memorbüchern sind abschließende Segensformeln mit den Namen der Erzväter (und -mütter) bekannt, in der Regel kombiniert mit dem üblichen Segenswunsch "Seine/ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens" nach 1 Sam 25,29, meist nach folgendem Schema: "Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens mit den Seelen von Abraham, Jizchak und Jaakow, (Sara, Riwka, Rachel und Lea) und den Seelen der übrigen gerechten Männer (und Frauen), die im Garten Eden sind, Amen". Ein vergleichbarer Segenswunsch ist auch hier zu vermuten.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geradem Abschluss mit abgerundeten Ecken. Die sorgfältig gearbeiteten Buchstaben der bis auf die mittig gesetzte Kopfzeile rechtsbündig angebrachten Inschrift füllen das gesamte Schriftfeld. Die Abkürzungszeichen wurden in Form von Wellenlinien, Häkchen, Sternchen und Punkten gestaltet. Die vertiefte Schrift war mit dunkler Farbe ausgelegt.
Symbol Die beiden Davidsterne rechts und links des einleitenden Wortes sind hier als Namenssymbole zu verstehen.
Zustand 2013 Der Stein ist in der Mitte diagonal gebrochen. Verwitterungsspuren am Schriftfeld. Die (sicher nicht originale) Farbe in den Buchstaben ist größtenteils abgeplatzt.

Zur Person

David Halevi(?) war Vorsteher und Leiter der jüdischen Gemeinde Hildesheim. Im Schutzbrief von 1708 ist er unter dem Namen David Lev aufgeführt.
Als im Mai 1732 die Hildesheimer Juden gegenüber ihrer Herrschaft Rechenschaft ablegen mussten über die Anzahl der in ihrem Haushalt lebenden Personen und eventuell noch ausstehende Schutzgelder, gab "David Leff" an, er wäre 90 bis 100 Jahre alt und gebürtig aus Meseritz in Polen. Seine Frau, eine Tochter des Chay Nathan, sei bereits verstorben. Bei ihm lebten noch ein verheiratetes Kind und "ein klein Juden Mettgen zu seiner auffwartung". Seine Kinder waren Hertz David, Chay David, Levin David, Pfeiffel David und eine Tochter, die mit Lazarus Isac von Schmalkalden verheiratet war. David Leff hatte ein eigenes Haus und "zehrete von dem seinigen".
Der Sohn Herz David war verheiratet mit der aus Sondershausen stammenden Sara, Tochter des Hoffaktors Alexander Cantor aus Bettenhausen.

Zur Familie

Schwiegersohn: Leiser ben Izek Schmalkalden (Grabstein Nr. hld-0013)

Quellen / Sekundärliteratur

Schutzbrief der Samtregierung der Stadt Hildesheim für die Juden in der Alt- und Neustadt vom 3. Februar 1708 (StA Hildesheim, Best. 100/84 und Abschrift im HStA Hannover, Hann. 27 Hildesheim H Nr. 4459; hier wiedergeben nach Abdruck bei Aufgebauer,s.u., S. 162f.).
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.
A. Lewinsky: "Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Stadt und Hochstift Hildesheim im 18. Jahrhundert", in: Blätter für jüdische Geschichte und Litteratur, III (1902), Nr. 9, S. 113-119, Nr. 11, S. 150-153; IV (1903), Nr. 1, S. 6-11 und Nr. 2, S. 20-22; hier III, Nr. 9, S. 114.
Sabine F. Bloch: "Von Kassel über Sondershausen nach Strelitz: Der Lebensweg des Schutzjuden und Hoffaktors Alexander Cantor zwischen 1680 und 1715", in: Festschrift Philipp Heidenheim. Beiträge zum Kolloquium "Jüdisches Leben in Thüringen" aus Anlass des 200. Geburtstages des Sondershäuser Rabbiners Prof. Philipp Heidenheim (1814-1906), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge XII), Sondershausen 2016, S. 12-28, hier S. 22 und S. 27, Anm. 40.

Fotografien

  «    »  

Georg Stockhofe

heutiges Foto
2014
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-5
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hld-5
(letzte Änderungen - 2016-01-20 09:57)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1735

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hld-5
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis