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Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße 106 Inschriften (1620-1873)

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ID hld-40
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-40: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hld-40

Name

Meir ben Israel (Mylius Meyerhof) [08.12.1828]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏עד הגל הזה לאיד‏‎ ›Zeuge sei dieser Hügel‹ ›für das Unglück‹
‎‏ועדה המצבה למעצבה‏‎ und ›Zeugin sei diese Stele‹ ›für die Pein‹,
‎‏תחתם שוכן עלם תמים דעים‏‎ unter ihnen ruht ein Jüngling, ›vollkommen an Einsicht‹,
‎‏נקטף עודהו באבו‏‎ ›gepflückt noch in seiner Blüte‹.
‎‏אהה! ספדו אהובים ורעים‏‎ 5 Ahh! Es betrauerten ihn Liebende und Freunde,
‎‏פנינה אבדנו בחבו‏‎ eine Perle ist uns verloren gegangen an seinem Schoß,
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏[...]‏‎ [...]
‎‏על׳ בן חמש ע[שרה ש]נה‏‎ ein Jüngling von fünfzehn Jahren,
‎‏הה! קדרות ואבל לבשו‏‎ 10 Wehe, in ›Dunkelheit‹ und Trauer kleideten sie sich,
‎‏מאיר בנו ישראל‏‎ Meir, der Sohn des Israel,
‎‏נרו נדעך פה עוד לא יאיר‏‎ seine Kerze erlosch, hier wird sie nicht mehr leuchten,
‎‏אך שמח כשחר בבוקר יעיר‏‎ doch glücklich wie die Morgenröte ›wird er am Morgen erwachen‹,
‎‏פה? שמשו בא עוד‏‎? [...]‏‎ hier ist seine Sonne untergegangen, noch [...]
‎‏[־־־]‏‎ 15 [---]
 Rückseite
Hier ruht
Mylius Meyerhof
geboren
am 4ten Kislef 5574
gestorben 20
am 2ten Tebeth 5589

 

 Zl 1: Gen 31,52 | Zl 1: Spr 17,5  Zl 2: Gen 31,52 | Zl 2: Jes 50,11  Zl 3: Ijob 37,16  Zl 4: Ijob 8,12  Zl 10: Jes 50,3  Zl 13: Jes 50,4

Kommentar

Datierung Geboren Samstag, 27.11.1813; gestorben Montag, 08.12.1828
Ein prächtiger Grabstein und eine aufwendig gereimte Eulogie voller Trauer um den frühen Verlust eines nur fünfzehnjährigen jungen Mannes, den der Text mit einer Perle und die Darstellung im Giebel mit einer perlenbesetzten Krone vergleicht, die hier nach den Sprüchen der Väter (4,13) nicht nur als "Krone des guten Namens", sondern auch als "Krone der Tora" für die Gelehrigkeit dieses "an Einsicht volkommenen" Jünglings zu deuten ist. Doch die Eulogie ist auch voller Hoffnung auf die Wiederbelebung am Ende der Tage: "Glücklich ... wird er erwachen" - symbolisiert durch den Schmetterling, ein Symbol für die Metamorphose der Seele, die sich nach dem kriechenden Dasein als Raupe auf Erden nun gen Himmel zum künftigen Leben erhebt.

Stilmittel

Reim auf -e'im in Zln 3+5, auf -abo in Zln 4+6

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Grabmal mit Giebel aus drei kleinen Bögen über zwei großen Voluten, darin eine große reliefierte Krone über einem kleinen Schmetterling.
Symbol Krone; Schmetterling
Zustand 2017 Das eingesunkene Grabmal ist vor allem in der Mitte sehr stark verwittert, die Inschrift teilweise verloren. Mindestens zwei Zeilen der hebräischen Inschrift sind im Boden verborgen.

Zur Familie

Großvater: Samuel Meyerhof (hld-0080)
Großmutter: Lea Hendel, Gattin des Schmuel Meyerhof (hld-0036)
Der 1813 geborene Mylius Meyer Meyerhof war ein Sohn von Israel Meyerhof und Henriette geb. Berend.

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-40
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hld-40
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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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