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Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße 106 Inschriften (1620-1873)

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ID hld-15
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-15: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hld-15

Name

Matle bat Ber SeGaL ⚭ Israel Wilner [04.04.1704]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏טמונה אשה חשובה‏‎ ist geborgen eine angesehene Frau,
‎‏הצדקת שיצא ממנה‏‎ die Gerechte, aus der hervorgingen
‎‏שני גדולה הדור מרת‏‎ zwei Größen der Generation, Frau
‎‏מטלה בת מהור״ר בער‏‎ 5 Matle, Tochter unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Ber
‎‏סג״ל אשת מהור״ר‏‎ SeGaL, Gattin unseres Lehrers, des Meisters, Herrn
‎‏ישראל וילנר הלכה‏‎ Israel Wilner, ›sie ging hin‹
‎‏לעולמה כ״ט אדר ב׳‏‎ in ihre Welt‹ 29. des zweiten Adar
‎‏תס״ד נתצב״ה בג״ע‏‎ 464. Es sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens im Garten Eden

 

 Zl 7f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 04.04.1704
Zln 3-4: Die (grammatikalisch nicht ganz korrekte) Wendung soll vermutlich darauf hinweisen, dass zwei Söhne von Mate und Israel Wilner es zu Ruhm und Ehre gebracht hatten.

Beschreibung

Lage Das Grabmal wurde in die Friedhofsmauer eingelassen und steht nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Beschreibung Große, schmalhohe Stele mit geradem Abschluss.
Zustand 2014 Beschädigung am Schriftfeld, deutliche Verwitterung.

Zur Person

Mates Gatte Israel Wilner ist höchstwahrscheinlich identisch mit Israel David Wulffer, der in dem am 24. Oktober 1662 ausgestellten Schutzbrief des Kölner Erzbischofs für die Hildesheimer Juden genannt ist. Dieser könnte wiederum identisch sein mit dem 1659 genannten "Israell aus der Wildauw", der "auch zu uns wegen Pollnischen Kriegeß hergekommen" war, wobei Aufgebauer nach S. Dubnow Wildau mit den Wilden Feldern, dem Gebiet der Saporoger Kosaken am unteren Dnjepr in der heutigen Ukraine identifiziert. Damit wäre Israel vor den heftigen antijüdischen Ausschreitungen im Zuge des Chmelnyzkyj-Aufstandes 1648-1657 ins Deutsche Reich geflohen. Ebenso möglich - und näher am hebräischen Namen - ist jedoch die Identifizierung des Ortes mit dem litauischen Wilna, das im Juli 1655 im Zuge des auf den Chmelnyzkij-Aufstand folgenden Russisch-Polnischen Krieges 1654-1667 von den Russen erobert und stark zerstört wurde.

Zur Familie

Schwiegertochter: Freudche bat Michel, Gattin des R. Fischel (Grabstein Nr. hld-0010)

Quellen / Sekundärliteratur

HStA Hildesheim, Hild. Br. 1 Nr. 4361 fol 19r; hier zitiert nach Aufgebauer, s.u., S. 127.
Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim, Bd. 12), Hildesheim 1984.

Fotografien

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Joachim-Dietrich Viereck

heutiges Foto
2014
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-15
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hld-15
(letzte Änderungen - 2016-01-20 09:57)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1704

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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