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Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße 106 Inschriften (1620-1873)

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ID hld-101
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-101: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hld-101

Name

Israel Wangenheim Hakohen (Israel Cohn Wangenheim) [23.07.1848]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏כ״ה ישראל וואנגנהיים‏‎ der geehrte Herr Israel Wangenheim
‎‏הכהן נפטר ביום א׳‏‎ Hakohen, verschieden am Tag 1,
‎‏כ״ב תמוז תר״ח לפ״ק‏‎ 22. Tammus 608 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 5 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruhet
Israel Cohn
Wangenheim
geb. 1781, gest. 23. Juli 1848

Kommentar

Datierung Geboren 1781; gestorben Sonntag, 23.07.1848

Beschreibung

Material Heller Sandstein
Beschreibung Kleine Stele mit Flachbogenabschluss.
Schrift Deutsch: Kursive
Zustand 2017 Vorne leichte, hinten stärkere Verwitterung.

Zur Person

Israel Cohn Wangenheim, auch Wangenreim, war ein Tuchfabrikant bzw. Tuchpresser und Decateur. Seine Frau Bella, auch Betty Cohn Wangenreim geb. Wolf, wandte sich 1813 mit drei Bittschriften an J.F.M. de Bongars, Generalinspektor der Gendarmerie im Königreich Westphalen, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken, der sich der Verbreitung einer antinapoleonischen "gazette" schuldig gemacht hatte: "Sie sei hochschwanger, kurz vor der Entbindung und mit Kleinkindern; der Familienernährer sei ihr genommen worden und die Last der Einquartierung laste auf ihr; die Geschäfte lägen darnieder; die sich kurz vor der Abreise befindlichen französischen Militärs, mit denen ihr Mann Handel trieb, könnten nicht bedient werden. Und sie sprach nicht zuletzt gezielt die Dankbarkeit für die neu erworbenen bürgerlichen Rechte im Kontext der Judenemanzipation aus, die eine intendierte Verfehlung unglaubwürdig mache: 'denken Sie ia nicht daß mein Mann solch ein Mensch ist, der schlechte Gedanken hatt, den seit dem die Franzosische Rechte eingeführt seyn, haben wir ia die Freiheit, eine Fabrique zu haben'. Auch wenn sie versuchte, die Gunst der westphälischen Staatsvertreter durch die lobende Benennung der Gesellschaftsreformen zu entfachen, bekam sie zunächst nicht ihren Mann, aber vorerst immerhin die Handelsbücher und Briefschaften zurück." (Paye, S. 260; s.u.).
Ein 1805 in Pattensen bei Hannover geborener Sohn ließ sich um 1823 auf den Namen Franz Theodor Wangenheim (auch Franz Theodor Wangenreim) taufen und wurde (auch unter dem Pseudonym Albert Adolf Zeune) ein bekannter deutscher Schriftsteller, bis er 1843 an der Cholera starb.

Zur Familie

Gattin: Bella Wangenreim (hld-0067)

Quellen / Sekundärliteratur

Claudie Paye: "Der französischen Sprache mächtig": Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen (1807-1813), (Pariser historische Studien, 100), 2013, S. 259f.
Artikel Franz Theodor Wangenheim in der Wikipedia (last visited 04.07.2018).

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hildesheim, Jüdischer Friedhof Teichstraße, hld-101
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Inschriften des Jahres 1848

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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