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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2154
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2154: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2154

Name


Jaakow ben Aharon Fürst [23.06.1725]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏אין זה כ׳א ב[ית] אל[קים] וזה שע׳ השמ׳‏‎ ›Dies ist nichts als das Haus des Ewigen und dies ist die Pforte des Himmels‹,
‎‏פ״נ‏‎ hier ist geborgen
‎‏יעקב הלך לדרכו דרך כל האר׳‏‎ ›Jaakow ging seines Weges‹, ›den Weg alles Irdischen‹,
‎‏ע[סק] מו״מ באמונה עם כל‏‎ er war beschäftigt mit Handel und Wandel in Treue mit allen
‎‏באי [ה]ארץ ׃‏‎ 5 ins Land Kommenden,
‎‏קדם וחשיך לבי כנשת[א]‏‎ früh und spät ging er zur Synagoge
‎‏במרץ ׃‏‎ mit Eifer,
‎‏בחצי ימיו ובשם טוב עזב‏‎ ›in der Hälfte seiner Tage‹ und ›mit gutem Namen verließ er
‎‏את הארץ׃ ה״ה כהר״ר‏‎ die Erde‹, es ist der geehrte Meister, Herr
‎‏יעקב בן האלוף כ׳ אהרון‏‎ 10 Jaakow, Sohn des Vornehmen, des geehrten Aharon
‎‏פערשט נפטר יום ש״ק‏‎ Fürst, verschied (am) Tag des heiligen Schabbat
‎‏ונקבר יו׳ א׳ י״ג תמוז תפ״[ה]‏‎ und ward begraben Tag 1, 13. Tammus 485
‎‏לפ״ק‏‎ der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Gen 28,17  Zl 3: Gen 32,2 | Zl 3: Jos 23,14  Zl 8: Jer 17,11  Zl 8f: Nach bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 23.06.1725 ; begraben am nächsten Tag
Die Eulogie öffnet mit einem Zitat aus dem Traumgesicht Jaakows in Bet-El, das zusammen mit dem folgenden Zitat, in dem der Name des Verstorbenen vorweggenommen ist, metaphorisch auf die Transzendenz des Übergangs der hiesigen Welt in die jenseitige aufmerksam macht und die Vergänglichkeit konstatiert.
Der Tatsache, daß Herr Jaakow auf der Berechnungsgrundlage von Ps 90 wohl kaum älter als 35 Jahre wurde, ein Alter, in dem nach biblischem Standpunkt ausschließlich Frevler aus der Welt genommen werden (Ps 55,24; 102,25), ist die tröstliche Formel "in gutem Namen" zur Seite gestellt. In der Skizzierung seines Lebenswandels ist betont, daß er auch in der profanen Sphäre des Berufslebens "in Treue" handelte, ein Ausdruck, der biblisch v.a. auf die Werke des Ewigen und Tätigkeiten von Personen, die auf das Heiligtum ausgerichtet sind, angewandt ist. Auch ist die Frömmigkeit des Verstorbenen eigens hervorgehoben.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 3-4, 6, 8: ‎‏יעקב‏‎ Jaakow

Beschreibung

Maße 1,770 x 0,610 x 0,150 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FK
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit eingezogen-geschweiftem, gestuft-vorkragendem Bogen und Eckakroterien. Reliefiert zwischen angedeuteten Pilastern ausgespannt ein an den Seiten mehrfach geraffter und oben zu einem Baldachin gebündelter Vorhang als Inschriftenfeld. Im Giebelfeld dem Bogenverlauf folgend einer Muschelform entwachsend eine Blattgirlande. Im Inschriftenfeld unter dem Baldachin die erste Zeile als Halbrund die Abkürzung ‎‏פ״נ‏‎ überwölbend. Die Zeilen 5 und 7 mit Rücksicht auf das Namensakrostichon zentriert stehend; ebenso die Abkürzung ‎‏תנצב״ה‏‎ halbzeilig nach unten versetzt zwischen die in ‎‏לפ‏‎ und ‎‏ק‏‎ zweigeteilte Abkürzung. Trennzeichen: Rauten und Doppelrauten; Abkürzungszeichen: Haken und Rauten. Verwitterungen im mittleren und oberen Teil des Inschriftenfeldes.
Ornament florale Verzierung, insbesondere Palmetten; gestalterische Verzierung, insbesondere aufgespannter Mantel
Zustand 2006 Verwitterung mittel;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2005: 1. Hebung der Grabstele; Ausrichtung + standsichere Versetzung ; 2. Reinigung mit Wasserdampf. (ausgeführt durch Fa. M. Kulmer)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1317, CII 434; Datum: 24.06.1725 (13. Tammus 485)
shha (JG 73): kein Eintrag auffindbar
Grunwald, S. 246, Nr. 989

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-04-22
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

heutiges Foto
1942-1944

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2154
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2154
(letzte Änderungen - 2013-06-03 06:58)

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-2154
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