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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1703
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1703: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1703

Name


Jeschajahu ben Nechemja Jaffe [18.09.1773]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏ישעי׳ מלא רוח עצה ותבונה ׃‏‎ ›Jeschajahu, erfüllt vom Geist des Rates und der Einsicht‹,
‎‏נשמתו עלה למעלה ׃‏‎ seine Seele stieg empor,
‎‏ישעי׳‏‎ Jeschajahu
‎‏כרוך ותני באספקלרי׳ המאירה ׃‏‎ ›wendete und lehrte‹ ›im lichten Spiegel‹,
‎‏שופרא דהאי ארעא בלעה ׃‏‎ 5 ›Schönheit, die diese Erde verschlang‹.
‎‏על כל דברי תימא דרש בשכלו ׃‏‎ Alle (talmudischen) Aussagen legte er aus mit Verstand,
‎‏ימיו עסק במילי דצבורא ודינהו ׃‏‎ sein Lebtag lang war er mit den Anliegen der Gemeinde und ihrer Gerichtsbarkeit beschäftigt,
‎‏רישא דבי דינא ורבנא‏‎ Haupt der Gerichtsbarkeit und Meister,
‎‏ספד[הו ח]ריף ובקי ומופלי׳‏‎ so ward er betrauert, ein Scharfsinniger, Kundiger und Ausgezeichneter
‎‏בתור[ה] זקן ונשוא פנים‏‎ 10 in der Tora, ›betagt und hochangesehen‹,
‎‏למד עם תלמידים מ׳ שנה‏‎ er lernte mit Schülern 40 Jahre lang,
‎‏הגאון מה״ו ישעי׳ רב״ד‏‎ der überragende Gelehrte, unser Lehrer, der Meister, Herr Jeschajahu, Erster (Assessor) des Rabbinatsgerichts
‎‏ומנהיג הקהילה ׃ ב׳ הגאון‏‎ und Leiter der Gemeinde, Sohn des überragenden Gelehrten,
‎‏מה״ו נחמי׳ יפה זצ״ל ׃ עלה‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Nechemja Jaffe, das Andenken des Gerechten zum Segen, er stieg empor
‎‏בישיבה של מעלה ׃‏‎ 15 ›zum himmlischen Lehrhaus‹
‎‏בריש שתא תקל״ד לפ״ק‏‎ am Neujahrstag 534 der Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: nach Jes 11,2; Dtn 34,9 u. Ijob 12,13  Zl 4: bSchab 34b | Zl 4: bSuk 45b  Zl 5: Zusammengesetzt aus bBer 5a und Jes 25,8  Zl 10: Jes 9,14  Zl 15: bBM 86a

Kommentar

Datierung Gestorben Sastag, 18.09.1773 ; begraben am nächsten Tag; Begräbnistag nach shha ergänzt.
Der ranghöchste unter den Rabbinatsassessoren, also der zweite Mann nach dem Oberrabbiner oder "Av Bet Din" (Vater des Gerichshofes), trug in den aschkenasischen Gemeinden den Titel "Rosch Bet Din" (Haupt des Gerichtshofes). Jesaja Jaffe, geboren in Breslau aus einer bedeutenden polnischen Rabbinerfamilie, amtierte in Altona unter drei Oberrabbinern und verwaltete sodann das vakante Amt kommissarisch während seiner letzten beiden Lebensjahre. Er wurde an der Seite eines seiner Vorgesetzten, des Oberrabbiners Jizchak Horowitz, beigesetzt und erhielt eine lange und ehrenvolle, zum Teil in talmudisch-aramäischer Sprache abgefasste Eulogie, die ihn als "Scharfsinnigen" und "viel Wissenden" die beiden Extreme der rabbinischen Kompetenz umgreifen lässt.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 3, 5-7: ‎‏ישעי‏‎ Jeschajahu

Beschreibung

Lage Planquadrate FF
Schrift erhaben
Symbol gebrochener Baum
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2006 in situ; Verwitterung leicht;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 2801, N 2983
shha (JG 73), S. 324, Nr. 8; der Toragelehrte und Rabbinische, Haupt der Gerichtsbarkeit und Leiter der Gemeinde, der überragende Gelehrte und Vorbild des Zeitalters, unser Lehrer, der Meister, Herr Jeschajahu Jaffe, gestorben in Altona, beigelegt links von unserem Herrn, unserem Lehrer und unserem Meister, dem überragend großen Gelehrten, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit der Dreigemeinden, unser Lehrer, der Meister, Herr Jizchak Halevi Horowitz (Nr. hha-1826, N 2982)
Duckesz, Chachme AHW, S. 48f., Nr. 54 (H) und 17 (D)
Duckesz, IWOH Lemoschaw, S. 63
Grunwald, S. 265, Nr. 2099

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 277

Wittkower, J.S.: Agudat perachim, Altona: 1880, S. 289, Nr. 11: (Inschrift abgedruckt)

Fotografien

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Bert Sommer

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2001-10-17
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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1942-1944

Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1703
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1703
(letzte Änderungen - 2015-07-21 22:38)

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-1703
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