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Hamburg-Altona, Königstraße 6023 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1668
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1668: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1668

Name

Schlomo Frenkel ben Hirsch ben Binjamin [28.05.1789]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏כרם שלמה‏‎ Weinberg des Schlomo,
‎‏כתר שם טוב‏‎ Krone des guten Namens,
‎‏שיר המעלות לשלמה הנה מדתו של שלמה‏‎ Lobgesang des Schlomo, hier ist die Tugend des Schlomo
‎‏כתר תורה כתר חכמה‏‎ Krone der Tora, Krone der Weisheit,
‎‏שלמה נקרא ידידיה‏‎ 5 Schlomo ist genannt Jedidjah, Gottgeliebt.
‎‏אשרי מי שבא לכאן‏‎ Wohl dem, der hierher kam
‎‏ותלמודו בידו‏‎ und sein lernen mit ihm.
‎‏שכיחא כאן במקום אחד תורה וגדולה‏‎ Angetroffen hier zugleich Tora und Größe,
‎‏למד תורה וגרס תדיר יומם ולילה‏‎ er lernte Tora und legte aus Tag und Nacht,
‎‏מזה בן מזה ריכא ובר ריכא מנה בן מנה‏‎ 10 ›Fürst, Sohn eines Fürsten‹, König und Sohn eines Königs, ›großer Gelehrter, Sohn eines großen Gelehrten‹,
‎‏הלך ראשון לבית הכנסת ולבה״מ ויצא אחרונ׳‏‎ als erster ging er hin zur Synagoge und zur Klaus und als letzter kam er hinaus,
‎‏פועל צדק רודף צדקה עובד מאהבה נוח‏‎ wirkt Gerechtigkeit, strebt Wohltat an, dient aus Liebe, angenehm
‎‏למעלה קנה חכמה לבש מדא ׃ איש‏‎ Oben, erwarb Weisheit, gekleidet mit Maß?, ›ein Mann
‎‏חיל שלשלת היוחסין מוכתר בנימוסין הרבני‏‎ von Tucht‹, von edler Ahnenkette, gekrönt mit Ehrentiteln, der Rabbinische,
‎‏המופלג בתורה מו״ה שלמה פרענקל‏‎ 15 ausgezeichnet in Tora, unser Lehrer und Meister, Herr Schlomo Frenkel,
‎‏בן לאותו צדיק מפורסם מו״ה הירש ר׳ בנימין‏‎ Sohn jener weitbekannten Gerechten, unseres Lehrers und Meisters, Herrn Hirsch, Sohn des Binjamin
‎‏מברלין משפחת רם נפטר ונקבר בשם טוב‏‎ aus Berlin; aus hoher Familie, verschieden und begraben mit großen gutem
‎‏גדול יום ה׳ ראשון דימי הגבלה תקמ״ט לפ״ק‏‎ Namen Tag 5, dem ersten der (drei) Tage der Umgrenzung 549 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 10: bBer 28a | Zl 10: bTaan 21b  Zl 13f: 2Sam 23,20

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Donnerstag, 28.05.1789 ;
Zl 3a: Ps 127,1; ‎‏מעלות‏‎, sind "Vorzüge", "hervorragende Eigenschaften" aber auch Stufen. Hier wird ‎‏שיר המעלות‏‎ mit "Lobgesang" übersetzt um die "vergebene" Krone der Tora zu begründen. In der Einleitung des Psalms lautet die gewohnte Wiedergabe: "Stufenlied", dessen Inhalt Mendelssohn wie folgt zusammenfaßt: "Ohne göttlichen Willen ist alles unausführbar".
Zln 1-4: Wiederholte Bezugnahme auf den weisen biblischen König und damit Anspielungen auf den Namen. Die drei Kronen, s. Av 4, 13 (resp. 17), allerdings gehört die hier genannte "Krone der Weisheit" nicht zu den dort erwähnten.
Zl 5: 2Sam 12,25; "Gottgeliebt", nach Torczyner.
Zln 6/7: bPes 50a.
Zl 8: bGit 49a.
Zl 10b: bBB 4a.
Zl 10c: Wörtlich: eine Münze, die von einer vollwichtigen Mümze abstammt.
Zl 12a: Ps 15,2.
Zl 12b: Spr 21,21.
Zln 12d/13a: Vgl. bBer 17a.
Zl 13b: bKid 32b.
Zl 14b: BerR 82,11; von angesehener Abstammung.
Zl 14c: bMeg 12b; ‎‏נימוס‏‎ vom griechischen, mit Bedeutung: Gesetz. An dieser Stelle jedoch gibt es unterschiedliche Auslegungen, zu den gängigeren zählt auch die hier gewählte: "Ehrentitel".
Zl 18: Die drei Tage der Umgrenzung sind die drei Tage vor dem Wochenfest, an dem der Überlieferung nach, die Tora Israel gegeben wurde. Diese Tage werden so bezeichnet, weil Mose das Volk "heiligen" und umgrenzen sollte, damit es den Berg Sinai nicht besteige. Der erste dieser Tage ist der 3. Sivan.

Stilmittel

Reim Reim.
Akrostichon in Zeilen 8-13: ‎‏שלמה פרענקל‏‎ Schlomo Fränkel

Beschreibung

Maße 1,600 x 0,850 x 0,130 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FD
Schrift erhaben
Symbol Krone
Zustand 2006 in situ; Beschädigung leicht;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2007: Grabmal lotrecht ausgerichtet, Endreinigung (ausgeführt durch Carl Schütt + Sohn GmbH)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1261, N 3037
shha (JG 73), S. 413, Nr. 12; der Toragelehrte, unser Lehrer, der Meister, Herr Schlomo, Sohn unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Hirsch Binjamin Frenkel aus Berlin, gestorben in Hamburg, begraben link von dem Vorsteher und Leiter, unser Lehrer, der Meister, Herr Jechiel Wallich (Nr. hha-1669, N 3036).
Duckesz, Chachme AHW, S. 86ff., Nr. 70 (H) und S. 30f. (D)
Grunwald, S. 244, Nr. 891

Fotografien

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Bert Sommer

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2001-10-16
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1668
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1668
(letzte Änderungen - 2015-10-19 06:30)

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