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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1511
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1511: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1511

Name


Bella bat Michel Schwerin [18.08.1709]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏חופת‏‎ ist der Baldachin
‎‏בתולה נשאת למעלה ׃‏‎ der Jungfrau, die nach oben vermählt wurde,
‎‏יקרה מאוד ומעולה ׃‏‎ sehr teuer und hervorragend,
‎‏לא זכתה למסכת כלה ׃‏‎ 5 sie gelangte nicht zum Traktat der Braut,
‎‏המלאה תשואת חן לה ׃‏‎ mit Heil und Grazie ward sie erfüllt.
‎‏על שופרה דבלע יללה ׃‏‎ Über die Schönheit die verging, heule,
‎‏בתולה נעימה בילה ׃‏‎ die anmutsvolle Jungfrau Bella,
‎‏בת אלוף כ׳ מיכל שווערין‏‎ Tochter des Vornehmen, des geehrten Michel Schwerin,
‎‏יצ״ו נפטרה יום א׳ י״ב אלול‏‎ 10 sein Fels und Erlöser behüte ihn, verschieden Tag 1, 12. Elul
‎‏ונקברה יום ג׳ י״ד בו ש׳‏‎ und begraben Tag 3, 14. desselben des Jahres
‎‏תס״ט לפ״ק‏‎ 469 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 18.08.1709 ; begraben am übernächsten Tag
Das junge Mädchen: Die Trauer des Dichters um ein Mädchen, das, obwohl bereits im heiratsfähigen Alter, kurz vor ihrer Verlobung starb, erinnert an Vorbilder antiker Poesie: Sie beschwört die Erinnerung an die verlorene leibliche Schönheit und tröstet sich mit der Vorstellung, die junge Verstorbene sei nun im oder mit dem Jenseits verlobt. "Aber dem Acheron bin ich vermählt", sagt die zum Tod verurteilte Antigone bei Sophokles. Doch das Wortspiel, Bella Schwerin habe den "Traktat der Braut" (einen kurzen nichtkanonischen Traktat des Babylonischen Talmud) nicht mehr durchnehmen können, gehört dem anspielungshaften jüdischen Gelehrtenhumor an.

Stilmittel

Verseulogie: sechszeiliges Namensgedicht mit durchlaufendem Reim und Akrostichon; dreihebige Verse
Reim auf -lah in Zln 3-8 (den Namen einschließend).
Akrostichon in Zeilen 3-6: ‎‏בילה‏‎ Bella

Beschreibung

Lage Planquadrate EO
Schrift erhaben
Ornament florale Verzierung, insbesondere Kranz, Palmetten
Zustand 2006 unterer Teil in situ, oberer liegend; Beschädigung leicht; histor. Foto gut;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2008/2009: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5113, S 1309
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 296, Nr. 3937

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 127

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2001-10-10
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

heutiges Foto
1942-1944

Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

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2010-2012

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1511
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1511
(letzte Änderungen - 2015-07-21 22:38)

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-1511
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