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Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID her-79
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-79: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-79

Name

Jizchak ben Menachem (Isaac Weinberg) [05.06.1829]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏[איש תם ו]ישר‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹,
‎‏[הלך תמים] ופעל‏‎ ›er wandelte in Lauterkeit und wirkte
‎‏[צדק ירא] אלהיו‏‎ Wohltat‹, seinen Gott ehrfürchtend
‎‏כל י[מיו] צדיק‏‎ 5 all seine Tage, ›ein Gerechter,
‎‏באמונתו חיה‏‎ der in seinem Glauben lebte‹,
‎‏ה״ה היקר יצחק‏‎ es ist der Teure, Jizchak,
‎‏ב׳ מנחם מת ביו׳‏‎ Sohn des Menachem, gestorben am 4.
‎‏ד׳ סיון ונקבר‏‎ Tag des Sivan und begraben
‎‏ביום ו׳ א׳ דשבוע׳‏‎ 10 am Tag 6, 1. (Tag) des Wochenfestes
‎‏תקפ״ט לפ״ק‏‎ 589 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht
Isaac Weinberg
gest. im Juni 1829, 15
im Alter von 45 Jahren.
Betrauert von der hinterlassenen
Wittwe Sophie Weinberg
und ihren fünf Kindern.
Friede seiner Asche! 20

 

 Zl 2: Ijob 1,8  Zl 3f: Ps 15,2  Zl 5f: Hab 2,4

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 05.06.1829 ; begraben am übernächsten Tag; (s.u.)
Die Eulogie in den ersten sechs Zeilen dieser hebräischen Grabinschrift ist sehr stark verwittert und stellenweise ganz verloren. Doch sie konnte anhand der Aufnahme von Bernhard Brilling vollständig rekonstruiert werden und ist aus sehr beliebten Zitaten zusammengesetzt und höchstwahrscheinlich einer Vorlage entnommen. Sie findet sich zum Beispiel in identischer Form in Schalom Hakohens 1820 in Wien erschienenen Briefsteller "Ketav Joscher" ( 0001).
Möglicherweise wurde die 1829 in dieser Form noch nicht allgemein übliche ausführliche deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabmals, die zweite auf diesem Friedhof nach 1825, nachträglich angebracht. Ab jetzt treten jedoch deutsche Inschriften vermehrt auf.
Unstimmigkeit in der Angabe des Sterbedatums: Der 3. Sivan (5)589 fiel auf Freitag, den 5. Juni 1829, der Begräbnistag am Tag des Wochenfestes auf Tag 1/Sonntag.
Zl 12: Der übliche Schlußsegen wurde nach der Abschrift von Prediger Goldmann ergänzt.

Beschreibung

Beschreibung Schmalhohe Stele mit eingezogenem kleinen Rundbogenabschluss, im Giebelfeld vorne ein reliefierter sechszackiger Stern mit eingeschriebener sechsblättriger Blüte, auf der Rückseite ein eingraviertes Ornament.
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2016 Die hebräische Inschrift ist sehr stark verwittert und stellenweise ganz verloren. Mindestens eine Zeile der hebräischen Inschrift ist im Boden verborgen.

Zur Person

1808 mussten der 1780 geborene Itzig Manchen, das ist Jizchak ben Menachem, der sich später Isaak Weinberg nannte, und sein Bruder Herz, Söhne von Manchen Meier zu Salzuflen, Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse geben, um Geleit zu Herford zu erhalten. Da es von seiten der jüdischen Gemeinde starke Zweifel an der Richtigkeit der Angaben des Herz Manchen gab, wurde diesem das Niederlassungsrecht nur befristet für ein Jahr erteilt und im folgendem Jahr einem weiteren Juden namens Meier Manchen aus Salzuflen, einem Bruder von Herz und Isaak, die Niederlassung ganz verwehrt, ebenso 1817 dem Bruder Wolf aus Salzuflen bzw. Stadthagen. Isaak erhielt schließlich 1816 die Erlaubnis, sich in Herford niederlassen zu dürfen. Im selben Jahr erlangte er die Bürgerrechte und nahm den Namen Weinberg als Familiennamen an.
Verheiratet war der Kaufmann und Schächter mit Sophie Seckeles aus Stadthagen. Um 1817 wurde die Tochter Minna geboren, 1820 wurde in Herford die Tochter Mathilde geboren, 1824 die Tochter Johanna, 1827 die Tochter Doris und im Oktober 1829, vier Monate nach seinem Tod, der Sohn Isaac, der nach seinem Vater benannt wurde. Isaac Weinberg starb im Alter von 49 Jahren an einer "Lungenentzündung". Seine Witwe heiratete nach seinem Tod erneut.

Zur Familie

Gattin: Sophie Weinberg verw. Weinberg geb. Seckeles (her-0054)
Sohn: Emanuel Weinberg (her-0081)
Töchter: Mathilde Weinberg (her-0014); Minna Strelitzer geb. Weinberg (her-0102)

Quellen / Sekundärliteratur

Sta Herford, A 10.56, Nr. 28 (06.04.1808), Nrn. 128-135, 138-140, 142-143.
Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestalen-Lippe, P2, 126: Zivilstandsregister der Juden der Stadt Herford (GHT 1822-1847), S. 6 (G Johanna), S. 8 (G Doris), S. 10 (G Isaac), S. 33 (H Minna; mit falscher Vatersangabe), S. 40 (T).
Abschriften von 31 hebräischen Grabinschriften des Herforder Friedhofs, erstellt 1928 von Prediger Goldmann (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, Bestand P 10, Nr. 11), Nr. 10.
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 46, 48, 65.

Fotografien

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Bernhard Brilling

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1965
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Jürgen Escher

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2016
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Anna Martin

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-79
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=her-79
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