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Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID her-78
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-78: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-78

Name

Jehuda ben Refael (Levi Raphaelsohn) [08.12.1850]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תם וישר ה״ה יהודה בר‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹, es ist Jehuda, Sohn
‎‏מהר״ר רפאל מת יום א׳ ג׳ טבת‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Refael, gestorben Tag 1, 3. Tewet
‎‏תר״י לפ״ק‏‎ 610 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 5 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Levi Raphaelsohn
starb im Alter von 66
Jahren am 8ten December
1850

 

 Zl 2: Ijob 1,8

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 08.12.1850 ; (s.u.)
Die hebräische Datumsangabe stimmt nicht ganz: Der 8. Dezember 1850 fiel auf Sonntag/Tag 1, den 3. Tewet des Jahres (5)611, nicht (5)610. Hier wurde also offensichtlich das Sterbedatum nach dem bürgerlichen Kalender falsch in das Sterbedatum nach dem jüdischen Kalender umgerechnet.

Beschreibung

Beschreibung Schmalhohes Grabmal mit stark eingezogenem Giebelaufsatz, welcher mit einem Relief aus stilisierten Efeu-Ranken verziert ist. Das Grabmal des vier Jahre später gestorbenen Sohnes Rudolph (her-0075) wurde ähnlich gestaltet, aber ausführlicher beschriftet.
Schrift vertieft
Ornament florale Verzierung
Zustand 2016 Das Grabmal ist stellenweise stark verwittert, vor allem auf Höhe der deutschen Inschrift.

Zur Person

Der "Handelsdiener" Levi oder Löb Raphaelson stammte aus dem badischen Königsbach. Laut der Liste von 1812 war er 1789 geboren worden als Sohn von Raphael und Renendel, die beide 1812 bereits verstorben waren. Er kam zunächst als Knecht von Selig Werthauer nach Herford. 1818 wurde es ihm zunächst verwehrt, sich als Handelsmann in Herford zu etablieren, er betrieb aber bereits Handel auf eigene Rechnung, während er noch Handelsknecht von Meyer Franck (her-0065) war. Erst im Januar 1821 gelang es ihm, die Bürgerrechte zu erlangen und als Gewerbetreibender mit kaufmännischen Rechten in die Gewerbesteuerrolle der Stadt aufgenommen zu werden und betrieb einen Handel mit Ellenwaren.
Levi Raphaelson war verheiratet mit Veilchen geb. Steinberg. 1824 wurde seine Tochter Malwine geboren, 1825 die Tochter Jette, 1827 der Sohn Raphael. 1829 und 1830 kamen Kinder tot zur Welt, 1831 wurde die Tochter Friederique geboren, 1834 die Tochter Rosalie, 1836 der Sohn Aron Levisohn, 1838 die Tochter Beßche, 1841 die Tochter Hanchen, 1843 die Tochter Caroline.
Laut Sterberegister starb Levy Raphaelson im Alter von 62 Jahren an "Lungenschwindsucht".

Zur Familie

Söhne: Rudolph Raphaelsohn (her-0075); Aron Raphaelsohn (her-0187)
Tochter: Malwine Raphaelson (her-2000)

Quellen / Sekundärliteratur

Sta Herford, A 10.56, Nr. 167 (21.04.1818), Nrn. 181-185, 202, 204-207, 210.
Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestalen-Lippe, P2, 126: Zivilstandsregister der Juden der Stadt Herford (GHT 1822-1847), S. 5 (G Tochter Malwine), S. 7 (G Tochter Jette), S. 8 (G Sohn Rudolph Raphael, S. 10 (G Anonymus), S. 11 (G Anonymus), S. 12 (G Friederique), S. 14 (G Rosalie), S. 15 (G Levisohn), S. 17 (G Beßche), S. 19 (G Hanchen), S. 22 (G Caroline).
Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestalen-Lippe, P2, 293: Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Herford mit den Orten Enger, Herford, Melbergen, Oeynhausen (Neusalzwerk), Spenge, Stift Berg, Wallenbrück (T 1848-1874), S. 5, Nr. 8.
Bernhard Brilling, "Die ältesten Grabsteine des jüdischen Friedhofs von Herford 1680-1808. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Herford", in: Herforder Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Stiftes Herford 6 (1965), S. 49.
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 57, 59.

Fotografien

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Jürgen Escher

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Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-78
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