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Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID her-72
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-72: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-72

Name

Vogel bat David Mehler SeGaL [10.03.1710]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏נטמנה אשה החשובה‏‎ ist geborgen eine Frau, die Angesehene
‎‏והחסידה מרת פאגל בת‏‎ und die Fromme, Frau Vogel, Tochter
‎‏הקצין הר״ר דוד מילר סג״ל‏‎ des Einflußreichen, des Meisters, Herrn David Mehler SeGaL,
‎‏זצ״ל מפולדא העסקה כל‏‎ 5 das Andenken des Gerechten zum Segen, aus Fulda, sie war beschäftigt all
‎‏ימי׳ במצות ה׳ ומגדלת בני׳‏‎ ihre Tage mit den Geboten des Ewigen, und sie erzog ihre Kinder
‎‏לתורה בזכות זה תנצב״ה‏‎ zur Tora, um dessentwillen sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏עש״צ וצדקניות בג״ע אמן‏‎ mit den übrigen gerechten Männern und Frauen im Garten Eden, Amen
‎‏והלכה לעולמה ביו׳ ב׳ ח׳ אדר שני ת״ע ל׳ ונקברה בו ביום‏‎ Und ›sie ging hin in ihre Welt‹ am Tag 2, 8. des zweiten Adar 470 der Zählung, und wurde begraben an eben jenem Tag
‎‏בהערפורט‏‎ 10 in Herford

 

 Zl 9: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben am Montag, 10.03.1710

Beschreibung

Beschreibung Stele mit dreifachem Rundbogenabschluss, im Giebelfeld ein reich verziertes Medaillon mit dem ersten Wort der Inschrift, "Hier", von Füllhörnern flankiert und von Blumen umrankt. Die Inschrift füllt das gesamte Schriftfeld aus, die erste und letzte Zeile sind zentriert, die beiden letzten Zeilen mit dem Sterbedatum und der Ortsangabe sind in deutlich kleineren Buchstaben geschrieben.
Schrift vertieft
Ornament florale Verzierung
Zustand 2016 Leichte Verwitterung, ansonsten in gutem Zustand.

Zur Person

Nach Brilling war Vogel, die aus einer bekannten Rabbiner-Familie in Fulda stammte, laut Memorbuch der Gemeinde Beverungen die Gattin des Benjamin Isaac Spiro, Vorsteher der jüdischen Gemeinde Beverungen und ein Mitglied der ältesten Familien dieser jüdischen Gemeinde. Vermutlich lebte Benjamin Isaac Spiro vorübergehend in Herford, wo seine Frau starb. Hier scheint auch der Sohn David Isaac Spiro geboren worden zu sein, der später in Berlin lebte, 1764 dort starb und David Herford und David Beverungen genannt wurde.
Allerdings bietet sich aufgrund der Steingestaltungen noch eine weitere Identifizierung an: Auf dem Grabstein des 1717 gestorbenen Herz Levi (her-0082) sind seine Eltern durch zwei kleine Bildzeichen symbolisiert: Ein Löwe für den Vater namens Jehuda Löb, das ist Levi Levi (her-0066), und ein kleiner Vogel, vermutlich für dessen Frau, die die Zweige halten, auf denen Herz (=Hirsch) durch kleine Hirsche symbolisiert wird. Zudem ist dieser Grabstein sehr ähnlich gestaltet wie der des Herz Levi. Dies läßt vermuten, dass es sich bei Vogel um die namentlich nicht belegte Gattin des Levi Levi, einem Sohn des brandenburgischen Hoffaktors Berend Levi handelt. Levi Levi starb bereits 1679 und hinterließ seine Frau mit "vielen, teilweise noch unmündigen Kindern in großer Armut" (Brade s.u., S. 27). Daher ist sehr wahrscheinlich, dass seine Frau nach seinem Tod eine weitere Ehe einging, um sich und die Kinder versorgt zu wissen. Und vielleicht war dieser zweite Gatte der bei Brilling genannte Benjamin Isaac Spiro? Und vielleicht war dieser wiederum verwandt mit Levi Levi, denn auch dieser trug, wie den Grabinschriften seiner Söhne zu entnehmen ist, zusätzlich den Vornamen Binjamin.

Zur Familie

(1.?) Gatte?: Levi Levi (her-0066)
Sohn: David ben Binjamin Jizchak aus Herford (Jüdischer Friedhof Berlin, Große Hamburger Straße, Inschrift Nr. 0718)

Quellen / Sekundärliteratur

Abschriften von 31 hebräischen Grabinschriften des Herforder Friedhofs, erstellt 1928 von Prediger Goldmann (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, Bestand P 10, Nr. 11), Nr. 19.
Bernhard Brilling, "Die ältesten Grabsteine des jüdischen Friedhofs von Herford 1680-1808. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Herford", in: Herforder Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Stiftes Herford 6 (1965), S. 41 (Nr. IX).
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 24-27.

Fotografien

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Bernhard Brilling

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1965
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1965
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Jürgen Escher

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2016
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-72
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=her-72
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