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Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID her-54
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-54: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-54

Name

Selka ⚭ Weinberg (Sophie Weinberg verw. Weinberg geb. Seckeles) [20.04.1873]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Hier ruht
Frau M. Weinberg, geborene
Seckeles
geboren 2. April 1797, gestorben 20. April 1873
Ruhe ihrer Asche! 5
 Rechte Seite
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה זלקה אשת וויינבערג‏‎ die Frau Selka, Gattin des Weinberg,
‎‏נולד בשנת תקנ״ז ונפטר כ״ט ניסן‏‎ geboren im Jahr 557 und verschieden am 29. Nissan
‎‏תרל״ג לפ״ק‏‎ 633 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.
 Rückseite
Jes 32,17
Das Werk der Tugend wird Friede sein,
Ihr Bewirken Ruh' und Sicherheit
auf ewig!
 Linke Seite
‎‏אשה ישרה ונעימה‏‎ 15 Eine aufrechte und anmutsvolle Frau,
‎‏הלכה בדרך תמימה‏‎ ›sie ging auf makellosem Wege‹,
‎‏עשתה צדקה כל ימיה‏‎ ›Wohltat erwies sie all ihre Tage ‹
‎‏והדריכה לתורה את בניה‏‎ ›und leitete ihre Kinder zur Tora‹

 

 Zl 16: Ps 101,6  Zl 17: Ps 106,3  Zl 18: bShab 127a

Kommentar

Datierung Geboren 02.04.1797, gestorben 20.04.1873
Die hebräische Insschrift für Selka Weinberg nähert sich in ihren Formulierungen der deutschen Inschrift an: Sie nennt nicht mehr den traditionellen Vater- oder Gattennamen, sondern gibt nur den bürgerlichen Familiennamen an und die Angabe der Daten umfassen auch das Geburtsjahr, während in einer traditionellen hebräischen Grabinschrift Geburtsdaten nicht angegeben werden.
Selka Weinberg wird mit einer kleinen gereimten hebräischen Eulogie und mit einem Jesaja-Zitat geehrt. Die hebräische Eulogie wurde vermutlich einem Musterbuch entnommen. Sie findet sich zum Beispiel in identischer Form in den Mustergrabschriften im von Seligmann Baer herausgegebenen Gebet- und Erbauungsbuch "Tozeoth Chajim" wieder (dritte verbesserte und vermehrte Auflage, Rödelheim 1871, S. 346, Nr. 17). Das in Deutsch wiedergegebene Jesaja-Zitat (32,17) ist hier noch auf einem anderen Grabstein zu finden, bei der 1862 gestorbenen Flora Berliner geb. Weil (her-0046), allerdings in einer anderen - freieren - Übersetzung.

Stilmittel

Reim auf -ima in Zln 15-16 und auf -ejha in Zln 17-18.

Beschreibung

Beschreibung Hohe Stele auf Postament, in Form eines Türmchens mit aufwändigem gotischen Dekor.
Zustand 2016 Weitgehend gut erhalten. Die deutschen Inschriften sind leicht verwittert.

Zur Person

Sophie Seckeles/Säkel, Tochter des Stadthagener Kaufmanns Seckel und seiner Frau Hanna Johanna, war in erster Ehe verheiratet mit dem Kaufmann und Schächter Isaac Weinberg. Um 1817 wurde die Tochter Minna geboren, 1820 wurde in Herford die Tochter Mathilde geboren, 1824 die Tochter Johanna, 1827 die Tochter Doris und im Oktober 1829 der Sohn Isaac, der nach seinem vier Monate zuvor verstorbenen Vater benannt wurde. Die junge Witwe und fünffache Mutter heiratete 1830 in zweiter Ehe den Schuster Manchen Weinberg, der umherzog, um Bestellungen auf rohe Tierhäute zu suchen, bevor er sich aös Kaufmann etablierte. 1831 wurde die Tochter Riekchen geboren, 1834 die Tochter Bertha, 1837 der Sohn Simon, 1840 die Tochter Röschen. Sophie starb im Alter von 76 Jahren an "Altersschwäche".

Zur Familie

Mutter: Hanne Seckeles (her-2001)
1. Gatte: Isaac Weinberg (her-0079)
Sohn: Emanuel Weinberg (her-0081)
Töchter: Mathilde Weinberg (her-0014); Minna Strelitzer geb. Weinberg (her-0102)
2. Gatte: Manchen Weinberg (her-0109)
Tochter: Rikchen Marcus geb. Weinberg (her-0155)
Schwiegertochter: Rika Weinberg geb. Rosenbaum (her-0069)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestalen-Lippe, P2, 126: Zivilstandsregister der Juden der Stadt Herford (GHT 1822-1847), S. 6 (G Johanna), S. 8 (G Doris), S. 10 (G Isaac), S. 12 (G Riekchen), S. 14 (G Bertha), S. 16 (G Simon), S. 18 (G Röschen), S. 31 (H), S. 33 (H Minna).
Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestalen-Lippe, P2, 293: Zivilstandsregister der Juden der Gemeinde Herford mit den Orten Enger, Herford, Melbergen, Oeynhausen (Neusalzwerk), Spenge, Stift Berg, Wallenbrück (T 1848-1874), S. 18, Nr. 88.
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 65.

Fotografien

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Jürgen Escher

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-54
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=her-54
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