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Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID her-31
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-31: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-31

Name

Hewe bat Joel (Eva Seligmann) [10.06.1816]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האשה החשובה‏‎ die angesehene Frau,
‎‏מרת העווי בת הר״ר‏‎ Frau Hewe, Tochter des Meisters, Herrn
‎‏יואל ז״ל נפטרת‏‎ Joel, sein Andenken zum Segen, verschieden
‎‏ביום ג׳ ד״י סיון‏‎ 5 am Tag 3, 14. Sivan
‎‏[־־־]‏‎ [---]

Kommentar

Datierung Gestorben 10.06.1816 ; (s.u.)
Laut der Quellen starb Eva Seligmann am 3. Juni 1818. Doch die auf dem Grabstein noch zu lesende Angabe von Wochentag und Monatstag entspricht dem 10. Juni 1818.
Namenskunde Der Name Hewe ist eine Koseform des biblischen Namen Chava, der biblischen Eva.

Beschreibung

Material Sandstein
Beschreibung Kleines Grabmal mit barocker Form.
Schrift vertieft
Zustand 2016 Das Grabmal ist verwittert und an den Rändern beschädigt.

Zur Person

Eva wurde 1753 geboren als Tochter von Joel Philipp aus Minden, der 1754 das Geleit auf Herford erhalten hatte. Von ihren vier Brüdern und drei Schwestern erhielt nur ein Bruder das Aufenthaltsrecht für Herford. 1779 hatte sie Salomon Samuel aus Lünen geheiratet, kehrte aber schon nach vierzehn Wochen nach Herford zurück und ließ sich scheiden. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1770 führte sie hier gemeinsam mit ihrer Mutter einen Galanteriewarenladen. 1795 beteiligte sie sich in Herford an einer Auktion, um entsprechende Artikel zu ersteigern, und 1805 hatte sie, nach einer Zeit großer Armut, wieder das gleiche Steueraufkommen wie ihr Bruder erreicht.
Allerdings geriet sie damit offensichtlich in Konkurrenz zur örtlichen Kaufmannsschaft: Nach dem Tod ihrer Mutter wurde sie, da sie keinen eigenen Schutzbrief für Herford besaß (sie hatte offiziell als Magd bei ihrer Mutter gelebt), zur Aufgabe ihres Geschäftes gezwungen, wogegen sie sich nach französischer Besetzung unter Bezug auf die französischen Emanzipationsgesetze zu wehren versuchte. Dabei scheiterte sie zunächst als Frau an den Bestimmungen, dass Frauen nicht zugelassen waren in den Zünften. Erst als im August 1808 die Zünfte aufgehoben wurden, konnte sie ihr Geschäft weiterführen. Bald zahlte sie mit ihrem Bruder Joel die meisten Steuern der Gemeinde, doch ging ihr Umsatz bis 1815 stark zurück, am 3. (10.) Juni 1816 starb sie verarmt im Alter von 65 Jahren an "Auszehrung".

Zur Familie

Vater: Joel Philipp (her-0090)
Mutter: Jerucham bat Hirz (her-0071)

Quellen / Sekundärliteratur

Abschriften von 31 hebräischen Grabinschriften des Herforder Friedhofs, erstellt 1928 von Prediger Goldmann (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, Bestand P 10, Nr. 11), Nr. 16.
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 38, S. 50-56, S. 82 und S. 153, Anm. H 2.

Fotografien

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Bernhard Brilling

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1965
recto

Anna Martin

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2017
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-31
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=her-31
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