logo epidat: epigraphische Datenbank

Herford 262 Inschriften (~1679-2013)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [18/262]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID her-64
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-64: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?her-64

Name

Jehuda ben Meir (Levi Meyer) [30.04.1797]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש וישר‏‎ ein Mann, [lauter?] und aufrecht
‎‏בנדיבים אשר‏‎ inmitten der Wohltäter, welcher
‎‏הלך בדרך טובים‏‎ ging ›den Weg der Guten‹,
‎‏ה״ה כ״ה יהודא בן‏‎ 5 es ist der geehrte Herr Jehuda, Sohn des
‎‏כ״ה מאיר ז״ל‏‎ geehrten Herrn Meir, sein Andenken zum Segen,
‎‏מערלינגהויזען‏‎ aus Oerlinghausen,
‎‏נפטר ונקבר ביום‏‎ verschieden und begraben am Tag
‎‏א׳ ד׳ אייר תקנ״ז‏‎ 1, 4. Ijar 557
‎‏לפ״ק‏‎ 10 der kleinen Zählung.

 

 Zl 4: Spr 2,20

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 30.04.1797
Bei diesem Grabstein steht die schöne Gestaltung der hebräischen Buchstaben in deutlicher Diskrepanz zu den Fehlern im hebräischen Text, die auf den Steinmetzen zurückgehen.
Die Eulogie wurde möglicherweise einer Vorlage entnommen: Genauso beginnt zum Beispiel die Musterinschrift für "einen aufrechten Mann", welche auch im "Cheleq rishon mi-Sefer Hachajim" wiedergegeben ist, gedruckt 1790/91 von Seckel ben Aharon in Sulzbach ( 0002), einem der beliebten Kompendien mit Gebeten rund um Krankenbesuch, Sterben und Tod, die oft auch Musterinschriften enthielten.
Zl 2: Wahrscheinlich fehlt hier ein Wort oder das ‎‏ו‏‎/"und" vor "aufrecht" muss durch den Artikel ‎‏ה‏‎ ersetzt werden: "Der aufrechte Mann inmitten der Wohltäter".
Zl 3: Der zweite Buchstabe der Zeile ist überflüssig.
Zl 4: Hier vergaß der Steinmetz zunächst einen Buchstaben und fügte ihn später ganz klein ein.

Stilmittel

Reim auf -wim in Zln 3-4.

Beschreibung

Material Grauer Sandstein
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geschweiftem und eingezogenen kleinen Rundbogenabschluss. Die Inschrift ist rechtsbündig angebracht, Kopf- und Schlusszeile sind zentriert und durch größere Buchstaben hervorgehoben.
Zustand 2016 Leichte Beschädigungen am Rand. Da das Grabmal einbetoniert ist, ließ sich nicht mehr überprüfen, ob der übliche Schlußsegen im Boden verborgen ist.

Zur Person

Jehuda bzw. Levi Meyer war einer von mindestens drei Söhnen des Meier Arend zu Oerlinghausen. Brilling schreibt: "Am 21. Dezember 1725 hatte Meier Arend das lippische Geleit auf Oerlinghausen erhalten. Nachdem bereits sein Sohn Michel 1755 ein Geleit auf Oerlinghausen erhalten hatte, wurde das Geleit des Meier Arend 1762 auf seinen anderen Sohn Arend Meier in Oerlinghausen übertragen. Ein dritter Sohn lebte in Herford namens Jehuda bzw. Levi Meyer. Bei diesem hielt er sich wohl z. Zt. seines Todes auf und wurde also auch dort in Herford beerdigt. Die Nachkommen des Meier Arend in Oerlinghausen und in Herford nahmen den Familiennamen: Meyer an." (Brilling, Herford, S. 46).
Verheiratet war der Trödelhändler Levi Meyer mit Vogel, Tochter des Naftali Josef Mansbach aus Gudensberg in Hessen. Drei Kinder sind belegt: Hanna (geb. 1769), Abraham (geb. um 1770), der 1808 den Familiennamen Meyer annahm, und Aron (geb. um 1773).
Levi Meyer betätigte sich als Händler, u.a. mit Fouragelieferungen. 1778 setzte er sich im Namen der Gemeinde gegen die Verschärfung der Bestimmungen bezüglich des jüdischen Fleischhandels ein.

Zur Familie

Vater: Meier Arend (her-0032)
Mutter: Channa bat Mosche Meir (Jüdischer Friedhof Oerlinghausen, Grabstein Nr. oer-0001)
Gattin: Fegle bat Naftali (her-0060)
Enkel?: Abraham Meyer (her-0094)

Quellen / Sekundärliteratur

Abschriften von 31 hebräischen Grabinschriften des Herforder Friedhofs, erstellt 1928 von Prediger Goldmann (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, Bestand P 10, Nr. 11), Nr. 2.
Bernhard Brilling, "Die ältesten Grabsteine des jüdischen Friedhofs von Herford 1680-1808. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Herford", in: Herforder Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Stiftes Herford 6 (1965), S. 46f. (Nr. XIX).
Der jüdische Friedhof in Oerlinghausen. Eine bildlich-textliche Dokumentation von Michael Brocke und Aubrey Pomerance, hrsg. von der Stadt Oerlinghausen, Oerlinghausen 1993, S. 14-18.
Christine und Lutz Brade / Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.): Juden in Herford, 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur in Herford, Bielefeld 1990, S. 36-38.

Fotografien

  «    »  

Bernhard Brilling

heutiges Foto
1965
recto

Jürgen Escher

heutiges Foto
2016
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Herford, her-64
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=her-64
(letzte Änderungen - )

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1797

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=her-64
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis