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Würzburg - Heidingsfeld 159 Inschriften (1810-1939)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hdf-834
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-834: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hdf-834

Name

Jaakow Jehuda (genannt Koppel Löb) ben Meir Hakohen [20.06.1858]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש נכבד היקר והנעלה ירא אלקים כ״ה קאפל ליב ב׳ כ״ה מאיר ז״ל הכהן‏‎ ein geehrter Mann, der Teure und der Erhabene, er ehrfürchtete Gott, der geehrte Herr Koppel Löb, Sohn des geehrten Herrn Meir, sein Andenken zum Segen, Hakohen,
‎‏מקדם ראש מנהיג הקהילה‏‎ seit jeher Haupt, Leiter der Gemeinde,
‎‏השכים והעריב לבית התפילה‏‎ ›frühmorgens und abends begab er sich‹ zum Haus des Gebets,
‎‏נתן לדל מלחמו ולעניי עמו מכיסו‏‎ 5 ›er gab den Geringen von seinem Brot‹ und den Armen seines Volkes aus seinem Beutel,
‎‏בחבורה דגמילות חסדים כמה שנים‏‎ in der Gesellschaft für Liebeswerke (war er) mehrere Jahre,
‎‏היה זריז ומהיר בכל ענינים‏‎ war flink und gewandt in allen Angelegenheiten,
‎‏יסד מהונו דבר טוב‏‎ von seinem Vermögen richtete er eine Stiftung ein,
‎‏ושארית ברכה הניח אחריו‏‎ und nachbleibenden Segen hinterließ er.
‎‏ויעקב הלך לדרכו ויהודה רד עם אל‏‎ 10 ›Und Jaakow ging seines Weges‹ und ›Jehuda wandelte mit Gott‹
‎‏ביום א׳ חית תמוז תרי״ח לפ״ק‏‎ am Tag 1, achter Tammus 618 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 4: 1Sam 17,17 u. bSot 42b  Zl 5: Spr 22,9  Zl 10: Gen 32,2 | Zl 10: Hos 12,1

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 20.06.1858
Die Eulogie auf Koppel Löb beschreibt ihn als frommen und wohltätigen Gemeindevorsteher aus dem aaronidischem Geschlecht der Kohanim. Er war Mitglied in der Chewra Kaddischa, der Heiligen Bruderschaft, die sich unter anderem der Wohltätigkeit widmete, und richtete aus seinem Privatvermögen eine Stiftung ein. Die beiden jüdischen Vornamen des Verstorbenen, Jaakow und Jehuda, sind durch zwei Schriftzitate in die Eulogie eingeflochten und durch größere Buchstaben hervorgehoben.
Namenskunde Der Vorname des Verstorbenen setzt sich aus zwei biblischen Namen zusammen, Jaakow/Jakob und Jehuda, die jeweils in ihrer deutschen Koseform zum Rufnamen wurden: Koppel ist eine Koseform des biblischen Namens Jaakow/Jakob. Im Jakobssegen (Genesis 49,9) verglich Jakob seinen Sohn Jehuda mit einem reissenden Löwen, und darauf geht die Parallelität der Namen Jehuda mit dem hebräischen "Arie" und dem deutschen "Löw"/"Löb" zurück.

Stilmittel

Reim auf -ila in Zln 3-4, Binnenreim auf -o in Zl 5, Reim auf -nim in Zln 6-7.

Beschreibung

Maße 129 x 64 x 15
Lage Feld B, Reihe 08, Stein Nr. 34 (0814)
Beschreibung Stele mit mehrfach geschweiftem Flachbogenabschluß, darin eine Kartusche zwischen Voluten mit der hebräischen Einleitungsformel, über einem rundbogig schließenden Schriftfeld, in dessen Giebelfeld eine halbkreisförmige Vertiefung mit großen, reliefierten segnenden Priesterhänden.
Symbol Segnende Hände
Zustand 2010 Leichte Verwitterung; Flechtenbewuchs.

Quellen / Sekundärliteratur

Begräbnisregister (Staatsarchiv Würzburg, Jüdische Standesregister 42), S. 59, Nr. 612.

Fotografien

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Schrade, Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken

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1996
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Bert Sommer

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2010-04-22
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-834
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hdf-834
(letzte Änderungen - 2013-07-27 11:44)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1858

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hdf-834
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