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Würzburg - Heidingsfeld 159 Inschriften (1810-1939)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hdf-544
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-544: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hdf-544

Name

Channa ⚭ Awraham ­Lindner (Johanna ­Lindner geb. Kuppermann?) [06.11.1842]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אשת חיל ויקרת רוח מרת חנה אשת‏‎ ›die tüchtige Gattin‹ und von reicher Einsicht, Frau Channa, Gattin des
‎‏כ״ה אברהם לינדנער ש״ץ ומלמד בקרית‏‎ geehrten Herrn Awraham ­Lindner, Vorbeter und Lehrer in der Stadt
‎‏ווירצבורג נאספה אל עמה ביום א׳ ג׳‏‎ Würzburg, ›sie ward versammelt zu ihrem Volke‹ am Tag 1, 3.
‎‏כסלו תר״ג לפ״ק‏‎ 5 Kislev 603 der kleinen Zählung.
‎‏[...]דעיה יעידון על צדקותיה‏‎ ... bezeugen ihre Wohltätigkeiten,
‎‏ב[...]ם היו הליכותיה ורק דומית תחלותיה‏‎ lieblich? waren ihre Hergänge, und nur ... ihr Beginnen,
‎‏חנה לסוכת שלומך‏‎ Channa, in die Hütte deines Friedens
‎‏נסעת בימי עלומך‏‎ bist du gefahren ›in den Tagen deiner Jugend‹,
‎‏לאכול פרי מעללך‏‎ 10 ›zu genießen die Früchte deines Wirkens‹
‎‏מיד המש[...]‏‎ aus der Hand des ...
‎‏ת׳ נש׳ צב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Frau Johanna ­Lindner
geb. Kuppermann?
Lehrersgattin von Würzburg 15
geb. 2. Januar 1812
gest. 6. November 18[42]
Weinst ...
W... die mir ... besch...
Dich wollen wir ... 20
...

 

 Zl 2: Spr 31,10  Zl 4: Num 20,24  Zl 9: Ijob 33,25  Zl 10: Jes 3,10

Kommentar

Datierung Geboren 02.01.1812; gestorben Sonntag, 06.11.1842
Die leider stark verwitterte Eulogie auf die Lehrersgattin Johanna Lindner hebt ihren biblischen Namen Channa durch etwas größere Buchstaben hervor, gefolgt von einer aus der Liturgie bekannten Wendung, der "Hütte des Friedens", in die die Verstorbene einzieht, wo sie die Früchte ihres Wirkens genießen wird. Die Eulogie spricht die Verstorbene direkt an, ebenso wie die leider fast völlig verwitterte deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins, die wahrscheinlich aus Sicht der hinterbliebenen Familie spricht.

Stilmittel

Reim auf -ejha in Zln 6-7, auf -omech in Zln 8-9 (und vermutlich auf -alech in Zln 10-11).

Beschreibung

Maße 137 x 61 x 13
Lage Feld B, Reihe 05, Stein Nr. 44 (0544)
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit doppelt geschweiftem und eingezogenen kleinen Flachbogen, verziert mit zwei großen Rosetten, im Giebelfeld ein reliefiertes Seelengefäß unter einer Trauerweide (Palme?) über einem hochrechteckigen, leicht erhabenen Schriftfeld.
Symbol Seelengefäß unter einer Trauerweide (Palme)
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2010 Teilweise starke Verwitterung; Teile der Inschriften sind verloren.

Zur Person

Johanna Lindner war die Gattin des aus mittelfränkischen Markt Erlbach stammmenden Abraham Lindner, der das königliche Schullehrerseminar und die obligatorische Staatsprüfung absolviert und eine erste Stelle als Religionslehrer in Untermerzbach angenommen hatte. Ab 1836 war er in Würzburg tätig, wo er über 40 Jahre lang Religionslehrer, Vorsänger und Gemeindeschreiber der Kultusgemeinde war sowie Leiter des in den 1860er Jahren gegründeten "Israelitischen Hilfsvereins Osre Dallim" und Sekretär des 1863 gegründeten "Israelitischen Wander-Unterstützungs-Vereins".

Zur Familie

Tochter: Tochter des Awraham Lindner (Grabstein Nr. hdf-2091)

Quellen / Sekundärliteratur

Begräbnisregister (Staatsarchiv Würzburg, Jüdische Standesregister 42), S. 69, Nr. 492.
Ursula Gehring-Münzel: Vom Schutzjuden zum Staatsbürger. Die gesellschaftliche Integration der Würzburger Juden 1803-1871 (Veröffentlichungen des Staatsarchivs Würzburg, Bd. 6), Würzburg 1992, S. 318, 325-327, 330, *331, 343 (zu Abraham Linder).
Roland Flade: Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2. erweiterte Auflage, Würzburg 1996, S. 92 (dort auch Abbildung), 133, 139 (zu Abraham Lindner).

Fotografien

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Schrade, Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-544
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(letzte Änderungen - 2013-07-27 11:44)

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Inschriften des Jahres 1842

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Steinheim-Institut
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