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Erkelenz 32 Inschriften (1915-1999)

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TEI P5

Projekt

Die Dokumentation der jüdischen Friedhöfe im Kreis Heinsberg wurde von Johannes Maximilian Nießen erstellt. Gefördert durch die Geschwister-Zabel-Stiftung wurde diese Dokumentation im Frühjahr 2019 bearbeitet und in epidat aufgenommen. Neben dem Friedhof in Erkelenz sind auch die Friedhöfe in

Gangelt

Geilenkirchen

Heinsberg

Randerath

Schwanenberg

und Wassenberg dokumentiert worden.

Lage

Der Friedhof liegt an der Neusser Straße in der Nähe des Erkelenzer Bahnhofs.

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Geschichte

1474 wurde ein Erkelenzer Jude gegen entsprechendes Grabgeld auf dem "Juden- oder Hundtskirchof am Alten Bellinghovener Weg" (KRINGS [1981] 94, vgl. RÜTTEN [2008] 48) begraben.

Vor dem Erwerb des Friedhofs an der Neusser Straße (1865, 1892/93 Erwerb einer Erweiterungsparzelle, PRACHT [1997], RÜTTEN [2008]: 1029 m2) in der Nähe des Erkelenzer Bahnhofs bestatteten die Erkelenzer Juden ihre Toten auf dem Friedhof in Schwanenberg-Lentholt (siehe dort). Die erste Bestattung von Johanna Mendel am 06.01.1869 und das unangemessene Betragen der "Gaffer" erregten Aufsehen (vgl. RÜTTEN [2008] ). Mit der Erweiterung von 1892 waren 76 Gräber für Erwachsene und 36 Grabstellen für Kinder (im hinteren linken Bereich des Friedhofs) vorgesehen (vgl. RÜTTEN [2008] 50). Die letzte Beerdigung war vermutlich 1940 diejenige von Witwe Laura Strauß (vgl. RÜTTEN [2008] 51). Der jüdische Friedhof in Erkelenz ist in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs durch Schändungen und Bombentreffer beschädigt worden (vgl. PRACHT [1997] 425).

Nach Kriegsende wurde der Friedhof wiederhergestellt und in den 1950er und 1970er Jahren hat es noch Bestattungen von Rückkehrerinnen und Rückkehrern gegeben. Die letzte Bestattung fand 1999 statt. Heute gehört der Friedhof der Jüdischen Kultusgemeinde Mönchengladbach. Die Parzelle ist zur Straße hin mit einer Backsteinmauer und einem zweiflügeligen Tor, beide vermutlich aus der Nachkriegszeit, eingefriedet. Der Friedhof selbst liegt deutlich unter Straßenniveau und ist über einige Treppenstufen erreichbar. Die Grabstätten sind heute offenbar entgegen der Planungen von 1892/93 rechts eines Mittelwegs in mehreren Reihen hintereinander sowie im hinteren Bereich des tiefen Grundstücks angeordnet. Die andere Hälfte links des Mittelweges ist bis auf wenige Grabsteine im hinteren Bereich überwiegend als Rasenfläche gestaltet und mit einem Gedenkstein der Stadt Erkelenz (Erkelenz: 32) versehen. Der Friedhof wird regelmäßig von der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz gepflegt (vgl. RÜTTEN [2008] 54). Am 14.01.2008 wurde der Erkelenzer Friedhof in die Denkmalliste der Stadt Erkelenz aufgenommen (vgl. http://www.limburg-bernd.de/DenkErk/Nr.%20336.htm).

Literatur

FLINK, Klaus: Erkelenz (Rheinischer Städteatlas. Lieferung III Nr. 15), Köln: Rheinland-Verlag 1976.

FRANKEN, Wilhelm: Vom gelben Ring zum gelben Stern Die Geschichte der Juden im Heinsberger Land, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg (1980), 103-118.

KRINGS, Friedel: Juden im Erkelenzer Land Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg (1981), S. 94-106.

PETERS, Dieter: Land zwischen Rhein und Maas. Land tussen Rijn en Maas. Genealogische Daten von jüdischen Friedhöfen in der ehemaligen Rheinprovinz und der niederländischen Provinz Limburg, Kleve: Eigenverlag MOSAIK-Archiv 1993, S. 146f.

PRACHT, Elfi: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil I: Regierungsbezirk Köln (Beiträge zu den Bau- und Kulturdenkmälern im Rheinland, Bd. 34.1), Köln: J.P. Bachem Verlag 1997, S. 425.

REUTER, Ursula: Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande VIII.8), Bonn: Habelt-Verlag 2007, S. 38f.

RÜTTEN, Hubert: Der Novemberprogrom von 1938 im Erkelenzer Land, in: Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes. Arbeitskreis Erforschung und Darstellung der Geschichte. Mit Beiträgen von 21 Autoren (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V. Nr. 24), Erkelenz 2010, S. 175-198.

RÜTTEN, Hubert: Lebensspuren Spurensuche. Jüdisches Leben im ehemaligen Landkreis Erkelenz (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V. Nr. 22), Erkelenz: Eigenverlag 2008.

Archivalische Quellen

Der Plan vom jüdischen Friedhof in Erkelenz wurde vom Layouter Willi Wortmann erstellt.

HStAD, Regierung Aachen, Nr. 10675.

StAD, Bestand Landratsamt Erkelenz, Nr. 736, Acta betr. die Verhältnisse der Judenschaft im Kreise Erkelenz.

Präsentation des Erkelenzer Friedhofs auf KuLaDig

Hinweis

In Erkelenz wurden mindestens sechs Grabmale von Hermann Wilms gestaltet. Er wurde am 3.6.1882 in Erkelenz geboren und starb am 6.9.1973 in Niederkrüchten. Von 1896 bis 1903 absolvierte er bei Peter Tillmanns eine Bildhauerlehre. Von 1918 bis 1920 hat er sich in Köln bei Josef Moest, Georg Grasegger und Josef Piecek fortgebildet. Selbstständig machte er sich 1922 in Erkelenz. In Erkelenz und Umgebung sowie in Köln besteht ein umfangreiches Oeuvre.

Edition

Johannes Maximilian Nießen, für epidat bearbeitet von Anna Martin

Fotografie

Johannes Maximilian Nießen

Förderer

Das Projekt wurde gefördert durch die Geschwister-Zabel-Stiftung.

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Erkelenz (1915-1999 / 32 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=erk

 

Steinheim-Institut
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