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Mönchengladbach-Rheydt 292 inscriptions (1840-2001)

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TEI P5

Projekt

Die 'bildlich-textliche Inventarisierung, Dokumentation und komparative Erforschung jüdischer Friedhöfe im niederländischen und deutschen Bezugsrahmen' wurde im Rahmen des 'Aufbaus eines euregionalen Netzwerkes zwecks Erforschung regionaler Geschichte' gefördert durch die euregio rhein-maas-nord, die Provinzregierung in Limburg und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen.

Eine ausführliche Projektbeschreibung findet sich hier.

Lage

Der jüdische Friedhof Rheydt liegt an der Eifelstraße in der Abzweigung von der Spessartstraße (Flur 27, Nr. 173). Er ist verschlossen, der Schlüssel ist bei der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach erhältlich.

Das 2.700 qm große, von einer hohen Backsteinmauer umgebene Gelände ist in mehrere Felder unterteilt, die die mehrfachen Erweiterungen des Friedhofs deutlich werden lassen. Das älteste Feld A wurde offensichtlich mit seiner Einrichtung in einzelne Grabstellen aufgeteilt, welche man mit kleinen Nummernsteinen markierte.

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Geschichte

Die jüdische Gemeinde Rheydt nutzte zunächst einen 1782 erstmals erwähnten Friedhof „aufm Heydtberg“, der am Ende der heutigen Watelerstraße lag und bis 1835 belegt wurde. 1832 erwarb der Gemeindevorsteher Heinrich Stern das Gelände des heutigen Friedhofs, stellte ein erstes Stück als Bestattungsplatz zur Verfügung und übertrug die Eigentumrechte an die Gemeinde (Feld A). Der ursprüngliche Eingang zum Gelände lag an der alten Kloetersgasse auf der Südseite des Friedhofs. Mit der Beisetzung der am 17. Juni 1836 gestorbenen Witwe des Lazarus Sasserath wurde der Friedhof eingeweiht. Im Jahr 1900 stifteten die Brüder Moses und Lazarus Stern den südlich angrenzenden Teil zur Erweiterung des Friedhofs (Feld B). 1908 ließ Moses Stern auf seine Kosten eine kleine Leichenhalle errichten (E), die in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde. Beim Tod des Lazarus Stern 1913 übertrug die Familie der Gemeinde ein weiteres Teilstück zur erneuten Erweiterung des Friedhofs (Feld C), später folgte ein letztes Teilstück (Feld D), auf dem während des Krieges russische Zwangsarbeiter beigesetzt wurden, die man später auf den städtischen Friedhof umbettete. Auf diesem Feld des Friedhofs wird bis heute bestattet.

In der Nacht zum 11. Mai 1935 wurde der Friedhof von SA-Leuten geschändet und verwüstet. In der Pogromnacht 1938 wurde die Leichenhalle zerstört und der Friedhof geschändet, viele Grabsteine sowie eine Gedenktafel zu Ehren von Moses Stern verschwanden während der Nazizeit.

Am 24. August 1994 wurde der Friedhof in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen.

Literatur

Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen 1914-1918. Ein Gedenkbuch, hrsg. vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Berlin 1932

Erckens, Günter: Juden in Mönchengladbach, Bd. 2: Jüdisches Leben in den früheren Gemeinden M. Gladbach, Rheydt, Odenkirchen, Giesenkirchen-Schelsen, Rheindahlen, Wickrath und Wanlo (Beiträge zur Geschichte der Stadt Mönchengladbach 26), Mönchengladbach 1989:
S. 9-191: Juden in Rheydt [Erckens, Juden in Mönchengladbach]
S. 489-494: Der jüdische Friedhof in Rheydt
S. 533-536: Grabinschriften Jüdischer Friedhof in Rheydt [Erckens, Jüdischer Friedhof Rheydt]

Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, bearbeitet und herausgegeben vom Bundesarchiv, 2., wesentlich erweiterte Auflage, 4 Bde., Koblenz 2006

Pracht-Jörns, Elfi: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2), Köln 2000, darin
S. 194-200: Mönchengladbach - Stadtteil Rheydt

Online-Ressourcen

Yad Vashem Yad Vashem, The Central Database of Shoah Victims' Names

Gedenkbuch Gedenkbuch für die Opfer der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Edition

Nathanja Hüttenmeister - Epigraphik

Dan Bondy - Epigraphik

Thomas Kollatz - Datenbankprogrammierung, webdesign

Fotografie

Bert Sommer (2007)

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