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Jüchen-Garzweiler 32 Inschriften (1821-1938)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID e18-8
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Jüchen-Garzweiler, e18-8: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?e18-8

Name

Mosche ben Jaakow Halevi (Moses Levi) [05.12.1889]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏משה בר יעקב הלוי‏‎ Mosche, Sohn des Jaakow Halevi,
‎‏איש טוב וישר היה‏‎ ein guter und aufrechter Mann war er
‎‏כל ימי חייו‏‎ alle Tage seines Lebens,
‎‏נולד כ׳ חשון תקע״ה‏‎ 5 geboren 20. Cheschvan 575
‎‏ומת י״ב כסלו תר״ן לפ״ק‏‎ und gestorben 12. Kislev 650 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht
Moses Levi
geb. 3. Nov. 1814 in Beckerath 10
gest. 5. Dez. 1889 in Otzenrath.
Friede seiner Asche.

Kommentar

Datierung Geboren Donnerstag, 03.11.1814; gestorben Donnerstag, 05.12.1889

Beschreibung

Beschreibung Schmalhohe Stele mit eingezogenem Rundbogenabschluß und vertieftem Schriftfeld.
Ornament florale Verzierung
Zustand 1986: Gut erhalten. 2007: Flechtenbewuchs.

Zur Person

Der Otzenrather Metzger Moses Levi war verheiratet mit Helena Meyer. 1845 wurde in Otzenrath ihre Tochter Elisabeth (Lisette) geboren, 1855 die Tochter Wilhelmine, 1858 der Sohn Jacob und 1868 der Sohn Hermann. Lisette arbeitete zunächst als Dienstmagd in Rheydt und heiratete dann den Metzger und Viehhändler Moritz Stern, mit dem sie in Kirchherten lebte. Aus der Ehe gingen die Söhne Emil (geb. 1885) und Leo (geb. 1891) hervor. Lisette starb 1937 in Bedburg-Kirchherten, ihr Sohn Leo wurde nach Minsk deportiert und ermordet.
Die Tochter Wilhelmine, verheiratet mit Moses Salomon in Lank, wurde 1942 von Meerbusch-Lank nach Theresienstadt deportiert, wo sie starb; auch ihr Sohn Alfred und dessen Frau Fanny geb. Salmon wurden deportiert und ermordet.
Der 1858 in Neukirchen geborene Sohn Jacob Levi lebte als Metzger und Viehhändler in Otzenrath und war mit der aus Kaldenhausen stammenden Henriette Cohn verheiratet. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor: Martha (geb. 1888), Sophia (geb. 1889), Adelheid (geb. 1891), Max (geb. 1892), Johanna (geb. 1894), Rosalie (geb. 1895) und Ernst (geb. 1903). Jacob Levi wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert und ermordet, seine Frau Henriette war 1940 in Otzenrath an Diabetes gestorben (ein Grabstein ist nicht vorhanden). Seine Tochter Martha Levi war mit dem aus Wickrath-Wickrathberg stammenden Fabrikanten Julius Levy verheiratet, mit dem sie 1941 nach Riga deportiert und ermordet wurde, ihre beiden Kinder Kurt und Elsbeth konnten rechtzeitig auswandern. Marthas Schwester Sophia war mit Hermann Kaufmann verheiratet und wanderte mit ihrer Familie von Rheydt in die Niederlande aus. Von dort wurden sie und ihr Mann nach Sobibor deportiert und ermordet. Ihre Schwester Adelheid heiratete den aus Rumänien stammenden Kaufmann Gabriel Sporn und bekam die Kinder Walter und Margot. 1941 wurden sie und ihr Gatte nach Litzmannstadt deportiert und ermordet. Ihr Bruder, der Viehhändler und Metzger Max Levi, war mit der in Teplice geborenen Ida Eisenbruch verheiratet und Vater der 1928 geborenen Ingeborg. Die Familie wurde 1942 deportiert und ermordet. Max' Schwester Johanna war mit dem aus Broich stammenden Kaufmann Adolf Kaufmann verheiratet, mit dem sie nach Litzmannstadt deportiert und ermordet wurde. Ihr Schwester Rosalie hatte den aus Waldenrath/Kreis Heinsberg stammenden Jakob Kaufmann geheiratet, sie wurden nach dem Krieg für tot erklärt. Ihr Bruder Ernst Levi heiratete 1936 Hilde Blumenthal und wanderte mit ihr in die USA aus, er starb 1985 in New York.
1868 wurde in Otzenrath Moses' Sohn Hermann geboren, der 1934 in Köln starb.

Zur Familie

Gattin: Helene Levi geb. Meyer (Grabstein Nr. e18-0015)
Schwiegersohn: Moritz Stern (Grabstein Nr. e18-0024)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Adelheid Sporn ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 973394
Adelle Sporn ─ ‎‏יד ושם‏‎ Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, 1628098
Adolf Kaufmann ─ ‎‏יד ושם‏‎ Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, 1179734

Quellen / Sekundärliteratur

Thomas Wolf: "Schicksale antijüdisch Verfolgter (1933-1945) aus dem Gebiet der heutigen Gemeinde Jüchen", in: Ausgegrenzt. Ausgeliefert. Ausgelöscht. Überlebt? Jüdische Schicksale in Jüchen zwischen Spenrath und Damm (Geschichte der Gemeinde Jüchen, Band 4), Jüchen 1998, S. 28-210, hier S. 98f., 108-110, 116f., 151, 159f.
Schulte, S. 291: Garzweiler, Nr. 6: Moses Levi aus Otzenrath 1814-1889 - Mosche bar Jakob Hürth halevi.
Peters, S. 153: Levi, Moses, 1814-1889, aus Beckerath, Moshe bar Jakob Hürth ha Levi.

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2007-07-23
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Jüchen-Garzweiler, e18-8
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(letzte Änderungen - 2013-06-11 11:51)

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