logo epidat: epigraphische Datenbank

Dormagen 29 Inschriften (1869-1968)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [7/29]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID e03-19
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Dormagen, e03-19: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?e03-19

Name

Eljakum ben Josef (Jakob Dahl) [19.08.1888]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש עניו בכל עניניו‏‎ ein Mann, demutsvoll in all seinen Belangen,
‎‏צדיק דול? בכל דרכיו‏‎ ›gerecht ... in all seinen Wegen‹
‎‏וחסיד בכל מעשיו‏‎ ›und fromm in all seinen Taten‹ ,
‎‏אליקום בר יוסף‏‎ 5 Eljakum, Sohn des Josef.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruhet
Jakob Dahl
geb. 10. Sept. 1845
gest. 19. August 1888. 10

 

 Zl 3: Ps 145,17  Zl 4: Ps 145,17

Kommentar

Datierung Geboren 10.09.1845; gestorben 19.08.1888
Zl 3: Das dritte Wort der Zeile ist unklar (und überflüssig), vermutlich handelt es sich um einen Fehler des Steinmetzen.

Stilmittel

Reim auf -av in Zln 2-4.

Beschreibung

Steinform Stele
oberer Abschluss Segmentbogen
Beschreibung Kleines, sich nach oben verjüngendes Grabmal aus Scheinmauerwerk mit Flachbogenabschluss und eingesetzter Schrifttafel (Vgl. auch das Grabmal der Gattin).
Schrift vertieft
Zustand 1985 Verwitterung leicht.
2007 Unverändert.

Zur Person

Jacob Dahl ist in einer Aufstellung der Wählerliste zur Neusser Synagogengemeinde aus dem Jahr 1872 als Metzger aufgeführt. 1871 werden in seinem Haushalt drei Personen gezählt. Verheiratet war Jacob Dahl mit der neben ihm ruhenden Emma (Esther) Meyer. Das Paar hatte acht Kinder:
Ein Sohn war der 1873 in Dormagen geborene Max Dahl, welcher 1941 gemeinsam mit seiner 1886 in Hackenbroich geborenen Gattin Sophie geb. Hertz (auch "geb. Meyer") und seinem 1916 geborenen Sohn Jacob von Düsseldorf nach Minsk verschleppt und ermordet wurde. Seine Tochter Selmy war rechtzeitig in die USA emigriert.
1878 wurde Jacobs Tochter Friederike geboren, sie wurde deportiert und starb 1942 im Ghetto Lodz.
Der 1879 in Dormagen geborene Louis Dahl wurde 1941 nach Riga deportiert und dort 1944 erschossen, seine ebenfalls 1886 in Dormagen geborene Frau, Sophie geb. Katz, wurde gemeinsam mit ihm deportiert und starb im Lager Kaiserwald. Louis' und Sophies mit ihnen deportierte Tochter Emmi wurde 1944 von Riga ins KZ Stutthoff gebracht und Anfang 1945 bei der Auflösung des KZ von SS-Truppen bis nach Westpreußen verschleppt, wo sie schließlich im März 1945 von sowjetischen Soldaten befreit wurde. Emmis Schwestern Jenny und Hanni konnten rechtzeitig nach England bzw. über Belgien nach Chile emigrieren, ihr Bruder Jakob und seine aus Wickrath stammende Frau Irene geb. Harf wurden deportiert, konnten aber überleben und wurden auf diesem Friedhof bestattet (Grabstein Nr. e03-0016).
1885 wurde Jacobs Sohn David geboren, welcher den Beruf seines Vaters übernahm. Er war während des Krieges nach Köln gezogen und wurde von dort gemeinsam mit seiner 1886 in Neuss geborenen Frau Johanna, geb. Meyer, Tochter von Markus Meyer und Rosa Strauss, 1941 nach Litzmannstadt deportiert und schließlich in Auschwitz ermordet. David und Johanna Dahls 1912 in Dormagen geborener Sohn Kurt und dessen Gattin, die aus Nürnberg stammende Krankenschwester Liselotte Blank, wurde gemeinsam mit seinen Eltern 1941 nach Litzmanstadt deportiert und 1942 ermordet. David und Johannas Tochter Martha konnte nach England und später in die USA emigrieren.
Jakob und Esthers 1887 geborene Tochter Fanny war mit dem 1883 im niederländischen Wisch geborenen Milchkontrolleur Jacob Bamberg, Sohn von Ascher Bamberg und Antje geb. Pop, verheiratet, mit dem sie den 1913 in Kleve geborenen Sohn Jacob und eine Tochter hatte. Sie lebten zunächst in Kleve, hatten dann offensichtlich versucht, sich zu den Verwandten in die Niederlande zu retten, wurden aber 1942 von Westerbork mit ihrem Sohn Jacob nach Auschwitz deportiert und ermordet, ebenso wie Jakob Bambergs ledige, 1887 in Wisch geborene Schwester Caroline Bamberg, Jakob Bambergs 1885 in Wisch geborener Bruder Hermann starb in Sobibor.
Fannys 1883 geborene Schwester Johanna, eine verheiratete Katz, wurde 1942 nach Riga deportiert und ermordet.
Ihre Schwester Selma war bereits vor 1920 in die USA ausgewandert.

Zur Familie

Gattin: Emma Dahl geb. Meyer (Grabstein Nr. e03-0018)
Enkel: Jakob Dahl (Grabstein Nr. e03-0016)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Caroline Bamberg ─ ‎‏יד ושם‏‎ Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, 5240834
David Dahl ─ ‎‏יד ושם‏‎ Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, 3614629 ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 850127

Quellen / Sekundärliteratur

Pankalla, Heinz A.: "Zur Geschichte der jüdischen Mitbürger und der Synagogengemeinde Zons-Dormagen", in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1985, S. 10-59, hier S. 32f., S. 48f.
Hinweis  Die biographischen Angaben konnten durch Informationen von Vera Strobel, Geschichtslehrerin an der städtischen Realschule Dormagen, ergänzt werden.

Pankalla, Heinz A.: Zur Geschichte der jüdischen Mitbürger und der Synagogengemeinde Zons-Dormagen, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen, (1985), 10-59, S. 48-49

Schulte, Klaus H.S.: Dokumentation zur Geschichte der Juden am linken Niederrhein seit dem 17. Jahrhundert, Düsseldorf: 1972, 281, S. 281, Nr. 3: Jakob Dahl (senior) 1843-1888 - Eliakom bR Jossef.

Peters, Dieter: Land zwischen Rhein und Maas / Land tussen Rijn en Maas. Genealogische Daten von jüdischen Friedhöfen in der ehemaligen Rheinprovinz und in der niederländischen Provinz Limburg, Kleve: 1993, 131, S. 131: Dahl, Jakob, 1845-1888, Eliakom bar Jossef.

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2007-07-19
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Dormagen, e03-19
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=e03-19
(letzte Änderungen - 2015-07-21 18:02)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1888

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=e03-19
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis