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Duisburg-Mattlerbusch 62 inscriptions (1806-1948)

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Name

Mosche Halevi [1806]          

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Edition und Übersetzung

‎‏[מ]‏‎ [...]
‎‏שם ה[ג...]‏‎ der Name des [...],
‎‏הורה דרך [תשובה ליהודה ואפרים]‏‎ er lehrte Jehuda und Efrajim den Weg der Umkehr,
‎‏המתחיל במ[צוה ואין זז עד]‏‎ der anfängt mit einem Gebot und nicht weicht, bis
‎‏שגומר ׃ ליש [ואריה (מפחד?) ושמר ׃]‏‎ 5 er endet, Leu und Löwe fürchtete er und hütete sich,
‎‏וריחו הטוב נודף כ[שמן המוגמר]‏‎ und sein guter Duft breitete sich aus wie vollendetes Öl,
‎‏[יזכה לסעודת לויתן ויין המשומר]‏‎ ihm wird zuteil werden das Mahl der Gerechten und der erlesene Wein,
‎‏[איש הישר בנדיבים ׃ אשר הלך]‏‎ ein Mann, der Aufrechte inmitten der Wohltäter, der den
‎‏[דרך טובים גופו יישן ארצה]‏‎ ›Weg der Guten ging‹, sein Leib ruhe in der Erde
‎‏[ונשמתו לגן עדן נרצה]‏‎ 10 und seine Seele sei willkommen im Garten Eden
‎‏...‏‎ ...

 

 Zl 9: Spr 2,20

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Kommentar

Datierung Gestorben um 1806


Die Einleitungsformel hat sich nicht erhalten, ebensowenig der untere Teil der Inschrift, wo vermutlich der Name, Sterbe- und eventuell Begräbnisdatum sowie eine Schlußformel folgten. Sehr ausführlich ist dagegen die erhaltene Eulogie, kunstvoll gereimt und voller biblischem und talmudischem Wortschatz, die eine Lehrtätigkeit Mosche Levis vermuten läßt und seinen vorbildlichen Lebenswandel lobt; eine Inschrift, wie sie für Ruhrort und Duisburg insgesamt einzigartig bleibt.
Zl 6: ‎‏סעודת לויתן‏‎, das "Mahl der Gerechten", bezeichnet nach babylonischem Talmud, Traktat Baba Batra 75a, das Mahl für die Gerechten bei der Ankunft des Messias, das aus Walfleisch bereitet ist.

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Stilmittel


Reim auf -mer in Zln 4-5, auf -mar in Zln 6-7, auf -wim in Zln 8-9 und auf -rza in Zln 9-10.
Akrostichon in Zeilen 1-7: ‎‏משה הלוי‏‎ Mosche Halevi

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Beschreibung


Maße 94 x 56 x 8
Lage Grabstein vom alten Ruhrorter Friedhof (G 3); heute auf dem Friedhof in Mattlerbusch
Beschreibung Stele mit scharriertem Rand und eingezogenem und geschweiftem Rundbogen mit kleiner, rundbögiger Erhöhung in der Mitte. (Vgl. auch Nr. du6-7003.)
Zustand Das Grabmal ist stark verwittert, die Schrift größtenteils abgeplatzt. Ein Teil der Inschrift konnte nach einer Aufnahme aus dem Jahr 1971 ergänzt werden.

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Zur Person


In den 1720er Jahren waren in Ruhrort nur zwei jüdische Familien ansässig, darunter die des Moses Levi, der sich auch Michel oder Michel Josephs nannte und ein Patent der Regierung Kleve vom 18.November 1722 als Schutzjude vorweisen konnte. 1736 befanden sich in seinem Haus er selbst, seine Frau, vier Kinder und drei Knechte oder Mägde. Bis 1746 erscheint er in den Akten, 1756 beteiligt sich seine Witwe Sara auf Anordnung des Ruhrorter Magistrats an den Fleischlieferungen an die Armee. Der hier begrabene Moses Michel Levi, vermutlich um 1735 geboren, war der älteste Sohn dieses Moses Levi und der Sara und wurde mit Konzession von Berlin vom 5. März 1765 als Ordinarius in Ruhrort angesetzt. Um 1770 versuchte er, wie auch der zweite in Ruhrort lebende Jude Josef Mendel, das Haus zu kaufen, in dem er zur Miete wohnte, was sich bis 1777 hinzog. 1791 wurden er und sein Sohn Michael beschuldigt, schlechtes Rindfleisch auf den Markt gebracht und als beste Ware teuer verkauft zu haben. In den 1780er Jahren war Moses Levi gemeinsam mit einem oder zwei Angehörigen der Familie Mendel Judenältester in Ruhrort. Zwischen 1800 und 1806 muß er gestorben sein, denn 1807 wird seine Witwe Sprintz Gompertz genannt, die 1826 starb. Aus der Ehe waren mindestens sieben Kinder hervorgegangen.

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Zur Familie


Sohn: Michel ben Mosche SeGaL (Ruhrort, 3; heute jüdischer Friedhof Duisburg-Mattlerbusch, Grabstein Nr. du6-7003)
Enkel: Jaakow ben Jechiel Halevi / Jakob Levy (Ruhrort, 14; heute jüdischer Friedhof Duisburg Mattlerbusch, Grabstein Nr. du6-7014)

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Quellen / Sekundärliteratur



vR: Levy (Levi), Moses Mich(a)el: 67, 89*, 133, 443ff., 450, 452f.

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Fotografien

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Epigraphisches Bildarchiv, Steinheim-Institut

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Nathanja Hüttenmeister

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Duisburg-Mattlerbusch, du6-7002
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=du6-7002
(last modified - 2010-06-29 14:04)

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