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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-87
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-87: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-87

Name

Mirjam ⚭ Mosche [07.08.1743]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier wurde geborgen
‎‏יום ד׳ י״ז מנחם תק״ג‏‎ (am) Tag 4, 17. Menachem 503,
‎‏האשה החסידה‏‎ die fromme
‎‏המהוללה מרים‏‎ gepriesene Frau, Mirjam,
‎‏אשת פ״ו ה׳ משה זצ״ל‏‎ 5 Gattin des Vorstehers und Leiters, Herrn Mosche, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏מרוב ענוה עלה אהרן‏‎ aufgrund großer Demut gelangten Aharon
‎‏וזרעו לגדולה רוחה ונפשה‏‎ und seine Nachkommen zur Größe, ihr Geist und ihre Seele
‎‏נוטל ונתנה למלאכי מעלה‏‎ wurden genommen und den Engeln der Höhe gegeben,
‎‏ישירו בעליזות עלי באר‏‎ ›Singet in Freuden: Herauf Brunnen,
‎‏ענו לה מלחמה נתנה‏‎ 10 singet ihm entgegen‹, ›von ihrem Brot gab sie
‎‏לדלי׳ כדי לזכותה סלה‏‎ den Darbenden‹, zu ihrem Verdienste - Sela
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 9f: Num 21,17  Zl 10f: Spr 22,9

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 07.08.1743
Eine sehr ungewöhnliche Eulogie, die mehrfach auf die biblische Namensgeberin, die Prophetin Mirjam anspielt. Die Eulogie ist gereimt, die ersten Buchstaben der Verse ergeben zusammen den Namen Mirjam.
Zl 2: Menachem, "Tröster", ist ein euphemistischer Name für den Trauermonat Aw, in dem der Zerstörung der Jerusalemer Tempel gedacht wird.
Zln 4-6: Die biblische Prophetin Mirjam war eine Schwester von Moses und Aharon. Mirjam hier war verheiratet mit dem Gemeindevorsteher Mosche, der Name Aharon wird in der folgenden Zeile aufgenommen und in die Eulogie eingesponnen, in Anlehnung an die biblische Verwandtschaft.
Zl 9: Mit dem Zitat aus Numeri wird hier auf die alte Tradition angespielt, nach der Gott für die Verdienste Moses, Aarons und Mirjams nach deren Tod drei Gaben gab, darunter für Mirjam den Brunnen: Nach ihrem Tod, als das Volk in der Wüste Zin am verdursten war, schlug Mosche auf Geheiß Gottes mit seinem Stab Wasser aus dem Felsen (Numeri 20,1-11).

Stilmittel

Reim auf -la in Zln 4 und 6-11.
Akrostichon in Zeilen 6-7, 9-10: ‎‏מרים‏‎ Mirjam

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit Flachbogen und vertieftem Schriftfeld, die Inschrift ist zentriert und füllt das Schriftfeld vollständig aus. Die Einleitungsformel wird zu beiden Seiten von Blumen/Tulpen flankiert.
Schrift erhaben
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal ist verwittert, die obere linke Ecke ist abgebrochen.

Zur Person

Mirjam war vermutlich eine Tochter von Jacob Meier aus Rinteln - dieser wird als Schwiegervater ihres Gatten, des Hofjuden Moses Jacob genannt.

Zur Familie

Gatte: Awraham Mosche (dtm-0096)
Söhne: Aharon Josef ben Awraham Mosche (dtm-0027); Joel ben Awraham Mosche (dtm-0072)

Quellen / Sekundärliteratur

Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 150-152.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-87
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-87
(letzte Änderungen - )

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Inschriften des Jahres 1743

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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