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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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ID dtm-81
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-81: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-81

Name

Mosche ben Grätz (Moses Hirsch) [01.10.1804]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אדמ״ו הרב ומ״ץ ׃‏‎ unser Herr, unser Lehrer und unser Meister, der Rabbiner und Lehrer der Gerechtigkeit,
‎‏מ׳ משה ב׳ מ״ץ גרידץ‏‎ unser Lehrer Mosche, Sohn des Lehrers der Gerechtigkeit, Grätz,
‎‏זצ״ל ממנו הוראה‏‎ das Andenken des Gerechten zum Segen, von ihm ging Lehre
‎‏יוצאה צדקת ה׳‏‎ 5 aus, ›er übte das Recht des Ewigen
‎‏עשה ומשפטיו עם‏‎ und seine Gerichte mit
‎‏ישראל נפטר‏‎ Israel‹, verschieden
‎‏בש״ט כ״ו תשרי ש׳‏‎ ›mit gutem Namen‹ 26. Tischri des Jahres
‎‏תקס״ה לפ״ק ׃‏‎ 565 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zln 5-7: Dtn 33,21  Zl 8: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 01.10.1804

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit leicht eingezogenem Rundbogen und vertieftem Schriftfeld, die Inschrift ist zentriert.
Schrift erhaben
Abkürzungszeichen Abkürzungszeichen in Form einer Rosette über der Kopfzeile, sowie Tilden und Ranken; drei Punkte übereinander als Satztrenner und Zeilenfüller.
Ornament florale Verzierung
Zustand 2017 Leichte Beschädigungen am Giebel.

Zur Person

Rabbiner Moses Hirsch hatte bereits in Polen und danach in Lübeck als Rabbiner gewirkt, bevor er 1791 nach Detmold kam und 1793 für 120 Reichstaler jährlich das Amt des Vize-Rabbiners für Lippe übernahm.
Moses Hirsch hatte große Schwierigkeiten, sich bei den Juden im Amt Sternberg durchzusetzen, die - vorallem aufgrund ihrer Armut - nicht unter die Zuständigkeit des Detmolder Rabbiners kommen und damit auch zu seinem Lebensunterhalt beitragen wollten. Bei einer Hochzeit in Bösigfeld versuchte man, ihn zu übergehen und hatte für die Trauung einen Rabbiner aus Hameln geholt. Als Moses Hirsch von der Hinzuziehung eines außerlippischen Rabbiners erfuhr, fuhr er nach Bösingfeld, um die Trauung selbst vorzunehmen. Die folgende Auseinandersetzung um die Höhe der Gebühren endete in Handgreiflichkeiten. Zwar konnte sich Moses Hirsch durchsetzen, doch hatte dem alten Mann die ganze Aufregung so zugesetzt, dass ihm auch der fürstliche Leibarzt nicht mehr helfen konnte und er kurz darauf starb.
Da Moses Hirsch verwitwet gewesen war und seine Tochter ihm den Haushalt geführt hatte, bekam sie eine Gnadenpension.

Quellen / Sekundärliteratur

Biographisches Handbuch der Rabbiner, herausgegeben von Michael Brocke und Julius Carlebach. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781 - 1871, bearbeitet von Carsten Wilke, Band 1, München 2004, S. 438, Nr. 0731.
Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 92f.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-81
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-81
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