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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-71
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-71: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-71

Name

Refael ben Schilo (Raphael Leseritz) [18.10.1879]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏רעות גם טובות רבות‏‎ Böses, auch viel und großes
‎‏וגדולות עלו בגורלי‏‎ Gutes ist mir widerfahren,
‎‏פנו כאשר באו כאשר‏‎ sie wandten sich ab, wie sie gekommen waren, ›wie
‎‏חנו כן נסעו‏‎ sie lagerten, so brachen sie auf‹,
‎‏אך אמונתי לבדה‏‎ 5 doch allein mein Glaube
‎‏נשארה והיא שעמדה לי‏‎ blieb und stand mir bei,
‎‏לסבול אסון ונגעי בני‏‎ Unglück zu ertragen, und die Plagen der Mensch-
‎‏אדם לבי קרעו‏‎ heit zerrissen mein Herz,
‎‏ה׳ תקס״ה בעיר פאזען‏‎ 5565 wurde ich in der Stadt Posen
‎‏נולדתי‏‎ 10 geboren,
‎‏חמשים שנה פה למדתי‏‎ fünfzig Jahre habe ich hier gelehrt.
‎‏מהור״ר רפאל בן‏‎ Unser Lehrer, der Meister, Herr Refael, Sohn
‎‏מהור״ר שילה‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Schilo
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht 15
Raphael Leseritz.
geboren d. 18. Juni 1805.
gestorben d. 18. October
1879.

 

 Zl 3f: Num 2,34

Kommentar

Datierung Geboren 18.06.1805; gestorben 18.10.1879
Selten findet man Grabinschriften, die von den Verstorbenen noch selbst für sich verfasst wurden. Gleichermaßen komplexe und poetische Inschriften verfasste Raphael Leseritz auch für seine beiden Gattinnen und die seine früh verstorbene Tochter. Nur der 1856 gestorbene Sohn Marcus Leseritz erhielt eine Standardinschrift.

Stilmittel

Reim auf -li in Zln 2, 6, 10, auf -u in Zln 4 und 8.
Akrostichon in Zeilen 1, 3, 5, 7: ‎‏רפאל‏‎ Refael

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Schmalhohe Stele mit geschweiftem und eingezogenem Rundbogen. Die Inschrift ist zentriert.
Schrift vertieft
Zustand 2017 Das Grabmal ist in gutem Zustand, aber stark eingesunken, die unteren Zeilen sind im Erdreich verborgen.

Zur Person

Der aus Posen stammende Raphael Leseritz, der fünzig Jahre lang in Detmold als Lehrer in der Joel-Herfordschen-Schulstiftung tätig gewesen war, war zweimal verheiratet. Aus der ersten Ehe mit Julie, Tochter des Hofagenten und Münzjuden Levi Samter, stammen die beiden jung verstorbenen Kinder Rebecca und Marcus. In zweiter Ehe heiratete er Breinche at Pinchas aus Gnesen.
Im Fürstlich Lippischen Regierungs- und Anzeigeblatt erschien im Juni 1874 eine Anzeige folgenden Wortlauts: "Am 6. d. M. feierte der Lehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Leseritz, sein 50jähriges Dienstjubiläum. Von seiner Durchlaucht dem Fürsten wurde ihm die Civil-Verdienst-Medaille verliehen, seine Gemeinde erfreute denselben durch Geschenke. Freunde und Bekannte statteten dem Jubilar zu diesem seinen Ehrentage Glückwünche ab; ein Gleiches geschah auch namens des Magistrate von dem Bürgermeister" (9. Juni 1874, Nr. 132, S. 2, Sp. 2, hier nach van Faasen/Hartmann, s.u.).

Zur Familie

1. Gattin: Julie Leseritz geb. Samter (dtm-0041)
Sohn: Marcus Leseritz (dtm-0034)
Tochter: Rebecca Leseritz (dtm-0048)
2. Gattin: Breinche Leseritz (dtm-0078)

Quellen / Sekundärliteratur

Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 104f.
Dina van Faassen und Jürgen Hartmann (Bearbeiter): "Dennoch Menschen von Gott erschaffen" - Die jüdische Minderheit in Lippe von den Anfängen bis zur Vernichtung, Katalog und Arbeitsbuch zur Wanderausstellung, hrsg. von der Stadt Detmold und dem Kreis Lippe, Bielefeld 1991, S. 35f.

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-71
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