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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-69
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-69: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-69

Name

Meir ben Mosche Jehuda (Meyer Levi) [08.06.1773]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש ישר ירא אלהים‏‎ ›ein aufrechter Mann, gottesfürchtig
‎‏וסור מרע פו״ה ה״ר מאיר‏‎ und das Böse meidend‹, der Vorsteher und Leiter, der geehrte Herr Meir,
‎‏בהר״ר משה יהודה ז״ל ‏‎ Sohn des Meisters, Herrn Mosche Jehuda, sein Andenken zum Segen,
‎‏כל מעשיו היו באמונה‏‎ 5 all seine Taten waren in Treue,
‎‏גדר גדר ועמד בפרץ‏‎ ›er baute einen Zaun und stand in der Bresche‹,
‎‏נפטר בשם טוב ביום‏‎ verschieden ›mit gutem Namen‹ am Tag
‎‏ג׳ י״ז ונקבר ביום ד׳ י״ח‏‎ 3, 17., und begraben am Tag 4, 18.
‎‏סיון תקל״ג ל׳ תנצב״ה‏‎ Sivan 533 der Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens,
‎‏בשלום ינוח ויעמוד לגורל‏‎ 10 in Frieden ›möge er ruhen und erstehen zu (seinem) Lose
‎‏לקץ הימין‏‎ zum Ende der Tage‹

 

 Zl 2f: Ijob 1,1  Zl 6: Ez 22,30  Zl 7: bBer 17a  Zl 10f: Dan 12,13

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 08.06.1773 ; begraben am nächsten Tag

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Stele mit leicht eingezogenem Rundbogen, vertieftem Schriftfeld und erhabenen Buchstaben. Der umlaufende scharrierte Rahmen ist am Rand schmal, am Giebel besonders breit. Die Inschrift ist zentriert, die Kopfzeile ist durch größere Buchstaben hervorgehoben.
Schrift erhaben
Abkürzungszeichen Abkürzungszeichen, Wort- und Satztrenner in Form von Doppelpunkten, einem einfachen halbhoch gesetzten Punkt, kleinen geneigten Strichen, Punkten und Tilden mit Punkten.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Das Grabmal war am unteren Ende gebrochen und wurde wieder zusammengesetzt. Leicht verwittert, leichte Beschädigungen am Giebel.

Zur Person

Meir ben Mosche Jehuda war einer der drei Vorsteher und Leiter der Gemeinde, allerdings wahrscheinlich nicht bis zu seinem Tod: Vermutlich ist er identisch mit Meyer Levi, der 1770 von den Brüdern Joseph und David Leeser (dtm-0061) durch vielfältige Schikane aus dem Amt gemobbt wurde, das daraufhin David Leeser übernahm: "Ihm wurde Gewalt angedroht, in seinen Gebetsmantel während des Gottesdienstes Löcher geschnitten, die Wand bei seinem Synagogeplatz mit Galgen bemalt" und ihm angedroht, ihn an Kopf und Füßen zu fassen und aus der Synagoge zu werfen. (van Faasen, s.u.).
Meyer Levi war Münzlieferant und arbeitete gemeinsam mit seinem Sohn Leeser Meier, der 1771 auch sein Geleit übernahm. Auch als Pfandleier war er tätig. Doch gingen die Geschäfte wohl nicht gut, den schon 1782 gab Leeser Meier sein Geleit ab und arbeitete bei seinem Schwager Salomon Joel Herford als Knecht.
Meir ben Mosches ledig gebliebener Sohn Israel starb nur drei Jahre nach ihm.
Seine Tochter Jütte war mit Nathan Marcus Spanjer aus Paderborn verheiratet, welcher 1775 das Geleit für Detmold erhielt, doch schon 1776 starb. Eine zweite Ehe ging sie 1779 mit Salomon Joel ein, der sich nach seinem Herunftsort Herford nannte und Vorsteher der Judenschaft, Hofagent und schließlich "bedeutenster Hofjude Lippes" werden sollte (Guenter, S. 166).

Zur Familie

Schwester: Lea bat Mosche Jehuda (dtm-0098)
Sohn: Israel ben Meir Mosche (dtm-0054)
Schwiegersohn: Nathan Marcus Spanjer (dtm-0089)

Quellen / Sekundärliteratur

Dina van Faassen: "'Hier ist ein kleiner Ort und eine kleine Gegend' - Hofjuden in Lippe", in: Hofjuden - Ökonomie und Interkulturalität. Die jüdische Wirtschaftselite im 18. Jahrhundert, hrsg. von Rotraud Ries und J. Friedrich Battenberg (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. XXV), Hamburg 2002, S. 289-331, hier S. 290f., 295 und S. 304, Anm. 48.
Dina van Faassen und Jürgen Hartmann (Bearbeiter): "Dennoch Menschen von Gott erschaffen" - Die jüdische Minderheit in Lippe von den Anfängen bis zur Vernichtung, Katalog und Arbeitsbuch zur Wanderausstellung, hrsg. von der Stadt Detmold und dem Kreis Lippe, Bielefeld 1991, S. 15.
Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 54, 164-166.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-69
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