logo epidat: epigraphische Datenbank

Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [44/265]    »     »|
Edition Kommentar Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-61
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-61: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-61

Name

David (genannt Tewle) ben Leiser (David Leeser Mannheimer) [21.09.1810]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תמים פעלו׳‏‎ ein lauterer Mann in seinem Tun,
‎‏כיבד ה׳ בגרונו ה״ה‏‎ er ehrte den Ewigen mit seiner Kehle, es ist
‎‏הישיש הש״ץ כ״ה‏‎ der Hochbetagte, der Vorbeter, der geehrte Herr
‎‏דוד המכו׳ טעבלי‏‎ 5 David, genannt Tewle,
‎‏בן כ״ה ליזר ז״ל עלה‏‎ Sohn des geehrten Herrn Leiser, sein Andenken zum Segen, er stieg auf
‎‏למעלה ונקבר בש״ט‏‎ nach oben und wurde begraben ›mit gutem Namen‹
‎‏אור ליום ו׳ עש״ק ך״ב‏‎ zu Beginn des Tages 6., Rüsttag des heiligen Schabbat, 22.
‎‏אלול ש׳ תק״ע לפ״ק‏‎ Elul des Jahres 570 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 7: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Freitag, 21.09.1810 ;
Der Wendung in Zeile 3 kann man entnehmen, dass David Mannheimer im Gottesdienst als Vorbeter fungierte. Dafür steht auch der Titel "Scha"Z", 'schaliach zibbur' in der folgenden Zeile.

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Stele mit leicht eingezogenem Rundbogen, vertieftem Schriftfeld und erhabenen Buchstaben. Die Inschrift ist zentriert.
Schrift erhaben
Zustand 2017 Leicht verwittert.

Zur Person

Der Detmolder Handelsmann David Leeser war ein Sohn von Leeser Simon aus Bückeburg und der Karoline Mergen. Er handelte, wie auch sein jüngerer Bruder Joseph, zunächst im Rahmen des elterlichen Geleits, bis 1766 das Geleit auf ihn übertragen wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder Joseph lieferte er im Siebenjährigen Krieg Heu an preußische Truppen. Seit 1777 hatte er die Siegellackfabrikation erlernt, konnte sich aber nicht durchsetzen und zählte 1790 zu den sechs Schutzjuden aus dem Raum Detmold, die aufgrund ihrer Armut nicht zu den Umlagen veranlagt wurden.
1770 war es ihm gelungen, zu einem der drei Vorsteher der Gemeinde gewählt zu werden, allerdings erst, nachdem es ihm den Berichten nach gelungen war, gemeinsam mit seinem Bruder seinen Vorgänger Meyer Levi aus dem Amt zu mobben - interessanterweise ist aber dieses Amt in der Grabinschrift nicht genannt.
Der Witwer von Süße Berend nahm 1810 den Familiennamen Man(n)heimer an. Er starb in Detmold im Alter von 80 Jahren, laut Register am 6. September 1810 (7. Elul 570), und wurde am 9. September begraben.
Zehn Kinder, sieben Söhne und drei Töchter, waren ihm bereits als Kinder gestorben, nur eine Tochter namens Caroline wurde erwachsen und heiratete nach Berlin.
Davids Bruder Joseph, welcher mit einer Nichte des Kammeragenten Joseph Isaac (dtm-0025) verheiratet war, wird ab 1792 als Hofagent bezeichnet. 1810 nahm er den Familiennamen Wertheim(er) an, 1817 starb er; ein Grabstein hat sich nicht erhalten.

Zur Familie

Vater: Leiser ben Schimon (dtm-0042)
Mutter: Kele, Gattin des Leiser (dtm-0026)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 23,1: Zivilstandsregister der Juden für die Stadt Detmold, Kreis Detmold (GHT 1809-1875), S. 12, 15 (Annahme Familienname 1809); S. 32 (Tod).
Dina van Faassen: "'Hier ist ein kleiner Ort und eine kleine Gegend' - Hofjuden in Lippe", in: Hofjuden - Ökonomie und Interkulturalität. Die jüdische Wirtschaftselite im 18. Jahrhundert, hrsg. von Rotraud Ries und J. Friedrich Battenberg (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. XXV), Hamburg 2002, S. 289-331, hier S. 290f., 295, 297, 299 und S. 304, Anm. 48.
Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 82f., 164.

Fotografien

  «    »  

Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-61
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-61
(letzte Änderungen - )

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1810

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=dtm-61
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis