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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-412
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-412: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-412

Namen

Awraham ben Josef (Abraham Plaut) [14.12.1907]
Ettil bat Kalman Hakohen (Emilie Plaut geb. Cohen) [04.11.1936]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

Hier ruht
mein lieber Mann unser
guter Vater, der Lehrer
und Prediger
Abraham Plaut 5
geb. am 6. Decbr. 1850,
gest. am 14. Decbr. 1907.
Am Sabbat einst Dein Weg begann,
Am Sabbat kam Dein End heran;
Und zwischen beiden ohne Ruh 10
Für Gott und Menschen wirktest Du.
 Postament
Dem Andenken
unserer lieben Mutter,
Großmutter u. Urgroßmutter
Emilie Plaut geb. Cohen 15
geb. 20. Dez. 1847,
gest. in Johannesburg Süd-Afrika
4. Nov. 1936
 Rückseite
‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏מורינו ר׳ אברהם בן יוסף‏‎ 20 unser Lehrer, Herr Awraham, Sohn des Josef,
‎‏דורש תמים ומו״צ‏‎ ein lauterer Prediger und Lehrer der Gerechtigkeit,
‎‏נולד בשבת חנוכה תר״י‏‎ geboren am Schabbat von Chanukka 610
‎‏ונפטר בשבת ט׳ טבת תרס״ח‏‎ und verschieden am Schabbat, 9. Tewet 668.
‎‏בשבת באת‏‎ Am Schabbat bist du gekommen
‎‏ובשבת יצאת‏‎ 25 und am Schabbat bist du gegangen
‎‏ובשבוע בנתים‏‎ und in der Woche dazwischen
‎‏מלאכת שמים‏‎ - das Werk des Himmels
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
‎‏לזכר‏‎ Zum Gedenken an
‎‏עטיל בת ר׳‏‎ 30 Ettil, Tochter des Herrn
‎‏קלמן הכהן‏‎ Kalman Hakohen
‎‏קמו בניה ויאשרוה‏‎ ›Ihre Kinder erheben sich und preisen sie‹

 

 Zl 32: Spr 31,28

Kommentar

Datierung Abraham Plaut: Geboren Freitag abend, 06.12.1850; gestorben Samstag, 14.12.1907
Emilie Plaut: Geboren 20.12.1847; gestorben 04.11.1936
Dieses Grabmal steht mit dem nebenstehenden Grabmal des Sohnes Joseph in einer gemeinsamen Grabeinfassung. Die nebenliegende Grabstelle war wohl für Emilie Plaut reserviert gewesen, die sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Südafrika gerettet hatte und 1936 in Johannesburg starb. An ihrer Stelle wurde 1966 ihr aus der Emigration zurückgekehrter Sohn Joseph Plaut hier begraben, später auch dessen Frau.
Zl 22: Fehler in der Datumsangabe: ‎‏תר״י‏‎/610 statt ‎‏תרי״א‏‎/611.

Zur Person

Der Lehrer Abraham Plaut engagierte sich stark im örtlichen "Bildungsverein". Das Ehepaar Plaut hatte sieben Kinder: Antonia Toni, Joseph, Hermann, Ella, Amalie Mali, Manfred und Siegfried Plaut.
Der am 11. September 1875 in Detmold geborene Siegfried Plaut war verheiratet mit Martha geb. Story aus dem schlesischen Köben an der Oder. Er arbeitete als Lehrer an verschiedenen jüdischen Einrichtungen, darunter an der jüdischen Schule in Hameln und der Israelitischen Volksschule in Recklinghausen, und auch seine Tochter Paula besuchte das jüdische Lehrerinnenseminar in Köln. Zuletzt lebte das Ehepaar in Berlin, von dort wurden sie Ende September 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet.
Siegfried Plauts Mutter, Geschwister und Tochter konnten sich rechtzeitig ins Exil retten. Sein Bruder Joseph kehrte aus Südafrika nach Detmold zurück und liegt neben seinem Vater begraben.

Zur Familie

Sohn: Joseph Plaut (dtm-0413)

Links zu personenbezogenen Onlinedatenbanken

Plaut, Martha ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 1134002
Plaut, Siegfried ─ Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, 1134053

Quellen / Sekundärliteratur

Siegfried Plaut, in: Gudrun Mitschke-Buchholz: Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold, Detmold 2018, Digitale Fassung, gefördert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.
Dina van Faassen und Jürgen Hartmann (Bearbeiter): "Dennoch Menschen von Gott erschaffen" - Die jüdische Minderheit in Lippe von den Anfängen bis zur Vernichtung, Katalog und Arbeitsbuch zur Wanderausstellung, hrsg. von der Stadt Detmold und dem Kreis Lippe, Bielefeld 1991, S. 54.
Mathias Schafmeister: Detmold 1871-1918, Erfurt 2012, S. 52 (Abbildung anlässlich der Einweihung der neuen Synagoge am 17. Mai 1907, auf der der Kantor Abraham Plaut zu sehen ist, wie er gemeinsam mit dem Gemeindevorsteher Alex Meyer Fürst Leopold IV. und Fürstin Bertha auf den Stufen der neuen Synagoge begrüßt.)

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-412
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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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