logo epidat: epigraphische Datenbank

Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

Information   Inschriften   Karte   Indizes   Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [60/265]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-30
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-30: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-30

Name

Löb ben Refael Samter (Raphael Levi Samter) [07.03.1845]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏פו״מ כ׳ ליב בן מהור״ר‏‎ der Vorsteher und Leiter, der geehrte Löb, Sohn unseres Lehrers, des Meisters, Herrn
‎‏רפאל זאמטער‏‎ Refael Samter,
‎‏אל תורת ד׳ ועבודתו‏‎ in der Weisung des Ewigen und dem Dienst an ihm
‎‏ולגמול חסד הית׳ תשוקתו‏‎ 5 und im Erweis von Liebeswerk lag sein Begehr,
‎‏נפטר בש״ט כ״ח אדר‏‎ verschieden ›mit gutem Namen‹ 28. des Ersten Adar
‎‏ראשון ה׳ תר״ה‏‎ 5605.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 6: bBer 17a

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 07.03.1845
Namenskunde In seinem Segen über seine Söhne verglich der biblische Jakob seinen Sohn Jehuda mit einem jungen Löwen (Genesis 49,9), daher die Parallelität der Namen Jehuda, Arie (hebr. für "Löwe") und dem deutschen Löb, Löw, Levi etc. Löb war ein Sohn des Gemeindevorstehers und Hofagenten Raphael Levi = Refael ben Jehuda, er wurde also offensichtlich nach seinem Großvater benannt. Der Familienname Samter, den er sich 1809 wählte, geht auf den Ort Samter (heute poln. Szamotuły) bei Posen zurück, dem Geburtsort des Vaters.

Stilmittel

Reim auf -ato in Zln 4-5.

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Stele mit eingezogenem Rundbogenabschluß und vertieftem Schriftfeld mit erhabenen Rahmen und erhabenen Buchstaben. Die Inschrift ist rechtsbündig angebracht, die Kopfzeile im Bogenfeld und der Schlußsegen sind zentriert.
Schrift erhaben
Zustand 2017 Gut erhalten.

Zur Person

Löb ben Refael, das ist der Hofagent Raphael Levi Samter, welcher vermutlich das Vorsteheramt von seinem 1805 gestorbenen Vater Refael ben Jehuda übernommen hatte. 1810 bekam er den Titel Hofjude verliehen und betrieb Geldleihe sowie Manufaktur- und Kolonialwarenhandel.
1809 wählte er für die Familie den Namen Samter als feststehenden Familiennamen, nach dem Geburtsort seines Vaters, Samter bei Posen. Damals hatten Raphael Levi Samter und seine Frau Pesse, Tochter des Schweriner Hofagenten Ruben Michel, vier noch lebenden Kinder, den elfjährigen Sohn Ruben, den fünfjährigen Sohn Samson, die dreijährige Tochter Güdel (= Julie) und die einjährige Tochter Zara. Drei weitere Kinder waren bereits gestorben. Raphael Levi starb im Alter von 80 Jahren.

Zur Familie

Vater: Raphael Levi (dtm-0090)
Mutter: Golda bat Lipman (dtm-0079)
Gattin: Pesse Samter (dtm-0032)
Sohn: Samson Samter (dtm-0065)
Töchter: Julie Leseritz geb. Samter (dtm-0041); Sara Kahn geb. Samter (dtm-0101)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 23,1: Zivilstandsregister der Juden für die Stadt Detmold, Kreis Detmold (GHT 1809-1875), S. 12-14 (Annahme Familiennamen 1809); S. 377 (T).
Dina van Faassen: "'Hier ist ein kleiner Ort und eine kleine Gegend' - Hofjuden in Lippe", in: Hofjuden - Ökonomie und Interkulturalität. Die jüdische Wirtschaftselite im 18. Jahrhundert, hrsg. von Rotraud Ries und J. Friedrich Battenberg (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. XXV), Hamburg 2002, S. 289-331, hier S. 295, 297.
Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 164.

Fotografien

  «    »  

Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-30
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-30
(letzte Änderungen - )

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1845

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=dtm-30
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis