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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID dtm-20
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-20: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-20

Name

Herz Schiff [29.01.1913]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הערץ שפ[ף]‏‎ Herz Schiff,
‎‏מת ביום כ״א שבט‏‎ gestorben am 21. Tag des Schwat
‎‏תרע״ג לפ״ק‏‎ 673 der kleinen Zählung.
‎‏עטרת תפארת‏‎ 5 ›Schmückende Krone
‎‏שיבה בדרך‏‎ ist graues Haar, auf dem Weg
‎‏צדקה תמצא‏‎ der Gerechtigkeit wird es erreicht‹
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Herz
Schiff 10
geb. am 26. Juli
1818
gest. am 29. Januar
1913.
Eine herrliche Krone ist 15
ein hohes Alter,
Auf dem Wege der Tugend
wird es gefunden. Spr. Sal. 16,13

 

 Zln 5-7: Spr 16,31

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 29.01.1913
Herz Schiff wurde 95 Jahre alt und wurde bei seinem Tod vermutlich auf dem alten Friedhof neben seiner 1871 gestorbenen Tochter Elise und seiner 1886 gestorbenen Frau beigesetzt. Damit gehört dieses Grabmal zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs, die 1948 auf diesen Friedhof überführt wurden, obwohl es deutlich jünger ist als die anderen Grabmale von jenem Friedhof. Einzigartig bleibt in Detmold der parallele Aufbau der hebräischen und deutschen Inschriften, die das hohe Alter des Verstorbenen mit einem Vers aus den Sprüchen Salomos würdigen.
Zl 2: Der Familienname wurde entsprechend deutscher Orthographie mit zwei 'f' geschrieben.
Zl 7: "Gerechtigkeit", auch mit "Wohltätigkeit" zu übersetzen.
Zl 11: Der Geburtstag wurde verschrieben und korrigiert. Entsprechend der Angabe in den Registern wurde der Tag hier mit "26." wiedergegeben.
Namenskunde Der Name Herz geht zurück auf den Jakobssegen: Als der biblische Jakob seine zwölf Söhne segnete, verglich er seinen Sohn Naftali mit einem springenden Hirschen (Genesis 49,21). Daher kommt die Parallelität der Namen Naftali, Zwi (hebr. für Hirsch) und dem deutschen Hirsch, Hersch, Hirz u.ä. In den hebräischen Inschriften für die Gattin und die Tochter ist der Name mit "Hirz" angegeben. Dieser "jüdische" Name Hirz wurde dann bürgerlich zum "deutschen" Namen Herz, und entsprechend ist der Name hier in der hebräischen wie der deutschen Inschrift angegeben.

Beschreibung

Material Rötlicher Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört vermutlich zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Stele mit eingezogenem Rundbogenabschluß. Die Inschrift ist zentriert.
Zustand 2017 Das Grabmal war in der Mitte auseinandergebrochen und wurde wieder zusammengefügt. Ein Teil des Giebels fehlt.

Zur Person

Herz Schiff wurde am 26. Juli 1818 in Heidenoldendorf geboren als ältester Sohn von Baer Schiff und Elise geb. Adler. Verheiratet war er mit Pauline Schiff geb. Schuster. Seine nach seiner Mutter benannte Tochter Elise wurde 1845 geboren und starb als junge Frau.
Der Manufaktur- und Kolonialwarenhändler betrieb auch eine Spinnerei für baumwollene und halbwollene Stoffe.
Der Detmolder Synagoge stiftete er eine ihrer 15 Torarollen.

Zur Familie

Vater: Baer Schiff (dtm-0084)
Mutter: Elise Schiff geb. Adler (dtm-0017)
Schwestern: Jeanette Heine geb. Schiff (dtm-0021)
Gattin: Pauline Schiff geb. Schuster (dtm-0018)
Tochter: Elise Schiff (dtm-0019)
Sohn: David Schiff (dtm-0503)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Zivilstandsregister der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 23,8: Zivilstandsregister für das Amt Detmold, Kreis Detmold mit den Orten Haustenberck, Heidenoldendorf, Heiligenkirchen (G 1818-1875, H 1813-1871, T 1815-1873), S. 5 (Geburt); S. 12 (Tod des Vaters).
Klaus Pohlmann: "Die Verbreitung der Handwerke unter den Juden". Zur Geschichte der jüdischen Handwerker in Lippe im 18. und 19. Jahrhundert (Panu Derech - Bereitet den Weg. Schriften der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, 8), Detmold 1993, S. 139.
Dina van Faassen und Jürgen Hartmann (Bearbeiter): "Dennoch Menschen von Gott erschaffen" - Die jüdische Minderheit in Lippe von den Anfängen bis zur Vernichtung, Katalog und Arbeitsbuch zur Wanderausstellung, hrsg. von der Stadt Detmold und dem Kreis Lippe, Bielefeld 1991, S. 53.
Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S. 305.

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-20
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Inschriften des Jahres 1913

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

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