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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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ID dtm-124
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-124: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-124

Name

Fike bat Awraham Burghard (Fike Burghard) [07.12.1892]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏פיקע בת אברהם‏‎ Fike, Tochter des Awraham
‎‏בורגהארד נפטרה‏‎ Burghard, verschieden
‎‏ח״י כסלו תרנ״ג לפ״ק‏‎ 18. Kislev 653 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 5 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Fike Burghard.

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 07.12.1892

Beschreibung

Lage Alte Grabstein-Nummer: 25 (am Sockel links vorne eingraviert)
Beschreibung Stele mit stark eingezogenem kleinen Rundbogenabschluss, im Giebelfeld eine große Konche. Das eingetiefte Schriftfeld schließt mit einem Hufeisenspitzbogen. Das Grabmal der Schwester Julie (dtm-0112) ist sehr ähnlich gestaltet.
Ornament gestalterische Verzierung, insbesondere Konche
Zustand 2017 Gut erhalten.

Zur Person

Fike Friederike, auch Vögelchen, wurde am 5. September 1826 in Lage geboren als Tochter von Abraham und Sara Moses Burghard. Abraham Burghard hatte als einer der ersten jüdischen Lehrlinge überhaupt seit 1809 eine Sattlerlehre in Detmold absolviert, die allerdings nicht konfliktfrei verlief: Mehrmals verließ er nach Streitigkeiten mit seinem Lehrherrn den Dienst und blieb ihm schließlich ganz fern. Als ihm jedoch von der Regierung damit gedroht wurde, dass ihm die als Lehrling zugestandene Befreiung vom Militärdienst entzogen würde, nahm er seine Lehre wieder auf und schloß sie erfolgreich ab. 1825 ließ er sich als Sattler in Lage nieder, nachdem ihm eine Niederlassung in Detmold, wo bereits drei Sattler tätig waren, verwehrt wurde. Doch auch in Lage fand er nur schwer ein Auskommen - 1841 und 1856 wird jeweils vom Magistrat festgestellt, dass er in größter Armut lebte.
1846 lebte Abraham Burghard laut Bevölkerungs- und Viehstandsliste der Stadt Lage mit seiner Frau Jette und den beiden Töchtern Juliana und der hier begrabenen Friederike in Haus Nr. 33 (seit 1852 Nr. 74) als Untermieter des Zieglers Simon Reker und besaß zwei Ziegen.

Zur Familie

Vater: Abraham Burchhard (Jüdischer Friedhof Lage, lag-0113)
Schwester: Juliana Burghard (dtm-0112)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Register der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 46,9: Zivilstandsregister der Juden für das Amt Lage, Kreis Detmold (GHT 1810-1875), S. 9 (G).
Klaus Pohlmann: Die Verbreitung der Handwerke unter den Juden, Detmold 1993, S. 28f., 31f., 60, 82, 103, 127, 134.
Martin Hankemeier: Zur Geschichte der Juden in Lage, Detmold 2003, S. 32.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-124
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