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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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ID dtm-112
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-112: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-112

Name

Gitel (genannt Jule) bat Awraham Burghard KaZ (Julie Burghard) [27.04.1890]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏גיטל המכונה יולע בת‏‎ Gitel genannt Jule, Tochter des
‎‏אברהם בורגהארד‏‎ Awraham Burghard
‎‏כ״צ מלאגע ביושר‏‎ KaZ aus Lage. Mit der Aufrichtigkeit
‎‏לבבה דרשה טוב‏‎ 5 ihres Herzens förderte sie das Wohl
‎‏משפחתה נפטרה בת‏‎ ihrer Familie. Sie verschied im Alter von
‎‏ס״ב שנה ז׳ אייר תר״ן לפ״ק‏‎ 62 Jahren 7. Ijar 650 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Julie
Burghard. 10

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 27.04.1890

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Historische Grabstein-Nummer: 12 (auf der rechten Schmalseite unten eingraviert)
Beschreibung Stele mit stark eingezogenem kleinen Rundbogenabschluss, im Giebelfeld eine große Konche. Das eingetiefte Schriftfeld schließt mit einem Spitzbogen zwischen zwei kleinen Rundbögen. Das Grabmal der Schwester Fike (dtm-0124) ist sehr ähnlich gestaltet.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2017 Leichte Verwitterungsspuren.

Zur Person

Gitel Jule, auch Juliana, wurde am 5. Januar 1828 in Lage geboren als Tochter des Abraham Moses Burghard und der Jette Valentin. Abraham Burghard hatte als einer der ersten jüdischen Lehrlinge überhaupt seit 1809 eine Sattlerlehre in Detmold absolviert, die allerdings nicht konfliktfrei verlief: Mehrmals verließ er nach Streitigkeiten mit seinem Lehrherrn den Dienst und blieb ihm schließlich ganz fern. Als ihm jedoch von der Regierung damit gedroht wurde, dass ihm die als Lehrling zugestandene Befreiung vom Militärdienst entzogen würde, nahm er seine Lehre wieder auf und schloß sie erfolgreich ab. 1825 ließ er sich als Sattler in Lage nieder, nachdem ihm eine Niederlassung in Detmold, wo bereits drei Sattler tätig waren, verwehrt wurde. Doch auch in Lage fand er nur schwer ein Auskommen - 1841 und 1856 wird jeweils vom Magistrat festgestellt, dass er in größter Armut lebte.
1846 lebte Abraham Burghard laut Bevölkerungs- und Viehstandsliste der Stadt Lage mit seiner Frau Jette und den beiden Töchtern Friederike und der hier begrabenen Juliana in Haus Nr. 33 (seit 1852 Nr. 74) als Untermieter des Zieglers Simon Reker und besaß zwei Ziegen.

Zur Familie

Vater: Abraham Burchhard (Jüdischer Friedhof Lage, lag-0113)
Schwester: Fike Burghard (dtm-0124)
Bruder: Joseph Burghard (dtm-0314)

Quellen / Sekundärliteratur

Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, P2 Register der Juden und Dissidenten im Regierungsbezirk Detmold, 46,9: Zivilstandsregister der Juden für das Amt Lage, Kreis Detmold (GHT 1810-1875), S. 10 (G).
Klaus Pohlmann: Die Verbreitung der Handwerke unter den Juden, Detmold 1993, S. 28f., 31f., 60, 82, 103, 127, 134.
Martin Hankemeier: Zur Geschichte der Juden in Lage, Detmold 2003, S. 32.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

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2017
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Anna Martin

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Nathanja Hüttenmeister

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-112
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-112
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Steinheim-Institut
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