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Detmold 265 Inschriften (1729-2017)

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ID dtm-100
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-100: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?dtm-100

Name

Izek Detmold (Isaac Moses) [12.04.1750]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ פ״ו ר׳ איצק דעטמו׳‏‎ Hier ist begraben der Vorsteher und Leiter, Herr Izek Detmold,
‎‏איש‏‎ ein
‎‏תמים‏‎ lauterer Mann,
‎‏הלך בדרך יש׳‏‎ er ging den Weg ›aufrecht
‎‏ונאמן ידיו לא‏‎ 5 und getreu‹, seine Hand wich nicht
‎‏סר מכיסו וליתן‏‎ aus seinem Beutel, um Almosen zu
‎‏צדקה לאביון צדק‏‎ geben den Bedürftigen, ›Gerechtigkeit
‎‏ילין במנוח׳ נכונה‏‎ wohnte [in ihm]‹, in wahrer Ruhe
‎‏תנוח בג״ע העליון‏‎ ruhe er im oberen Garten Eden,
‎‏קבר ללינה ינוח‏‎ 10 (im) Grabe zum Nächtigen ›möge er ruhen
‎‏ותעמוד גורלו לקץ‏‎ und auferstehen zu seinem Lose am Ende
‎‏הימין הליכות עולם‏‎ der Tage‹, ›der Lauf der Welt
‎‏לו ולנו שבק חיים‏‎ für ihn‹ und ›für uns ließ er das Leben‹
‎‏יו׳ א׳ ו׳ ניסן תק״י ל׳‏‎ am Tag 1, 6. Nissan 510 der Zählung.

 

 Zl 4f: Av 6,1  Zl 7f: nach Jes 1,21  Zln 10-12: Dan 12,13  Zl 12f: Hab 3,6 | Zl 13: Nach bBer 61b

Kommentar

Datierung Gestorben am Sonntag, 12.04.1750
Zl 1: Die Zeile folgt dem Bogenverlauf.
Namenskunde Izek ist eine Koseform des biblischen Namens Jizchak, Isaak.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2, 5, 7, 10: ‎‏איצק‏‎ Izek

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Non in situ. Das Grabmal gehört zu den Steinen des Vorgängerfriedhofs am Lemgoer Tor und wurde 1948 auf diesen Friedhof überführt.
Beschreibung Stele mit geschweiftem und eingezogenem Rundbogen mit leicht auskragendem Rahmen. Das Schriftfeld ist vertieft, die Buchstaben erhabenen. Die ersten vier Zeilen der Inschrift sind zentriert, der Rest ist rechtsbündig angebracht, füllt aber das Schriftfeld fast vollständig aus.
Schrift erhaben
Zustand 2017 Das leicht eingesunkene Grabmal ist an den Rändern leicht beschädigt.

Zur Person

Izek Detmold, das ist Isaac Moses, welcher 1698 das Geleit für Detmold erhalten hatte. Er stammte aus Haußberge bei Minden, seine Frau Hanna aus dem Dorf Deisel bei Hofgeismar, die bei einer Tante, der Hofjüdin Gütgen, in Detmold aufgewachsen war. Durch diese Beziehungen gelang es Isaac schnell, zum Hofjuden ernannt zu werden. Gemeinsam mit dem Hofjuden Moses Jacob (dtm-0096) betrieb er eine Tabakfabrik und seit 1699 einen Tabakhandel, geriet jedoch schnell in Streit mit seinem Geschäftspartner. 1723 erhielt er von Graf Simon Henrich Adolph für sich und seine Söhne die Tabakfabrik und war als Hofbankier bei der Finanzierung verschiedener Bauprojekte des Hofes beteiligt. Gemeinsam mit Josef Goldschmidt hatte er seit 1725 das Amt des Vorstehers der Landjudenschaft inne.
Noch zu seinen Lebzeiten gelang es ihm, seinen beiden Söhnen Geleit zu Detmold zu erwirken. Joseph Isaac erhielt 1719 Geleit, wurde 1723 zum Hofjuden ernannt und wurde zum wichtigen Hofbankier des Grafen Simon Henrich Adolph.
Isaac Moses' Sohn Gerson erhielt 1722 Geleit, 1727 wurde er auf Fürsprache seines Bruders, des Kammeragenten Joseph Isaac, zum Vize-Rabbiner für Lippe ernannt, 1729 verzog er nach Bückeburg und etablierte sich dort als erfolgreicher Tabakfabrikant. Sein Bruder Aaron Arendt konnte sich auf Vermittlung seines Bruders Joseph Isaac in Lemgo niederlassen, wo er mit Gold- und Silberwaren, Textilien, Zucker, Tee und Kaffee handelte.

Zur Familie

Sohn: Josef Jaakow (dtm-0025)

Quellen / Sekundärliteratur

Michael Guenter: Die Juden in Lippe von 1648 bis zur Emanzipation 1858 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, 20), Detmold 1973, S. 91, 156f.
Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S. 303.

Fotografien

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Ulrich Heinemann

heutiges Foto
2017
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Detmold, dtm-100
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=dtm-100
(letzte Änderungen - )

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Inschriften des Jahres 1750

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=dtm-100
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