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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-769
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-769: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-769

Name

Schimon ben Josef Wertheimber (Wolf Wertheimber) [15.06.1905]            

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏לזכר עלם יהיה צדיק וצדקהו לעד עומדת‏‎ ›Zum ewigen Gedächtnis wird der Gerechte sein‹, ›und seine Gerechtigkeit bestehe auf ewig‹
‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש תם וישר אהוב לבני ביתו ולכל מכיריו‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹, geliebt von seinen Angehörigen und allen, die ihn kannten,
‎‏הו״ה שמעון בן כהר״ר יוסף‏‎ der Teure und Erhabene, Schimon, Sohn des geehrten Meisters, Herrn Josef
‎‏ווערטהיימבער ז״ל‏‎ 5 Wertheimber, sein Andenken zum Segen,
‎‏שנפטר בשם טוב בן ע״ג שנה י״ב סיון‏‎ der verschieden ist ›mit gutem Namen‹ im Alter von 73 Jahren (am) 12. Sivan
‎‏ונקבר בכבוד גדול בי״ג בו‏‎ und begraben wurde mit grosser Ehre am 13. desselben,
‎‏תרס״ה לפ״ק‏‎ 665 der kleinen Zählung.
‎‏שפעת ברכה היית למשפחתך‏‎ Segensfülle warst du deiner Familie,
‎‏מבקר עד ערב השלמת פעולתך‏‎ 10 von morgens bis abends hast du dein Werk vollkommen gemacht,
‎‏על עניים ודלים פרשת כנפיך‏‎ den Armen und Geringen hast du deine Schwingen ausgebreitet,
‎‏ובאמונה עסקת בצורכי עדתך‏‎ und in Treue für die Bedürfnisse deiner Gemeinde gewirkt,
‎‏נר רגלך לא ימוש מיוצאי חלציך‏‎ ›die Leuchte deines Fußes‹ weiche nicht von denen, die deinen Lenden entsprungen sind
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Wolf Wertheimber. 15
 Rückseite
Eine Fülle des Segens
Der Liebe und Treue
Warst du den Deinen
Zeit deines Lebens
20
Den Armen ein Vater,
Beschützer, Berater;
Ein strahlendes Vorbild
Deiner Gemeinde.
25
Ist auch dein Sterbliches
Dem Staube verfallen,
Deine hehre Seele soll uns
Ewig umwallen.
30
Wandeln wollen wir in
Deinen Wegen
Solang' uns der Lebenshauch
Wird bewegen.

 

 Zl 1: Ps 112,6 | Zl 1: Ps 111,3 u. 112,3  Zl 3: Ijob 1,8  Zl 6: bBer 17a  Zl 13: Ps 119,105

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 15.06.1905 ; begraben am nächsten Tag
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasste man für den in seiner Gemeinde sehr aktiven Wolf Wertheimber noch einmal zu eine traditionelle hebräische Grabinschrift, überschrieben mit einem Segenswunsch und mit einer gereimten Eulogie mit Akrostichon. Dieser wurde auf der Rückseite ein deutsches Gedicht gegenübergestellt, das in eigenen, ebenfalls gereimten Worten dieselben Inhalte zu transportieren sucht. Dagegen wurde auf die Angaben der Lebensdaten verzichtet.

Stilmittel

Reim auf -echa in Zln 9-13.
Akrostichon in Zeilen 9-13: ‎‏שמעון‏‎ Schimon

Beschreibung

Steinmetz Hans Küfner, Erlangerstr. 51.

Zur Person

Wolf Wertheimber wurde am 12. April 1832 in Bayreuth geboren als ältester Sohn des Kaufmanns Joseph Wertheimber und der Caroline geb. Schwabacher. Zwischenzeitlich hatte er sich vermutlich in Regensburg aufgehalten, denn mit Regensburg wird sein Herkunftsort angebenen, als der "Großhändler" 1863 in Düsseldorf Marianne Isak aus Ruhrort (heute ein Stadtteil von Duisburg) heiratete, eine Tochter von Hermann Isaac und Klara geb. Comlers?. Der verwitwete Privatier Wolf Wertheimber, der im Bayreuther jüdischen "Geselligkeitsverein" Phönix eine aktive Rolle gespielt hatte, starb im Alter von 73 Jahren an "Marasmus senilis".
Wolf Wertheimber gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des 1897 ins Leben gerufenen Vereins "Chevre Beth Almin", der Friedhofsgesellschaft, die es sich zur Aufgabe machte, durch freiwillige Abgaben in der Synagoge oder bei anderen Gelegenheiten zur würdigen Instalthaltung des Friedhofs beizutragen (CAHJP D/Ba 28/215 12./14. September 1897).

Zur Familie

Vater: Joseph Wertheimber (Grabstein Nr. bay-0580)
Mutter: Karoline Wertheimber (Grabstein Nr. bay-0424)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 769: Wolf ­Wertheimber · 1905 Sylvia Habermann: "Juden im Erwerbsleben. Kaufleute und Gewerbetreibende vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 167-176, hier S. 175.

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-769
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-769
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-769
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