logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [28/957]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-367
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-367: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-367

Name

David ben Baruch [20.04.1793]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏למקונן על מות גבר חכם בעוז‏‎ dem Wehklagenden um den Tod ›eines weisen Mannes, der Stärke hat‹,
‎‏כ״ה דוד שוט שוטף בך פגע‏‎ der geehrte Herr David - ›eine flutende Geißel hat dich getroffen‹,
‎‏בן ברוך ספית ממות ברגע‏‎ Sohn des Baruch - vom Tode wurdest du hingerafft im Nu,
‎‏נדיב תמכת חברת כלחים ובחורים‏‎ 5 ein Wohltäter - du hast unterstützt die Chewra der ... und der Junggesellen,
‎‏חכם מהלך נפשך למקור כמית‏‎ ein Weiser - deine Seele wandelt zur Quelle ihres Lechzens,
‎‏נבון ממיסדי בית החפשית היית‏‎ ein Einsichtiger - einer der Gründer des Asyls bist du gewesen,
‎‏משכרתך מעל ולמטה אלה .טורים‏‎ dein Lohn ist oben und unten die ...,
‎‏נפטר בש״ק ח׳ אייר תקנ״ג לפ״ק‏‎ verschieden am heiligen Schabbat, 8. Ijar 553 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Spr 24,5  Zl 3: Jes 28,15.18

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 20.04.1793
Die Eulogie setzt die Tugenden von David ben Baruch - ein Wohltäter, ein Weiser, ein Einsichtiger - jeweils an den Anfang einer Zeile und erläutert diese Tugenden dann näher, indem sie den Verstorbenen direkt anspricht.

Stilmittel

Reim auf -ega in Zln 3,4, auf -rim in zln 5,8 und auf -jita in Zln 6,7 (Reimschema aabccb).
Akrostichon in Zeilen 3-4: ‎‏כה דוד בן ברוך ‏‎ der geehrte Herr  David  Sohn des Baruch

Beschreibung

Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht. Das Grabmal weist in der Oberkante sieben Vertiefungen auf, vermutlich fehlt ein (metallener?) Aufsatz.

Zur Person

David, Sohn des Baruch, zählte zu den ersten Bayreuther Gemeindemitgliedern und ist schon auf der Gemeindeliste von 1763 verzeichnet. Er war offensichtlich dreimal verheiratet: Von seiner ersten Ehe ist nichts bekannt, doch stammen aus dieser Verbindung vermutlich der 1767 geborene Sohn Baruch sowie die in der Judenliste von 1796 verzeichneten Kinder Samuel (damals 21 Jahre alt), Dolza (damals 18 Jahre alt und in Bayreuth "in Diensten" stehend) und Emanuel, damals "in der Fremde". In zweiter Ehe heiratete er 1785 Riwka, einzige Tochter von Lipman Etgess, das war der damals bereits verstorbene Breslauer Gemeindevorsteher Liebmann Bär. Sie brachte ein überaus reiches Heiratsgut mit in die Ehe, über das sich ein ausführliches Inventar erhalten hat. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, so ist Riwka ist vermutlich die Mutter der in der Judenliste von 1796 verzeichneten neunjährigen Dietela, sie starb jedoch schon 1789 im Kindbett. Offensichtlich vermählte sich David nach dem Tod Riwkas in dritter Ehe mit Hindelche, auch Henriette, und aus dieser Verbindung gingen zwei weitere Kinder hervor: der 1796 sechsjährige Liebmann und der damals fünfjährige Rachavie. David starb aber selber schon wenige Jahre später, offensichtlich eines plötzlichen Todes (möglicherweise ist er ertrunken?). Sein Grab war laut altem hebräischen Begräbnisregister "das erste Grab entlang der westlichen Mauer". Dem Heiratsgut seiner zweiten Gattin nach war David Baruch einstmals sehr reich gewesen, doch hinterließ er seine Familie in äußerst bedrängten Verhältnissen.
David Baruch war Hoffaktor. 1780 gehörte er zu den Unterschreibern des Konzessionsgesuchs an den Markgrafen zur Anlage eines eigenen Friedhofs und 1786 kaufte er gemeinsam mit Hirsch Uhlfelder im Auftrag der jüdischen Gemeinde das Gelände, auf dem Anfang 1787 der jüdische Friedhof angelegt wurde. Auch der Schenkungsbrief über die Bayreuther Synagoge von 1772 trägt u.a. seine Unterschrift.

Zur Familie

2. Gattin: Riwka, Gattin des David ben Baruch (Grabstein Nr. bay-0018)
3. Gattin: Hindelche, Gattin des David ben Baruch (Grabstein Nr. bay-0064)
Sohn aus erster Ehe?: Baruch, Sohn des David (Grabstein Nr. bay-0394)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 367: David, Sohn des Baruch · 1793 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 93 (Gemeindeliste 1763), S. 120 (Schenkungsbrief Synagoge) und S. 124-128: "Der Trousseau einer reichen Jüdin im Jahre 1785".

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-20
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-367
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-367
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1793

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-367
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis