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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-296
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-296: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-296

Name

Jaakow ben Naftali (Jacob ­Gunzenhausen) [27.04.1846]            

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ש‏‎ Hier ruht
‎‏איש צדיק בדרכו ונאמן ברוחו‏‎ ein Mann, auf seinen Wegen gerecht, getreu sein Gemüt,
‎‏ה״ה הר״ר יעקב בר נפתלי אשר נכנה‏‎ es ist der Meister, Herr Jaakow, Sohn des Naftali, der genannt wurde
Jacob ­Gunzenhausen
‎‏ונגוע יום ב׳ ב׳ דר״ח אייר תר״ו‏‎ 5 und er schied hin Tag 2, 2. Neumondstag Ijar 606,
‎‏נקי כפים ובר לבב כל ימיך‏‎ ›rein an Händen und lauteren Herzens‹ all deine Tage,
‎‏תורת ויראת ה׳ תמיד בפיך ולבך‏‎ ›die Lehre und die Ehrfurcht des Ewigen stets in deinem Munde und in deinem Herzen‹,
‎‏את בנינו בברית אברהם הכנסת‏‎ unsere Söhne führtest du in den Bund Abrahams ein,
‎‏ובימי׳ הנוראי׳ קולך בתפילה הרמות‏‎ und an den ehrfurchtgebietenden Tagen hattest du deine Stimme zum Gebet erhoben,
‎‏לכן בעיני אלקים ואדם {חן} מצאת‏‎ 10 deshalb ›fandest du (Gefallen) in den Augen des Ewigen und der Menschen‹.
‎‏נתצב״ה‏‎ Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 6: Ps 24,4  Zl 7: Ex 13,9  Zl 10: nach Gen 6,8

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 27.04.1846
Zl 8: Der übliche Hinweis darauf, dass der Verstorbene ein Beschneider war. Bekräftigt wird dies durch die dargestellten, für die Beschneidung benötigten Utensilien.
Zl 9: Gemeint ist wohl, das Jaakow, Sohn von Naftali, als Vorsänger am Neujahrstag und am Versöhnungstag fungierte.
Zl 10: Das Wort ‎‏חן‏‎, Gefallen, Gunst wurde hier offensichtlich vergessen.

Stilmittel

Reim auf -echa in Zln 6,7 und auf -ta in Zln 8-10

Beschreibung

Symbol Amtssymbol: Beschneidungsuntensilien, darunter Messer
Ornament florale Verzierung
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

Der 1782 (laut Kataster 1785) geborene Jacob, Sohn des Handelsmanns Hirsch Naftali Gunzenhäuser, hatte 1822 eigenständig Schutz in Bayreuth erhalten und betrieb hier einen "Schnittwarenhandel im offenen Laden" bzw. "Hausierhandel". Im selben Jahr heiratete er die 1803 in Bayreuth geborene Nette Nettel Nendel, Tochter von Baruch Löwenthal und Sara geb. Heumann. 1823 wurde sein Sohn Hirsch geboren, 1824 der Sohn Löw und 1826 Wolf, der "Advokat" in Fürth wurde. 1827 kam Heimann Chajim zur Welt, der nach Amerika auswanderte, ebenso wie seine Geschwister, die 1830 geborene Flora Fradel, die 1833 geborene Dorette Treinle und die 1838 geborenen Zwillinge Clementine und Hedwig. Der verwitwete Handelsmann Jacob Gunzenhäuser starb im Alter von 63 Jahren an "Brustwassersucht" und wurde neben seiner Schwester Caroline begraben.
Wie die Grabinschrift und die auf dem Grabstein abgebildeten Symbole deutlich machen, hatte Jacob Gunzenhausen seiner Gemeinde viele Jahre als Beschneider gedient. 1823 begann er, ein Mohelbuch zu führen, ein Verzeichnis aller von ihm vorgenommenen Beschneidungen, in das er am 10. September 1824 als erstes die Beschneidung seines eigenen Sohnes Arje Löw eintrug. Die letzte Eintragung, die 76. von ihm vorgenommene Beschneidung, verzeichnete Jacob Gunzenhausen am 2. März 1846, knapp drei Monate vor seinem Tod (CAHJP D/Ba 28/237).

Zur Familie

Vater: Hirsch Gunzenhäuser (Nr. bay-3299)
Mutter: Fradel Gunzenhäuser (Grabstein Nr. bay-0291)
Gattin: Nette Gunzenhäuser geb. Löwenthal (Grabstein Nr. bay-0304)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 296: Jakob ­Gunzenhäuser · 1846

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-18
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-296
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-296
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-296
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