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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-236
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-236: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-236

Name

Awraham ben Jizchak Jisrael (Abraham ­Würzburger) [23.05.1819]            

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏אברהם שב למקומו ארץ החיים‏‎ ›Awraham kehrte an seinen Ort zurück‹ (im) ›Lande des Lebens‹,
‎‏בית אל הוא עלה במרמי שמים‏‎ (zum) ›Haus Gottes stieg er empor‹, in des Himmels Höhen
‎‏נט אהלו מתחת כס סביב קרנים‏‎ ›er spannte sein Zelt auf‹, unter dem Throne, um die Hörner herum,
‎‏יחזה מחזה שדי בגלוי ענים‏‎ 5 ›erblicke er das Angesicht Gottes mit enthüllten Augen‹,
‎‏צבי זמר חיות שם ישמע ורננה‏‎ das herrlichste Lied der (heiligen) Wesen wird er dort hören und Jubelgesang,
‎‏חין שיר קודש האדרת והאמונה‏‎ die Schönheit des heiligen Liedes, die Pracht und die Treue,
‎‏קדם בנעים קול אותו השמיענו‏‎ hat er uns zuvor mit wundervoller Stimme hören lassen
‎‏יום צום עשור בהיותו עוד עמנו‏‎ am Versöhnungstag, als er noch bei uns war,
‎‏שר שרים בחיך רוממת מלך מלכים‏‎ 10 Gesänge hast du gesungen, als du lebtest, den König der Könige hocherhoben,
‎‏רכיל לא הלל פיך הוציא שבחים‏‎ den Verleumder rühmte dein Mund nicht, brachte keinen Lobpreis hervor,
‎‏איש חנף מנעת ודובר מדוחים‏‎ Heuchler hieltest du ab, und Verkünder von Falschheit,
‎‏לכן נשמתו בצרור חיי נצחים‏‎ deshalb sei seine Seele im Bündel des ewigen Lebens.
‎‏נפטר יום א׳ כ״ח אייר תקע״ט‏‎ Verschieden Tag 1, 25. Ijar 579.
‎‏תנצב״ה‏‎ 15 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Gen 18,33 | Zl 2: Jes 38,11 u.a.  Zl 3: Nach 2Kön 2,23 u.a.  Zl 4: Gen 12,8  Zl 5: Num 24,4.16

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 23.05.1819
Aus vielen Zitaten zusammengesetzte, gereimte und mit einem Akrostichon versehene Eulogie, die ausführlich die Einkehr Abraham Würzburgers in die himmlischen Gefilde beschreibt, wo er sich an der herrlichsten Musik ergötzen wird, so wie er zu Lebzeiten seine Gemeinde als Vorsänger mit seinem Gesang erfreute.
Zl 4: Gemeint sind die Vorsprünge an den vier Ecken des Altares im Tempel, siehe z.B. Ex 27,2. Hier nach Zunz mit "Hörner" übersetzt.
Zl 6: Mit heilige Wesen sind Engel gemeint, die in der Nähe des Thrones Gottes sind, siehe z.B. Ez, Kap. 1.
Zl 12: ‎‏מדוחים‏‎, Falschheit, Verführung ist ein Hapax legomena.

Stilmittel

Reim auf -ajim in Zln 2-5, auf -na in Zln 6-7, auf -anu in Zln 8-9, auf -chim in Zln 10-13.
Akrostichon in Zeilen 2-13: ‎‏אברהם בן יצחק ישראל‏‎ Awraham  Sohn des Jizchak Israel

Beschreibung

Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

Abraham Würzburger, Sohn des Isaak Israel aus Ansbach, auch Abraham Hesla Bamberger, stammte laut "Juden-Familien-Liste" von 1796 aus Bamberg und hatte 1775 Schutz in Bayreuth erlangt. 1814 nahm er den Familiennamen Werther an. Er war verheiratet mit Jochewed/Jachevet und Vater von mindestens vier Kindern: 1762 wurde sein Sohn Isaak geboren, 1775 Jacob und 1778 Elkan. Seine Tochter Ella hatte ins Bambergische geheiratet. Außerdem lebten in seinem Haushalt 1796 noch der Knecht Jöslein und die 28-jährige Magd Hennela. Der Kaufmann und Vorsänger, dessen Vermögen 1796 für die Schatzung auf 6.000 Gulden beziffert wurde, besaß damals "ein beträchtl. Waarenlaager von schneidender Waare" und lebte mit seiner Familie "im Cammer-Rath Eberdischen Hauß" zur Miete. Er starb im Alter von 77 Jahren an "Schlagfluß".

Zur Familie

Gattin: Jochewet, Witwe des Awraham Ansbach Würzburger (Grabstein Nr. bay-0237)
Söhne: Isaak Würzburger (Grabstein Nr. bay-0238); Jacob Würzburger (Grabstein Nr. bay-0280); Elkan Würzburger (Grabstein Nr. bay-0464)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 236: Abraham ­Würzburger · 1819 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (4.10.1814), Nr. 67: "Abraham Würzburger, - nun Abraham Werther".

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-236
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-236
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-236
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