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Sondershausen 187 inscriptions (1713-1937)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID sdh-9
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-9: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sdh-9
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Name

Schlomo ben Chajim (Salomon Goldschmidt) [06.09.1846]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש תם וישר הלך‏‎ ›ein lauterer und aufrechter Mann‹, ›er wandelte
‎‏תמים ופעל צדק ירא‏‎ in Lauterkeit und wirkte Wohl‹, ehrfürchtend
‎‏אלהיו כל ימיו צדיק‏‎ seinen Gott all seine Tage, ›ein Gerechter,
‎‏באמונתו חיה וישכב‏‎ 5 der in seinem Glauben lebte,‹, ›und er legte sich
‎‏אל אבותיו בן תשעים‏‎ zu seinen Vätern‹ im Alter von neunzig
‎‏שנה ושבע שנים היה‏‎ Jahr und sieben Jahren, es ist
‎‏כה״ר שלמה בן כ׳ חיים‏‎ der geehrte Meister, Herr Schlomo, Sohn des geehrten Chajim,
‎‏נפטר יום א׳ ט״ו ונק׳ י׳ ג׳ י״ז אלול תר״ו לפ״ק‏‎ verschieden am Tag 1, 15., und begraben am Tag 3, 17. Elul 606 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht
Salomon Goldschmidt
geb. 1749
[...]46

 

 Zl 2: Ijob 1,8  Zl 2f: Ps 15,2  Zl 4f: Hab 2,4  Zl 5f: vgl. 1Kön 11,43 (über König Salomon)

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Kommentar

Datierung Geboren 1749; gestorben Sonntag, 06.09.1846 ; begraben am übernächsten Tag
Die Eulogie der hebräischen Inschrift (Zln 2-5) wurde vermutlich einem Musterbuch entnommen, sie findet sich in identischer Form in Schalom Hakohens 1820 in Wien erschienenen Briefsteller "Ketav Joscher" (Inschrift Nr. 0001).
Zln 6-7: Die Angabe des hohen Alters des Verstorbenen wurde möglicherweise deshalb wie wiedergegeben auseinandergezogen, weil in dem Ausdruck ‎‏שבע שנים‏‎ / "und sieben Jahren" die Wendung ‎‏שבע ימים‏‎ / "satt an Tagen" (nach Gen 35,29) anklingt, die häufig bei altgewordenen Menschen zu finden ist. Entsprechend könnte ‎‏שבע שנים‏‎ auch mit "satt an Jahren" wiedergegeben werden.
Namenskunde Salomon Goldschmidt wird in seiner Inschrift, der Inschrift seiner zweiten Gattin sowie in den hebräischen Inschriften für einen Sohn und eine Tochter jeweils entsprechend seinem bürgerlichen Namen Schlomo genannt. Nur in der ältesten hebräischen Inschrift für seine erste Gattin erscheint dieser Name in seiner deutsch-jüdischen Form Salman.

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Beschreibung

Beschreibung Schmalhohe, gesockelte Stele aus gelblich-beigefarbenem Sondershäuser Muschelkalk mit orangenen Einschlüssen. Sie schließt mit abgesetztem, geraden Abschluss, darauf Voluten, gekrönt von einer Akroterie. Die vertieften Schriftfelder schließen rundbogig, die Inschriften sind zentriert, in der hebräischen Inschrift sind Einleitungs- und Schlusszeile, im deutschen Text die Namen durch größere Buchstaben hervorgehoben. Die Buchstaben waren mit Farbe ausgelegt.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Der Grabstein war in zwei Hälften zerschlagen und wurde wieder zusammengesetzt und neu aufgestellt. Die Angabe des Sterbedatums in der deutschen Inschrift ist durch den Bruch des Steines verloren gegangen. Der Sockel ist beschädigt.

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Zur Person

Laut Personenstandsregister wurde Salomon Goldschmidt im Jahr 1751 oder 1758 (laut Grabstein im Jahr 1749) als Sohn von Seelig und Schlotge in Sondershausen geboren. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Gattin Pessche/Besgen stammte aus Dessau. Nach ihrem frühen Tod heiratete er die 1787 in Gröbzig geborene Rachel. Aus der ersten Ehe gingen fünf Kinder hervor: Selig (1796/97-1829), Itzig, Hirsch, (Jo)Hanna und Ziperta/Lina, aus der zweiten Ehe eine Tochter namens Jete/Jetgen (geb. 10.04.1816), welche am 25. August 1847 nach Gröbzig heiratete, sowie ein Sohn namens Moses bzw. Moritz (12.02.1822 - 03.10.1888), Oberlehrer in Sondershausen.

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Zur Familie

Vater: Chajim Selig ben Zwi Hirsch Halle, gest. 1781 (Grabstein Nr. sdh-0039)
Mutter: Schlotche bat Löb, G. Selig, gest. 1809 (Grabstein Nr. sdh-0040)
1. Gattin: Pessche G. Salman, gest. 1813 (Grabstein Nr. sdh-0027)
Kinder: Johanne Goldschmidt, gest. 1866 (Grabstein Nr. sdh-0086); Lina Cohn geb. Goldschmidt, 1807-1871 (Grabstein Nr. sdh-0082); Hirsch Goldschmidt, 1801-1836 (Grabstein Nr. sdh-0017); Itzig Goldschmidt, 1798-1880 (Grabstein Nr. sdh-0064?)
2. Gattin: Friederike Goldschmidt, 1779-1862 (Grabstein Nr. sdh-0096)
Enkelin: Bertha Goldschmidt, 1825-1883 (Grabstein Nr. sdh-0048)

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Quellen / Sekundärliteratur

Personenstandsregister, Nrn. 10 und 37.
Jens Beger: "Jüdische Familien in Sondershausen", in: Beiträge zur Geschichte der Juden Schwarzburgs (Juden in Schwarzburg, Bd. 1), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge IV), 2006, S. 204-234, zu Salomon Goldschmidt (Goldschmidt I).
Thomas Kollatz: "Totenlob als 'Stylübung'? Grabschriften in Schalom ha-Cohens Briefsteller 'Ketav joscher'", in: Memoria - Wege jüdischen Erinnerns: Festschrift Michael Brocke zum 65. Geburtstag, in Verbindung mit dem Vorstand des Steinheim-Instituts hrsg. von Birgit E. Klein und Christiane E. Müller, Berlin 2005, S. 277-283, hier S. 283.

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Fotografien

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Henryk Bies, Sondershausen

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-9
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=sdh-9
(last modified - 2010-03-17 10:50)

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