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Sondershausen 187 inscriptions (1713-1937)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID sdh-17
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-17: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sdh-17
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Name

Zwi ben Schlomo (Hirsch Goldschmidt) [22.11.1836]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏האבן הזאת זכר כל מעלותיך‏‎ ›Dieser Stein ‹ (ist) zum Gedenken all deiner Vorzüge,
‎‏י[...] צדקותיך וכל פעלתיך‏‎ [...] deiner Wohltätigkeiten und all deiner Taten
‎‏רם על כל תשבחות שמח? שמך‏‎ ›über jedes Lob erhaben‹, freudig ist dein Name?
‎‏ש[...]יון [...] בלב כל מיודעיך‏‎ 5 [...] im Herzen aller, die dich kannten,
‎‏[...] כה״ר צבי בן כ״ה שלמה‏‎ [...] der geehrte Herr Zwi, Sohn des geehrten Herrn Schlomo,
‎‏נפטר יום ג׳ י״ג ונקבר יום ה׳‏‎ verschieden am Tag 3, 13., und begraben am Tag 5,
‎‏ט״ו כסלו תקצ״ז לפ״ק‏‎ 15. Kislev 597 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruht 10
in Gott
Hirsch Goldschmidt
geb. [...]
[...]

 

 Zl 2: Gen 28,22  Zl 4: Vgl. Ps 113,4

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Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 22.11.1836 ; begraben am übernächsten Tag
Dies ist der erste Grabstein mit einem mit Voluten verzierten Dreiecksgiebel, und einer von nur zwei Grabsteinen, die den Namen des Verstorbenen auch in einem Akrostichon angeben, wobei die Anfänge der vier Zeilen der Eulogie von oben nach unten gelesen den deutschen Namen Hirsch ergeben. Die aufwendig gereimte Eulogie spricht den Verstorbenen direkt an und macht dadurch das junge Alter von Hirsch Goldschmidt deutlich, der im Alter von 35 Jahren nach nur fünfjähriger Ehe starb. Ansonsten bleibt dieses Stilmittel jungverstorbenen, ledigen Männern (sdh-0025 von 1825, sdh-0182 von 1847) oder Knaben (sdh-0079 von 1787) vorbehalten. Die Eulogie selbst ist leider stark verwittert und nicht mehr vollständig erhalten, scheint sich aber durch eine große Eigenständigkeit und Originalität auszuzeichnen und auf Zitate aus der Traditionsliteratur weitgehend zu verzichten.
Namenskunde Das Akrostichon gibt den deutschen Namen Hirsch an, während die eigentliche Inschrift nur den hebräischen Namen Zwi nennt, hebräisch für Hirsch. Beide Namen gehen zurück auf den Jakobssegen, in dem Naftali mit einem springenden Hirsch verglichen wird (Genesis 49,21).

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Stilmittel

Reim auf -eicha in Zln 2-5.
Akrostichon in Zeilen 2-5: ‎‏הירש‏‎ Hirsch

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Beschreibung

Beschreibung Schmalhohe Stele aus Sondershäuser Muschelkalk auf getrepptem Sockel und mit abgesetztem Dreiecksgiebelabschluss mit abgerundeter Spitze, auf den Ecken Voluten, im Giebelfeld ein runder, vielzackiger Stern. Die Schriftfelder sind vertieft, die Inschriften zentriert. Der Vorname im hebräischen Text ist durch größere Buchstaben hervorgehoben. Die Buchstaben waren mit Farbe ausgelegt.
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Deutliche Verwitterungsspuren.

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Zur Person

Laut Personenstandsregister wurde Hirsch Goldschmidt, Bürger und Handelsmann in Großenehrich, am 4. Dezember 1801 geboren und vermählte sich am 20. Januar 1829 mit Sophie Moses Bachmann aus Altenkunstadt in Bayern. Am 21. Januar 1831 wurde in Großenehrich seine Tochter Bertha geboren, die 1851 Joseph Cramer aus Hornburg heiratete.

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Zur Familie

Vater: Salomon Goldschmidt, 1749-1846 (Grabstein Nr. sdh-0009)
Mutter: Pessche G. Salman, gest. 1813 (Grabstein Nr. sdh-0027)

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Quellen / Sekundärliteratur

Personenstandsregister, Nrn. 10, 37 und 65.
Jens Beger: "Jüdische Familien in Sondershausen", in: Beiträge zur Geschichte der Juden Schwarzburgs (Juden in Schwarzburg, Bd. 1), hrsg. vom Schlossmuseum Sondershausen (Sondershäuser Kataloge IV), 2006, S. 204-234, zu Hirsch Goldschmidt (Goldschmidt I).

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Fotografien

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Henryk Bies, Sondershausen

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Sondershausen, sdh-17
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=sdh-17
(last modified - 2010-03-17 10:50)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1836

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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