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Hamburg-Altona, Königstraße 6021 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3224
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3224: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3224
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Name

Josef Juspa ben Mosche Emden [18.10.1694]          

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Edition und Übersetzung

‎‏ויעל‏‎ ›Und es stieg hinauf
‎‏יוסף לקראת ישראל.‏‎ Josef, Israel entgegen.‹
‎‏ויאסף אל עמו כשמואל.‏‎ ›Er wurde versammelt zu seinem Volk, wie Schmuel;‹
‎‏זקן ושבע עבר פנואל.‏‎ ›betagt und lebenssatt‹ ›passierte er Pnuel.‹
‎‏פעלים רב הוא מקבצאל.‏‎ 5 ›An Taten groß war er aus Kabzeel,‹
‎‏אשר צדקתו כהררי אל.‏‎ ›dessen Wohltätigkeit wie die Berge Gottes ist.‹
‎‏ה״ה האלוף כהר״ר יוסף‏‎ Es ist der Mann, der Vornehme, der geehrte Meister, Herr Josef
‎‏יוזפא בהר״ר משה עמדן‏‎ Juspa, Sohn des geehrten Meisters, Herrn Mosche Emden,
‎‏ז״ל נפטר ונקבר יום ב׳‏‎ sein Andenken zum Segen, starb und ward begraben Tag 2,
‎‏ך״ט תשרי תנ״ה לפ״ק‏‎ 10 29. Tischri 455 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1f: Nach Gen 46,29  Zl 3: Vgl. Gen 25,8  Zl 4: Gen 25,8 | Zl 4: Nach Gen 32,31  Zl 5: Nach 2 Sam 23,20  Zl 6: Nach Ps 36,7

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Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Montag, 18.10.1694 ;
Die Eulogie besticht durch ihre originelle Zusammenstellung diverser abgewandelter Schriftzitate, die der Persönlichkeitszeichnung des Verstorbenen inhaltlich und poetisch gerecht werden sollen. Jede Zeile endet auf einem theophoren Orts- oder Personennamenmit der Schlußsilbe "Gott". Im Eingang der Eulogie ist der Vorname des Verstorbenen im Schriftzitat vorweggenommen; der Rufname "Juspa" erscheint als Akrostichon mittels markierter Lettern an den Zeilenanfängen 2 bis 6. Der Verstorbene wird aufgrund der Zitate ein Vergleich mit einer hervorragender biblischer Gestalt verglichen: ausdrücklich mit Josef, Jaakow und Schmuel hergestellt. Metaphorik erscheint in der Eröffnung in Bezug auf das Hinaufsteigen zu Israel, in Zeile 4, wo eine Begegnung mit dem "Angesicht" des Ewigen angedeutet ist, und am Schluß der Eulogie in Zeile 6 in Bezug auf das gerechte Verhalten des anscheinend in hohem Alter Verstorbenen, dessen hoher sozialer Status am Titel "Aluf", der Vornehme, erkennbar ist.
Zl 3: In Gen 25,8 bezogen nicht auf Samuel, sondern auf Abraham. Die in Zln 2-3 erwähnten Jisrael und Schmuel spielen vielleicht auf früher gestorbene Verwandte an.
Zl 4: Pnuel heißt wörtlich "Angesicht Gottes".
Zl 5: In 2Sam 23,20 bezogen auf Benajahu ben Jehojada. Die Ortsbestimmung "aus Kabzeel" kann auch mit dem Sinn "als Sammler Gottes" vokalisiert werden; dahin gehend wird sie im Talmud etymologisch ausgedeutet; "er sammle Arbeiter für die Tora" (bBer 18b). Ihre Verwendung auf dem Grabstein des Josef Emden spielt möglicherweise auf eine ehrenamtliche Tätigkeit des Verstorbenen als Almosenverwalter an.

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Stilmittel

Reim Endreim auf -el in Zln 2-6. Diaphorischer Gebrauch des Lexems ‎‏יסף‏‎ in Zln 2-3.
Akrostichon in Zeilen 2-6: ‎‏יוזפא‏‎ Juspa

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Beschreibung

Lage Planquadrate GN
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit geschweiftem Bogenabschluß und scharrierter Rahmenleiste. Vertieftes Schriftfeld mit eingemeißelten Buchstaben. Im Bogenfeld das Wort ‎‏ויעל‏‎. Abkürzungszeichen: Krönchen. Satztrenner: gerautete Punkte.
Zustand 2006 Beschädigung schwer an Bogenansatz und -scheitel der Epitaph ist in Höhe der Abkürzung ‎‏תנצב״ה‏‎ zerbrochen; Verwitterungen mittel;

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Denkmalpflegerische Maßnahmen

2008/2009: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Antragung mit Restaurierungsmörtel aus restauratorischen Gründen; 3. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1085, S 976; Datumsangabe: 29. Tischri 459 (04.10.1698)
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 243, Nr. 798; Datumsangabe: 29. Tischri 459

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-05-26
recto
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2002-06-03
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Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

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2010-2012
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3224
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3224
(last modified - 2013-04-18 15:44)

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