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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-774
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-774: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-774
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Name

Merle bat Josef Fürst ⚭ Gerschon [11.11.1780]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏מער׳ לוית חן‏‎ (in) eine(r) Höhle, ein anmutiger Kranz
‎‏לה נאה שם יקרה‏‎ ist ihr geziemend, ein teurer Name,
‎‏אשת חיל מרת מערלה‏‎ eine tüchtige Gattin, Frau Merle,
‎‏בת הדיין הרבני מה״ו יוסף‏‎ 5 Tochter des Rabbinatsassessors, unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Josef
‎‏פערש׳ זצ״ל אשת הרופא‏‎ Fürst, das Andenken des Gerechten zum Segen, Gattin des Arztes,
‎‏הר״ר גרשון ז״ל נפטר׳ בש״ק‏‎ des Meisters, Herrn Gerschon, sein Andenken zum Segen, verschieden am heiligen Schabbat,
‎‏י״ג מרחשון ונקבר׳ ביו׳ א׳‏‎ 13. Marscheschvan, und begraben am Tag 1,
‎‏תקמ״א לפ״ק‏‎ 541 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
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Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 11.11.1780 ; begraben am nächsten Tag
Zl 2a: ‎‏מער׳‏‎ ist wohl abgekürztes ‎‏מערה‏‎ (Höhle), eine Andeutung auf das Begräbnis Saras in der Höhle Machpela (Gen 23,9ff.). Zugleich ist die Abkürzung bewusst gewählt, da sie mit dem Anfangswort der Zl 3 den Namen Merle ergibt. Die Partikel ‎‏ב‏‎ (in) ist hier wahrscheinlich aus vorgenanntem Grund nicht geschrieben, doch semantisch zu ergänzen.
Zl 2b: ‎‏לוית חן‏‎ Spr 4,9 "ein anmutiger Kranz"; mit anderer Vokalisation (levajah) bedeutet es Begleitung, Geleit zum Grab, entsprechend "ein schönes Geleit". Vielleicht sollen hier beide Wortbedeutungen okkasionell zum Tragen kommen.
Zl 3a: Mit dem letzten Wort von Zl 2 entsteht die Wortfolge ‎‏חן לה‏‎ aus Sach 4,7; dort bezieht sich das Pronomen ‎‏לה‏‎ auf den Schlussstein des Heiligtums, hier auf die Verstorbene, also "Anmut/Schönheit (eignet) ihr"; auch hier wie in Zl 2 ist die Konnotation intertextuell in der Kombination der Schriftzitate verborgen und will sozusagen "mitgelesen" werden.
Zl 4: ‎‏אשת חיל‏‎, Spr 31,10, bildet den Anfang des allsabbatlichen Liedes zum Lob der tüchtigen Gattin.
Zl 5: ‎‏הדיין הרבני‏‎ wörtlich "der rabbinische Richter"; die Apposition "rabbinisch" ist bereits im Begriff "Rabbinatsassessor" mitenthalten und daher nicht eigens wiedergegeben.

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Stilmittel

Reim auf -lah in Zln 3-4.
Akrostichon in Zeilen 2-3: ‎‏מערלה‏‎ Merle

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Beschreibung

Lage Planquadrate ED
Schrift erhaben
Zustand 2006 non in situ;

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Zur Familie

Gatte: Gerschon ben Tewle Gerschon Rofe (Nr. hha-0229)
Tochter: Riwka Jette (Nr. hha-5112)
Söhne: Zwi Hirsch (Nr. hha-5246), Josef (Nr. hha-4855)

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Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1490, O 1918
shha (JG 73), S. 363, Nr. 9; die Witwe von Gerschon Rofe, gestorben in Hamburg, begraben in reservierte Grabstelle neben ihrem Gatten (Nr. hha-0229, O 1917).
Grunwald, S. 249, Nr. 1125

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Fotografien

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Bert Sommer

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2003-09-16
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-774
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-774
(last modified - 2013-03-06 17:26)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1780

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Steinheim-Institut
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